115. Schwerterträger Helmuth Otto Ludwig Weidling
General der Artillerie
Helmuth Weidling wurde am 02.11.1891 in Halberstadt/Sachsen-Anhalt geboren und trat im Frühling 1911 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein.
Am 12.08.1912 zum Leutnant befördert, wird er am gleichen Tag zum Luftschiff-Bataillon 1 versetzt.
Nach Wiedereinführung der Wehrhoheit wird er als Oberst Kommandeur des Artillerie-Regiments 56, der er bis zum 25.10.1939 bleibt um dann das Artillerie-Regiment 20 zu übernehmen.
Am 15.04.1940 wird er ArKo 128 und übernimmt am 01.02.1942 die Führung der 86. Infanteriedivision. Nach der Beförderung zum Generalmajor genau einen Monat später wird er der Kommandeur der Division. Hierbei erhält er am 15.01.1943 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Am 01.01.1943 zum Generalleutnant befördert übernimmt Weidling am 20.10.1943 das Kommando über das XXXXI. Panzerkorps und gibt diesem am 20.07.1944 wieder ab, nachdem er am 01.01.1944 zum General der Artillerie befördert wurde. Bereits am 22.02.1944 war ihm das 408. Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen worden. Am 28.11.1944 erhält für seine Tätigkeit als Kommandierender General des XXXXI. Panzerkorps die Schwerter zum Eichenlaub.
Am 10.04.1945 wird er Kommandierender General des LVI. Panzerkorps.
Nachdem es zu einem Missverständnis zwischen Weidling und Hitler kam, wurde er am 23.04.1945, wegen Befehlsverweigerung, zum Tode durch Erschießen verurteilt, was aber kurz vor der Durchführung verhindert werden konnte.
Am 24.04.1945 übernimmt er auf Befehl Hitlers den Posten des Kampfkommandanten von Berlin und geht so am 03.05.1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, nachdem er am 02.05.1945 um 03.00 Uhr die Kapitulation von Berlin bekannt geben liess. Da er zu vielen Einheiten keine Verbindung mehr hatte, erfolgte die Bekanntmachung mittels Lautsprecherwagen und Rundfunk, in einigen Fällen gar durch Weidling persönlich. Weidling begibt sich in den Gefechtsstand des Generalobersten Tschuikows in einer Erdgeschosswohnung in der Schulenburgstrasse 2 in Berlin-Tempelhof und unterzeichnet dort die Kapitulationsurkunde. Der Gefechtsstand Weidling befand sich im Bendlerblock.
Nach der Kapitulation besucht am 06.05.1945 Marschall Shukov Berlin und begeht das Regierungsviertel, unter anderem auch mit General Weidling, dabei kommt es zu dem berühmten Bild Weidling, wie er aus einer hydraulisch aufklappbaren Erdtür, in der Voßstrasse, hinaufsteigt. Eine nachgestellte Szene, die die letzten Tage der Kämpfe für einen Propagandafilm nachstellen sollte. Interessant dabei ist, das Weidling nie eine Kapitulation angeboten hatte, sondern vielmehr "die Einstellung jeglichen Widerstandes". Außerdem gab es vor der Kapitulation heftige Diskussionen mit Mohnke, der Weidling schließlich dazu überreden konnte, nicht vor dem 01.05.1945 24.00 Uhr zu kapitulieren, um so einen Ausbruchsversuch wagen zu können. Weidling hingegen war der Ansicht, das man sofort aufgeben solle.
Weidling kommt zunächst in ein Internierungslager und wird dann in ein Lager überstellt. Als einer der engsten Mitarbeiter Hitlers kommt eine frühe Entlassung nicht in Frage.
Helmuth Weidling verstarb am 17.11.1955 im Lager Wladimir bei Moskau in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE