Gerhard Türke wurde am 01.05.1914 in Heinersdorf im Kreis Lebus geboren und
absolvierte von 1934 bis zum Jahr 1936 ein Studium an der Hochschule für
Lehrerbildung in Frankfurt/Oder und trat dann den Beruf eines Volksschullehrers
an.
Mit dem 17.10.1936 trat er seinen Wehrdienst beim Infanterie-Regiment 29 an und
nahm nach zwei Jahren seine Tätigkeit als Volksschullehrer wieder auf.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges wird er eingezogen und nimmt am Westfeldzug teil.
Dabei kommt er bei den Kämpfen um die belgischen Grenzfestungen, bei Sedan,
Charville, an der Maas und am Rhein-Marne-Kanal zum Einsatz.
Auch mit Beginn des Ostfeldzuges im Einsatz wird Türke im Jahre 1942 zum
Oberleutnant der Reserve befördert und nimmt an den Kämpfen der
3. Infanterie-Division (mot.) an den Kämpfen im Raum Stalingrad teil, wo er
zum Chef der 3. Kompanie seines Regiments ernannt wird.
Türke zeichnet sich im besonderen Maße bei den Kämpfen um die Höhe 135,1
nördlich von Marinowka aus. Dort war es dem Gegner am 24.11.1942 gelungen
einzubrechen, doch Türke konnte mit seiner Kompanie diesen in der Nacht noch
abriegeln und die Stellung über mehrere Tage halten. Dafür wird er zum
Ritterkreuz vorgeschlagen, welches ihm am 17.12.1942 als Oberleutnant der
Reserve und Chef der 3. Kompanie im Infanterie-Regiment (mot.) 29 verliehen
wurde. Kurz vor Kapitulation der
6. Armee wurde Türke zum Hauptmann befördert und schließlich aus dem Kessel
ausgeflogen.
Im Zuge der Aufstellung einer neuen 6. Armee kommt er zunächst nach Biarritz in
Frankreich und wird dann als Kommandeur des I. Bataillons des
Grenadier-Regiments (mot.) 29 an der Landungsstelle der Alliierten in Italien
bei Nettuno zum Einsatz.
Im weiteren Verlauf des Krieges kommt er gegen die amerikanische Invasionsarmee
an der Westfront zum Einsatz und gerät am 16.04.1945 in Gefangenschaft.
Nach dem Krieg arbeitet er wieder als Lehrer,
hochgeachtet und von seinen Schülern verehrt. Am 10.07.1957 wird er zum Rektor
einer Hauptschule in Gelsenkirchen ernannt und bleibt bis zu seiner
Pensionierung im Jahre 1979 im Dienst.
Gerhard Türke verstarb am 21.11.1991 in Gelsenkirchen.