Ritterkreuzträger Bernhard Walterbach
Leutnant der Reserve, Sturmpioniere

Bernhard Walterbach wurde  am 30. Oktober 1918 in Rheine in Westfalen geboren.
Nach einer Weberlehre wurde er am 1. August 1938 zum RAD nach Coesfeld eingezogen. Hier war er bis zur Einberufung zur Wehrmacht als Truppführer eines Musikzuges des RAD als Posaunist eingesetzt.
Am 26. August 1939 wurde er zur 1. Kompanie Baubataillon 78, die sich aus dem RAD  rekrutierte, als Pionier einberufen. Später  wurde diese Einheit zur 2. /Pi.Btl. 253, der 253. Infanteriedivision (Köln-Westhoven) umorganisiert.
Es folgte der Frankreich-Feldzug, Beförderung zum Gefreiten (1940), der Russland-Feldzug, Verwundungen: 15.08.1941 bei Welikije Luki, 09.09.1943 in Brjansk, 23.12.1943 in Poganzy, 05.08.1944 in Gorstka.
Verleihung des EK II am 01.12.1941, 1942 Beförderung zum Unteroffizier, am 12.12.1942 Verleihung des EK I und Erhalt der Ostmedaille/Winterschlacht im Osten, 16.12.1942 Verleihung des Sturmabzeichens.
Im Verlaufe der weiteren Kämpfe im Raum Orel, im September 1943, gelang es dem damaligen Unteroffizier, dessen Kompanieführer soeben gefallen war, mit seiner Restkompanie (Zugstärke) an entscheidender Stelle, einen russ. Einbruch in die deutsche HKL abzuriegeln, die Eingebrochenen zu vernichten bzw. gefangen zu nehmen und somit seiner eigenen  Einheit (Btl, Regt, Div), die Möglichkeit zum Gegenstoß zu geben.
Für diese Waffentat und für persönliche Tapferkeit erhielt er als Unteroffizier und Zugführer der 2. Kompanie des Pionier-Bataillons 253, der westfälischen 253. Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernern Kreuzes. Diese hohe Auszeichnung wurde ihm am 22. September 1943 von seinem Oberbefehlshaber HG Mitte, Generalfeldmarschall Model auf dem Btl.-Gefechtsstand in Orel persönlich ausgehändigt.
Es folgte dann der entsprechende Berlin – und anschließende Heimaturlaub mit großem Empfang in seiner Heimatstadt Rheine, dort auch Beförderung zum Feldwebel.
Nach dem Heimaturlaub wieder zur „Front“ HG Mitte.
Bei Poganzy schwere Verwundung „im großen  Weichselbogen“. Dadurch längerer Lazarettaufenthalt in Warschau, vom 23.12.1943 bis 18.02.1944. Dort lernt er seine spätere Ehefrau, die als Rotkreuzschwester dort eingezogen war, kennen.
Nach mehreren  Monaten Dienst im Ersatz-Btl. des 253. Pi.-Bataillons in Köln, als „spezieller Ausbilder für Stoßtrupps- und Nahkampfeinsätze“, folgt im Herbst 1944 in Wittenberge ein Fahnenjunker-Lehrgang für Reservesoldaten.
Ende 1944 bis März 1945 nimmt  Bernhard Walterbach an einem Reserve-Offiziers-Lehrgang an der Pi.-Offz.-Schule in Dessau-Rosslau teil. Nach Abschluss des Lehrganges wird er zum Leutnant d. R. befördert.
Danach I/c-Offizier bei der Führer-Reserve der HG Mitte. Verwendung im Raum Pilsen. Dort erbitterte Abwehrkämpfe (Straßenkämpfe) bis zur ausweglosen Festnahme zur Gefangenschaft  am 09.05.1945 in Königgrätz.

Gefangenschaften:

  • 09.05.1945 bis 15.05.1945 in Königgrätz (ehem. Kaserne)

  • 16.05.1945 bis 10.06.1945 in Glotz (ehem. Artillerie-Kaserne)

  • 11.06.1945 bis 18.02.1946 in Breslau (Borsig-Werke als Arbeiter tätig)

  • 19.02.1946 bis 08.06.1947 in Stalingrad (Roter Oktober/Steinbruch) „14-tägige Fahrt mit Güterzug dorthin!!“

  • 09.06.1947 bis 16.10.1947 in Novostroi b. Kalinin (als Brigadier f. den Bau von schwedischen Holzhäusern)

  • 17.10.1947 bis 28.12.1947 in Kalinin (NKWD-Lager)

  • 29.12.1947 bis 30.04.1948 in Kalinin (Lazarettaufenthalt /TBC/wog nur noch 45kg!!)

Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes (Körpergewicht 45kg bei 189 cm Körpergröße) wurde er von einer russischen Ärztin für nicht mehr "gefangenschaftsfähig" beurteilt und heimgeschickt. So kam Bernhard Walterbach u.a.  mit der Reichsbahn nach tagelanger, strapaziöser Fahrt am Abend des 01.05.1948 in Rheine an und "schlich" sich an der Ems entlang in sein lang ersehntes Elternhaus. Hier traf er auch auf seine Verlobte aus Freiburg bzw. Lörrach. Bis zum 31. März 1949 arbeitsunfähig wird  er am 01.April 1949 von seinem früheren Arbeitgeber, einem ehem. Hauptmann d.R.  als Webmeister in einer Rheinenser Textilfabrik  eingestellt.
Nach der Heirat, 1949, mit seiner im Lazarett in Warschau kennengelernten Ehefrau, der Errichtung eines Eigenheimes im Jahre 1952, den Geburten von 6 Kindern ist er wieder aktiv als Posaunist und auch Tubist in einem Werksorchester bzw. später in einem KAB-Orchester tätig. Auch die früheren Hobbys als Angler und Jägersmann kommen nicht zu kurz.
Am 01.Januar 1977 wird er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig Rentner. Seine Hobbys, insbesondere das musizieren, jetzt nur noch mit der Tuba, erfüllt er noch bis kurz vor Beginn seiner schweren Erkrankung mit relativ guter Begeisterung und Können.
Erst sehr spät erfuhr er von der Existenz der OdR und wird erst in den 90er Jahren Mitglied der Sektion Oldenburg/Bremen/Osnabrück.
Nach langer, schwerer Krankheit stirbt Bernhard Walterbach am 26. Juli1997 zuhause in seiner Wohnung in Rheine. Seine Beerdigung, an dem auch die Rheinenser Bevölkerung zahlreich teilnahm, wurde u.a. von seinem ehem. Orchester und einem vom Bundesministerium der Verteidigung vorgesehenen Ehrengeleit der Bundeswehr begleitet.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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