Ritterkreuzträger
Ritter Gustav Fritz Julius von Vaerst
General der Panzertruppe







Gustav von Vaerst wurde am 19.04.1894 in Meiningen im
Herzogtum Sachsen-Meiningen, als Sohn Gustavs und Emmeline (geb. Hack) von
Vaerst, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums Meiningen ab Ostern 1903 bis
1907, kommt er im Juni 1907 an das Realgymnasium Meiningen und wechselt im
Juli 1908 an das Realgymnasium München das er im Juli 1912 beendet.
Am 15.07.1912 tritt er als Fahnenjunker dem 2. Kurhessischen Husaren-Regiment
"Landgraf Friedrich III von Hessen-Homburg" Nr. 14 bei, wo er am
17.02.1914 seine Beförderung zum Leutnant entgegennimmt.
Am 03.08.1914 verlegt das Regiment an die Front und nimmt an den ersten
Kämpfen des 1. Weltkrieges teil. Von Vaerst wird hier zum Ordonnanz Offizier
der 22. Kavallerie-Brigade kommandiert. Nach kurzer Rückkehr zum Regiment und
erneuter Kommandierung zur 22. Kavallerie-Brigade, kommt er am 26.05.1916 zu
seinem Regiment zurück und übernimmt hier am 08.06.1916 den Posten des
stellvertretenden Regimentsadjutanten.
Vom 18.02.1917 bis zum 25.02.1917 nimmt er an einem Kurs beim Sturm-Bataillon
4 teil und wird in seinem Regiment am 18.04.1917 zum Oberleutnant befördert.
Bereits am 05.08.1918 kommt erneut als stellvertretender Adjutant zur 22.
Kavallerie-Brigade und übernimmt nach seiner Rückkehr zum Regiment, am
11.11.1918, die Führung der 3. Schwadron.
Nach Friedensschluss übernimmt er am 28.02.1919 das Kommando über die 2.
Schwadron des Freiwilligen-Husaren-Regiments "Hessen-Homburg".
Am 01.11.1919 tritt er zur Reichswehr über und kommt dort zum
Kavallerie-Regiment 11, bzw. am 01.04.1920 zum 16. Reiter (Gebirgs)-Regiment.
Mit Beginn des neuen Jahres wird er zum Wehrkreiskommando VII nach München
kommandiert und wird hier zum Offizier für Spezialaufgaben ausgebildet.
Vom 20.06.1922 bis zum 31.07.1922 wird von Vaerst zum II. Bataillon des 21.
(bayr.) Infanterie-Regiments kommandiert und kommt dann am 01.10.1922 in den
Stab der 7. Division, wo er am 01.06.1924 zum Rittmeister befördert wird.
Am 01.10.1924 wird er Führer des MG-Zuges des 16. Reiter-Regiments und nimmt
vom 30.09.1924 bis zum 23.10.1924 an einem MG-Kurs im Sennelager teil. Einen
knappen Monat später übernimmt er am 01.10.1925 das Kommando über die 6.
Schwadron des Regiments. Kurz vorher, am 30.08.1925 heiratete von Vaerst Astor
Freiin von Swaine, die ihm einen Sohn und drei Töchter gebar.
Nach dem Besuch zweier Kurse in Hannover und in Wünsdorf, wird er am
01.10.1929 Chef der 3. Schwadron seines 16. Reiter-Regiments und erhält am
06.12.1929 einen Säbel für beste Schiessergebnisse mit dem Karabiner.
Nach kurzer Kommandierung zur Ungarischen Armee vom 05.09. bis zum 19.09.1929,
nimmt er vom 01.10. bis zum 07.10.1930 an einem Kavallerie-Kurs in Neuhammer
teil und kommt daraufhin, am 01.11.1930, in den Stab der 1.
Kavallerie-Division. Am 03.12.1930 hatte von Vaerst ein Grußschreiben des
Reichswehrchefs General der Infanterie Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord,
für seine erneut besten Ergebnisse im Karabiner-Schießen erhalten.
Nachdem von Vaerst am 01.07.1933 an die Kavallerie-Schule Hannover kommandiert
wird, erhält er dort am 01.02.1934 die Beförderung zum Major. Es folgte am
01.01.1935 die Versetzung zur Kriegsschule Hannover, wo er am 01.08.1936 zum
Oberstleutnant befördert wurde.
Am 20.01.1938 wird Gustav von Vaerst zum Kommandeur des Schützen-Regiments 2,
der 2. Panzerdivision ernannt und in dieser Dienststellung am 01.03.1939 zum
Obersten befördert.
Am 11.04.1939 ist von Vaerst Kommandeur der 2. Schützen-Brigade der 2.
Panzerdivision und nimmt so am Feldzug gegen Polen, unter dem
Divisionskommandeur Generalleutnant Rudolf Veiel, teil. Auch gegen die
Benelux-Länder wird von Vaersts Brigade eingesetzt und stößt nach Frankreich
vor.
Für seine bisherigen Erfolge in der Truppenführung seiner Brigade erhielt
Gustav von Vaerst am 30.07.1940 das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.
Nach kurzer Besatzungs- und Ausbildungszeit in Polen, geht die Division, im
Rahmen des XVIII. Gebirgskorps unter General der Infanterie Franz Böhme,
gegen Jugoslawien und Griechenland vor.
Vor dem beginn des Feldzuges gegen Russland wird von Vaerst durch Oberst Arno
von Lenski abgelöst. General Veiel über von Vaerst:
"Großartiger Mann mit hohen persönlichen Standards.
Praktisch, klar, ruhig und entschlossen in seiner Führung und seiner
Befehlsausgabe. Er hat sich bestens bewährt! Ritterkreuzträger. Seine Eignung
zum Brigadekommandeur oder als Kommandeur einer gemischten Kampfgruppe sind
bestens."
Die Zeit zwischen dem 01.06.1941 und dem 08.12.1941 ist
unklar. Man geht jedoch davon aus, daß der am 01.09.1941 zum Generalmajor
beförderte von Vaerst, sich für zumindest einen Teil der Zeit an der Schule
für Mot-Truppen in Krampnitz befand.
Am 09.12.1941 übernimmt von Vaerst anfangs die Führung und ab dem 12.12.1941
das Kommando über die 15. Panzerdivision in Afrika. Dort wird er am 26.05.1942
in der Schlacht um Gazala verwundet und kommt ins Lazarett. Die Führung der
Division übernimmt bis zu von Vaersts Rückkehr, am 08.07.1942, Oberst
Eduard Crasemann, der Kommandeur des Artillerie-Regiments (mot.) 33.
Am 31.08.1942 übernimmt von Vaerst die Führung des Deutschen Afrikakorps,
nachdem General der Panzertruppe Nehring während der Schlacht um Alam Halfa
durch einen Bombenangriff verwundet wurde. Am 17.09.1942 wird er durch
Generalleutnant Wilhelm Ritter von Thoma abgelöst und übernimmt bis zum
10.11.1942 wieder das Kommando über die 15. Panzerdivision.
Nach einer Erkrankung übernimmt er am 28.02.1943 den Oberbefehl über die 5.
Panzerarmee in Nordafrika und geht, seit dem 01.03.1943 General der
Panzertruppe, mit dieser am 09.05.1943 in britische
Kriegsgefangenschaft, nachdem er im Raum Bizerta durch alliierte Truppen
eingekesselt wurde und mit seiner Armee vor Generalleutnant Omar N. Bradley
kapitulierte.
Gustav von Vaerst wird schließlich im Jahre 1947 aus der Gefangenschaft
entlassen und stirbt am 10.10.1975.