Emil Wilhelm Vogel wurde am 20.07.1894 in
Zwickau/Sachsen geboren.
Nach seiner schulischen Ausbildung am Realgymnasium in Zwickau und später in
München trat er am 03.08.1914 als Fahnenjunker in das Ersatz-Bataillon des 2.
Bayerischen Pionier-Bataillons ein. Hier wird er am 01.01.1915 zum
Fahnenjunker-Unteroffizier befördert und kommt am 27.01.1915 zum
Pionier-Bataillon 2 an die Front. Kurze Zeit später erhält er am 13.03.1915
die Beförderung zum Fähnrich und bereits am 02.06.1915 die Beförderung zum
Leutnant.
Am 27.04.1916 kommt er aufgrund eines Gasangriffs in das bayerische
Feld-Hospital 11 des II. Bayerischen Armee-Korps. Nach seiner Genesung wird er
am 10.11.1916 zur Armee-Gruppe "Mackensen" nach Rumänien versetzt.
Am 16.07.1916 wird er zum Ersatz-Bataillon des Bayerischen-Pionier-Bataillons
2 versetzt und wird dort Adjutant. Anfang November wird er Adjutant des
bayerischen Stabs-Pionier-Offiziers 41.
Am 27.06.1918 erkrankt er an einer Influenza, verbleibt jedoch an der Front,
bis er am 15.12. zum Ersatz-Bataillon zurückkehrt und dort demobilisiert wird.
Am 01.02.1919 wird er Adjutant des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 1
und tritt am 24.04.1919 dem Freikorps "Landsberg" bei und nimmt so
unter anderem an der Befreiung Münchens von der kommunistischen Kontrolle.
Am 03.05.1919 kommt er zum Reichswehr-Schützen-Bataillon 41 und wird am 15.05.
dem II. Bataillon des Reichswehr-Schützen-Regiments 42 zugeteilt mit dem er an
der Bekämpfung der
Roten Ruhrarmee teilnimmt.
Vom 07.07.1919 bis zum 01.12.1919 wird er zur Münchener Offiziers-Schule
versetzt und kommt am 01.01.1921 zum II. Bataillon des 19. Bayerischen
Infanterie-Regiments. Dort wird er am 25.06. Ordonnanz-Offizier im Stab des
Regiments.
Am 01.10.1922 wird er Regimentsadjutant im gleichen Regiment und nimmt so an
der Niederschlagung des Hitler-Putsches am 09.11.1923 teil. Vorher wurde er am
01.08.1923 zum Oberleutnant befördert.
Als Maschinengewehr-Offizier tut er am dem 01.10.1924 Dienst im Stab des 19.
Bay. Infanterie-Regiments. Dem folgt am 01.07.1926 die Versetzung zum
Gruppen-Kommando 1 und am 01.10.1926 die Versetzung in den Stab der 7.
Division.
Am 01.06.1927 wird er bis zum 18.08.1927 zum 2.
Preußischen-Nachrichten-Bataillon versetzt und kommt danach bis zum 31.07.1928
zum 12. Sächsischen Reiter-Regiment. Hier wird er am 01.04.1928 zum Hauptmann
befördert.
Vom 01.08.1928 bis zum 30.09.1928 tut er Dienst beim 2. Preußischen
Pionier-Bataillon und kommt am 01.10.1928 zum Kommandanten nach Berlin.
Danach folgt ein Posten beim 19. Infanterie-Regiment, dann beim 9.
Infanterie-Regiment in Potsdam und dann bei der 13. Granatwerfer-Kompanie des
19. Infanterie-Regiments. Am 01.02.1931 übernimmt er hier den Posten des
Kompanieführers der 11. Kompanie. Am 01.10.1933 kommt er zum 20. Bayerischen
Infanterie-Regiment und trägt dort die Uniform eines Stabs-Offiziers.
Am 01.10.1934 kommt er in den Generalstab des Regensburger Kommandanten und
wird dort am 01.11.1934 zum Major befördert. Fast ein Jahr später, am
15.10.1935 wird er in den Generalstab der 10. Division versetzt.
Zwischenzeitlich wurde am 01.08.1937 zum Oberstleutnant befördert.
Vom 12.10.1937 bis zum 30.10.1939 ist er Ia (Operations-Offizier) im
Generalstab des VII. Armeekorps unter General der Infanterie Eugen Ritter von
Schobert. Das VII. Armeekorps, bestehend aus der 27. und 68.
Infanteriedivision, war Heeresgruppenreserve der Heeresgruppe Süd für den
Polenfeldzug und griff am 08.09.1939 in die Kämpfe ein. Es gehörte zur 14.
Armee unter Generaloberst List und stieß tief nach Polen bis zum San hinein.
Mit dem Ende des Feldzuges zog sich die 14. Armee bis zur Deutsch-Russischen
Demarkationslinie zurück und stand seit dem 28.09.1939 im Verband der 10.
Armee unter General der Artillerie Walter von Reichenau. Am 01.12.1939 erhält
Vogel die Beförderung zum Oberst.
Vom 01.11.1939 bis zum 14.04.1940 war Vogel Ia im Generalstab des Höheren
Befehlshabers des Grenz-Bezirks Nord,
Am 15.05.1940 wird er Chef des Generalstabes im Wehrkreis I unter General der
Artillerie Alfred von Vollard-Bockelberg und später General der Artillerie
Wilhelm Ulex am 20.06.1940.
Es folgt am 25.10.1940 der Posten des Chefs des Generalstabes des XX.
Armeekorps das unter dem Kommando des Generals der Infanterie Friedrich
Materna stand. Das XX. Armeekorps nahm als Teil der Heeresgruppe Mitte am
Feldzug gegen die Sowjetunion teil und stand in den folgenden 2 Jahren unter
verschiedenen Oberkommando. So im August 1941 unter dem Kommando der 2.
Panzergruppe, im September 1941 unter den Kommando der 4. Armee, im Februar
1942 unter der 4. Panzerarmee und im Mai 1942 unter der 3. Panzerarmee.
Am 01.09.1942 übernimmt er bis zum30.09.1942 die Führung der 101.
Jägerdivision und dann bis zum 12.07.1944 deren Kommando. In dieser zeit
kämpft die Division im Kaukasus, geht auf den Kuban-Brückenkopf zurück und
erleidet dort schwerste Verluste. Man setzte dann zur Halbinsel Kertsch über
und verlegte an den unteren Dnjepr wo der Rückzug durch die Ukraine begann.
Am 26.03.1944 wird durch eine russische Offensive die Panzerarmee des Generals
der Panzertruppe Hans Hube einkesselt. Darunter auch die Division Vogels, in
der Nähe von Kamenez Podolsk. Die Armee kämpfte jedoch weiter (Hube-Kessel)
und wird schließlich am 05.04.1944 durch die 4. Armee unter General der
Panzertruppe Erhard Raus, mit dem II. SS-Panzer-Korps unter Paul Hausser,
entsetzt. Am 09.04.1944 schließen sich beide Armee zusammen und Hubes Armee
wird mitsamt ihrer geretteten schweren Waffen in die deutsche Front
integriert.
Am 10.08.1944 erhält er die Führerschaft des XXXVI. Gebirgs-Armee-Korps in
Finnland. Als Finnland am 04.09.1944 einen Waffenstillstand mit der
Sowjetunion abschloss, mussten alle deutschen Truppen bis zur Mitte des Monats
das Land verlassen oder ihnen drohte die Internierung. Zu dieser zeit lag die
20. Gebirgsarmee unter Generaloberst Dr. jur. Lothar Rendulic in Nordfinnland
und bestand aus 3 Korps. General der Gebirgstruppe Ferdinand Jodl befehligte
das XIX. Gebirgs-Armee-Korps, welches am Liza-Fluss eingegraben war und
sicherte die Barent-See-Küste mitsamt den Nickelminen von Petsamo und den
Eisenminen von Kirkenes. Die beiden anderen Korps unter General der Infanterie
Friedrich Hochbaum (XVIII. Gebirgs-Armee-Korps) und Generalleutnant Emil Vogel
(XXXVI. Gebirgs-Armee-Korps, mit 163. und 169. Infanterie-Division) lagen im
Raum Uhtua/Kestanga und Salla.
Doch Hitler erlaubte Rendulic`s Armee den Rückzug nach Norwegen in 2 Phasen.
Operation "Birke" sah den Marsch der beiden letztgenannten Korps am
06.09.1944 vor und die Operation "Nordlicht" den Rückmarsch des 3.
Korps zu Beginn des Oktobers 1944.
Am 09.05.1945 geriet Vogel in britische Gefangenschaft, nachdem sein Korps den
Raum an der norwegisch-schwedischen grenze sicherte. Zum Zeitpunkt der
Kapitulation Deutschlands bestand das Korps lediglich aus der Ski-Brigade "Finnland"
und der Panzer-Brigade "Norwegen".
Vogel wurde 1947 aus der Gefangenschaft entlassen.
Emil Wilhelm Vogel starb am 01.10.1985 in Mühlheim.