Adolf Vogt wurde am 31.08.1915 in
Sindolsheim geboren und trat 1934 der schweren MG-Kompanie beim Infanterie-Regiment 15 in Gießen in
die Wehrmacht ein. Im Zuge der Rheinlandbesetzung kommt das Regiment 1936 nach
Worms, wo Vogt zum Unteroffizier befördert und zusammen mit dem Regiment nach
Trier verlegt wird.
Dort wurde die 72. Infanterie-Division aufgestellt, in die Vogt als Soldat der
8. MG-Kompanie beim Infanterie-Regiment 105 versetzt wird. Bis 1940 bleibt
Trier Friedensgarnison des Regiments, wo Vogt zum Feldwebel befördert wird.
Am 10.05.1940 beginnt für ihn der Angriff im Westen über Luxemburg Belgien und
Frankreich. An der Marne gelang es seinem sMG-Zug einen wichtigen
französischen Bunker zu nehmen bzw. auszuschalten und der Infanterie das
Übersetzen zu ermöglichen. Dabei setzte sein Zug als erster über den Fluss.
Noch am gleichen Abend verlieh der Regimentskommandeur an alle Soldaten seines
Zuges das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Anschließend stieß das Regiment weiter vor über die Seine bis an den Atlantik
bei Michel-Chef-Chef. Zunächst für drei Wochen im Küstenschutz eingesetzt,
wurde die Division als Auszeichnung als Wachtruppe nach Paris verlegt, wo Vogt
zum Oberfeldwebel befördert wurde und zusammen mit Leutnant Damm die 12. Kompanie des
Infanterie-Regiments 105 aufstellte.
Anfang 1941 verlegt er zur Mittelgebirgsausbildung in den Raum Colmar und wird
dann im Rahmen der Division als Teil der Lehrtruppe nach Rumänien verlegt, um
dort u.a. die kriegswichtigen Ölfelder zu schützen.
Es folgte dann der Durchmarsch durch Bulgarien und der Angriff auf
Griechenland. An der stark befestigten Metaxas-Linie gelang es dann einer
Schützen-Kompanie und dem sMG-Zug Vogts einen von den Griechen für ungangbar
gehaltenen Sumpf zu durchwaten und einen ca. 1.200m hohen Berg einzunehmen.
Auf diesem lagen sämtliche Beobachtungsstellen der griechischen Artillerie.
Die folgenden drei Tage griff der Gegner ununterbrochen an. Als die Munition
fast verschossen war, kapitulierte die griechische Armee. Der griechische
Regiments-Kommandeur verpflegte die deutschen Soldaten mit Brot und
Büchsenfleisch, hatten diese doch seit drei Tagen keinen Nachschub erhalten.
Das gegnerische Regiment sammelte mit Waffen und marschierte in die nächste
Stadt. Dort wurden die Waffen abgegeben und die Soldaten nach Hause entlassen.
Der Kommandeur des III. Bataillons Hauptmann Heinrich Nietsche erhielt dafür
am 13.06.1941 das Ritterkreuz und Vogt in Saloniki das Eiserne Kreuz I.
Klasse.
Vogt setzte den Vormarsch in Griechenland bis nach Larissa vor Athen fort. Der
Rückmarsch erfolgte durch Rumänien, wo man sich für den Ostfeldzug
bereitstellte.
Dieser führte das Regiment durch Bessarabien, wo man die Stadt Kishinev
einnahm, die Stalin-Linie durchbrach, über den Dnjepr ging und bis zur
Landenge von Perekop zur Krim gelangte. Dort nahm er an den schweren Kämpfe
zur Einnahme der Krim teil. Während der ersten Monate in Russland zeichnete
sich Vogt wiederholt aus. So gelang es ihm bspw. während eines kleinen
Stoßtruppunternehmens zwei noch warme gegnerische Feldküchen, zwei
Verpflegungswagen und 10 Gefangene einzubringen. Weiterhin war er eines Tages
zur Sicherung des Divisions-Gefechtsstandes eingesetzt. Dabei beobachtete er
Bewegungen im nahe liegenden Dorf. Vogt besetzte einen russischen Lkw mit zwei
SMG und ging, von den anderen Kameraden gedeckt mit dem LkW vor. Beim
Einfahren in das Dorf wurden sie von russischen Soldaten empfangen. Als einer
der Deutschen zu verstehen gab das bald mindestens 1.000 deutsche Soldaten
folgen würden, ergaben sich die russischen Soldaten und Vogt kehrte mit 60
gefangenen zum Gefechtsstand der Division zurück.
Das Regiment stieß weiter auf Simferopol vor, wo er durch eine MG-Garbe schwer
verwundet wurde. Durch Explosiv-Geschosse erlitt er einen Halsschuß,
Lungensplitter und verlor drei Finger der rechten Hand. Vier Wochen lang lag
er, nicht transportfähig, in einer alten Schule bei Perekop und wurde dann mit
einer Ju-52 über das Schwarze Meer nach Bukarest überführt. Er verbrachte ein
knappes Jahr in verschiedenen Lazaretten, kommt dann in ein Genesungsheim und
erhält anschließend eine Kommandierung an die Infanterieschule.
Im Februar 1944 wird auf dem Truppenübungsplatz Döberitz die 85.
Infanterie-Division aufgestellt. Dabei wird Vogt als Chef der 12. Kompanie in
das Grenadier-Regiment 1054 versetzt und anschließend zum Oberleutnant
befördert.
Die Division wird dann zur Abwehr der Invasion in den Raum Calais verlegt, wo
es anschließend zu schweren Kämpfen im Raum Caen-Falaise-Rouen kommt.
Nachdem Vogt bspw. einen Absetzbefehl erhalten hatte, bat ihn ein Oberst eines
Panzer-Regiments, seine Stellungen noch weitere zwei Tage zu halten, bis seine
Panzer über die Seine gesetzt hätten. Vogt hielt aus und erledigte zusammen
mit seinem Burschen noch zwei gegnerische Panzer im Nahkampf. Dabei wurde Vogt
am 2. Tag durch einen Ellbogendurchschuß verwundet und erlitt weiterhin eine
Radialislähmung. Noch in der Nacht zog sich die Kompanie über die Seine zurück
und Vogt wurde in ein Lazarett nach Münster in Westfalen und anschließend in
eine Spezialklinik nach Jena verlegt. Für seinen Einsatz an der Invasionsfront
erhielt Vogt am 16.10.1944 als Oberleutnant und Chef der 12. Kompanie im
Grenadier-Regiment 1054, das Ritterkreuz.
Gegen Ende 1944 wurde die Division "Ullrich von Hutten" in Potsdam
aufgestellt, zu der Vogt versetzt wird und zum Hauptmann befördert wird. Er
kommt damit vor allem im Harz zum Einsatz. Nachdem er dort schnell von
amerikanischen Verbänden eingeschlossen wurde, meldete er sich mit seiner
Kampfgruppe auf dem Divisionsgefechtsstand auf dem Brocken. Der Kommandeur
informierte die Soldaten über as Kriegsende und jeder könne sich jetzt auf
eigene Faust durchschlagen. Vogt wollte sich in sieben Nachtmärschen bis in
das Lazarett nach Jena durchschlagen. Es gelang und Vogt erreichte in der
Bismarckschule den ihn bekannten Arzt, der die Soldaten noch unterbringen
konnte. Als die Amerikaner Thüringen räumten und an die Russen übergaben,
wurden alle transportfähigen Soldaten entlassen.
Nicht einen Tag in Gefangenschaft, erreichte Vogt im Juli 1945 seine Heimat,
wo er in einer Pkw-Werkstatt volontierte. Im Jahre 1950 eröffnete er mit nur
einem Pkw eine Mietwagenfirma. Zwei Jahre später kaufte er seinen ersten Bus.
Bis zu seinem 70. Geburtstag fuhr er noch 3.000.000 Kilometer.
Adolf Vogt verstarb am 21.09.1992 in seiner Geburtsstadt Sindolsheim.