Ritterkreuzträger Walther Wenck
General der Panzertruppe

Walther Wenck wurde am 18. September 1900 in Wittenberg als 3. Sohn des späteren Oberstleutnants Maximilian Wenck und dessen Gattin Helene, geb. Giebeler.
Walther wurde im Kadettenkorps erzogen, so wurde er Ostern 1911 Kadett im Kadettenhaus Naumburg a. Saale. Von dort kam er im Frühjahr 1918 zur Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde. Hier erlebte Wenck die Revolution von 1918 und die Abdankung des Kaisers.
Im Februar 1919 schließt er sich dem Freikorps Reinhardt an, mit dem nahm er unter anderen am Sturm auf das Berliner Zeitungsviertel teil, wurde verwundet und wurde zum Unteroffizier befördert. Danach trat er zum Freikorps von Owen über, aus dem später das Reichswehr-Infanterie-Regiment 5 entstehen sollte.
Wenck wurde am 01. Januar 1921 in die Reichswehr übernommen und wurde an die Infanterieschule nach München kommandiert. Er wurde am 01. November 1921 zum Fähnrich und ein Jahr später zum Oberfähnrich ernannt.
Am 01. Februar 1923 wurde er als Leutnant zum (Preuß.) Infanterie-Regiment 9 versetzt und dort als Zugführer in der 9. Kompanie in Berlin-Spandau verwendet. Dort verweilte er über 10 Jahre seines Lebens im III. Bataillon. In dieser zeit wurde er zum Oberleutnant befördert und zum Bataillonsadjutanten ernannt.
Am 03. Oktober 1928 heiratete er Irmgard Wehnelt, dieser Ehe entsprossen Zwillinge.
Wenck meldete sich zur neuen Kraftfahrtruppe und wurde am 01. Mai 1933 zur 3. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung nach Berlin-Lankwitz versetzt. Diese Versetzung kam zustande, da der damalige Chef des Stabes der Inspektion der Kraftfahrtruppen in Reichswehrministerium, Oberstleutnant Guderian, schon vorher auf Wenck aufmerksam wurde. Guderian bestand darauf, das Wenck die "Wehrkreisprüfung" wiederholte, da er die erste Prüfung aufgrund von Desinteresse an der Generalstabsarbeit nicht bestanden hatte. Nach dem Bestehen der Prüfung und wurde nach der Beförderung zum Hauptmann am 01.05.1934 ab Oktober 1935 an die Kriegsakademie versetzt. Nach 2 Jahren beendete Hauptmann Wenck am 01.10.1936 die Ausbildung erfolgreich. Anschließend fand er Verwendung im Generalstabsdienst beim Kommando der Panzertruppen in Berlin. Nebenbei versah er bis Dezember 1936 Adjutantendienste bei dem im Ruhestand lebenden Generalobersten von Seeckt bis zu dessen Tod.
Anfang 1938 wurde das Kommando der Panzertruppen in das Generalkommando XVI. Armeekorps umbenannt und Kommandierender General wurde Generalleutnant Guderian, Wenck blieb in seiner Generalstabsverwendung und war damit Untergebener von Guderian.
Am 10. November 1938 übernahm Wenck den nun fälligen Truppendienst und wurde Chef der 1. Kompanie des Panzer-Regiments 2 in Eisenach, wo er am 01.09.1939 zum Major befördert wurde.
Am 18. August 1939 wurde er in den Stab der 1. Panzerdivision kommandiert und war deren erste Ia im 2. Weltkrieg. Am 18. September erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und am 04. Oktober das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Im Westfeldzug bewies er erneut sein taktisches Gespür und seine besonderen Fähigkeiten, als er der 1. Panzerdivision eigenmächtig den Befehl gab die Stadt Belfort zu erobern Damit führte er unwissentlich den Gedanken des Korpsstabes, der am 18. Juni den Befehl zur Eroberung der Stadt Belfort gab. Diese war jedoch schon seit Mitternacht vollständig gesichert worden. Man konnte noch eintreffende französische Verstärkungen festsetzen und sogar das Frühstück für die hohen französischen Offiziere, die noch schliefen, verzehren.
Für dieses Unternehmen wurde Wenck außer der Reihe zum Oberstleutnant befördert.
Nach der Umrüstung der Panzerdivision, sowie der Verkleinerung der Kampfstärke zum Aufbau neuer Panzerdivision, nahm die Division unter dem Kommandeur Generalleutnant Kirchner und dessen Ia Oberstleutnant Walther Wenck am Russlandfeldzug teil. Im Rahmen der Panzergruppe 4 stieß man durch das Baltikum bis nach Leningrad vor und schwenkte in Richtung Moskau ab. Trotz zähesten Widerstand des Gegners und schwierigsten Geländeverhältnissen konnte man die gesteckten Ziele erreichen.
Der frühe Einbruch des Winters verhinderte jedoch den wichtigen Erfolg, die Eroberung Moskaus. Wenck wurde am 26. Januar 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Generalstabsoffizieren wurde Wenck zusammen mit anderen Truppengeneralstäbler als Lehrer zu den Generalstabsleergängen nach Berlin abkommandiert.
So wurde Wenck am 01.Juni 1942 zum Oberst i.G. befördert und übernahm nach beendeter Lehrtätigkeit am 03. September 1942 den Posten des Chefs des LVII. Panzerkorps. Dieses gehörte zur 17. Armee (Generaloberst Ruoff) und stand im Kaukasus.
An der südlichen Ostfront drohte 1942/43 die Lage zu eskalieren, die 3. rum. Armee besaß nur noch geringen Gefechtswert, so ließ Manstein Wenck als Stabschef dem rumänischen Armeeführer Generaloberst Dumitrescu zuteilen. Wenck war der geistgebende Faktor der Stabilisierung der front. Manstein war vollen Lobes über Wenck. Er war einer der wenigen die es vermochten den russischen Erfolg von Stalingrad entscheidend auszubauen. Dafür erhielt Wenck am 28. Dezember 1942 das Ritterkreuz überreicht, sowie die von Manstein befürwortete Beförderung zum Generalmajor am 01. März 1943.
Seit dem 01. Januar 1943 befand sich Wenck als Generalstabschef bei der Armee-Gruppe-Hollidt, die ab dem 23. Januar Armeeabteilung Hollidt genannt wurde und aus der am 06. März 1943 die neue 6. Armee aufgestellt wurde. Ab dem 11. März 1943 wird Wenck Chef des Generalstabes der 1. Panzerarmee des Generals der Kavallerie von Mackensen. Diesen Posten hatte er für ein Jahr inne und war ein unentbehrlicher Berater und Gehilfe für Mackensen und später für den Nachfolger General der Panzertruppe Hube.
Am 12. März 1944 verließ er die 1. Panzerarmee, um nach einem Kurzurlaub am 24. März 1944 die Stellung des Chefs des Generalstabes der Heeresgruppe A zu übernehmen, die am 30. März in Heeresgruppe Südukraine umbenannt wurde. Er wurde kurz darauf, am 01. April 1944 zum Generalleutnant ernannt.
Nach dem 20. Juli 1944 wurde Generaloberst Guderian an die Spitze des Generalstabes des Heeres gesetzt und dieser holte sich Wenck als Chef des Führungsstabes im Generalstab. Wenck übernahm diese Stellung bis Februar 1945 und erlitt am 18. Februar 1945 auf dem Weg zum Hauptquartier der Heeresgruppe Weichsel in Prenzlau einen schweren Autounfall, der ihn bis zum April 1945 zur Ruhe zwang.
Am 06. April 1945 wurde Wenck fernmündlich ins Führerhauptquartier befohlen, wo ihn Hitler am 07. April 1945 zum Oberbefehlshaber der neuen 12. Armee ernannte und ihn gleichzeitig mit Wirkung vom 01. Oktober 1944 zum General der Panzertruppe ernannte. Somit war Wenck der jüngste Armeeführer aller kriegführenden Parteien im 2. Weltkrieg geworden.
Man erwartete von der Armee Weck Wunder, die sie jedoch nicht erreichen konnte. Wenck sah von Anfang an den Auftrag darin, so viele Menschen wie möglich über die Elbe zu retten. Seine Armee setzte sich aus unzähligen kriegserfahrenen Offizieren und Unteroffizieren, aus Soldaten der Schulen des Heeres und den Ersatztruppen, bestand aber hauptsächlich aus unerfahrenen 17 - 18 jährigen Rekruten.
Wenck bekam den Auftrag Berlin zu befreien, was er jedoch nicht vermochte und somit dem Befehl entsagte. Er wollte versuchen sich mit der 9. Armee im Raum Berlin zu vereinigen, einen Brückenkopf auf der Ostseite der Elbe halten um Menschen zu retten. Die 9. Armee stieß bis in den Raum Potsdam vor und konnte so 40.000 Soldaten der ursprünglich 200.000 Mann retten.
Wenck veranlasste die ihm unterstellten Pionierkräfte Brücken und Stege über die Elbe zu bauen, damit die Menschen in amerikanische Obhut gelangen konnten. Nach dem Stoppen durch die Amerikaner erfolgte das übersetzen bei Nacht.
Am 03. Mai 1945 erfolgten die ersten Gespräche zwischen der 9. US-Armee unter General Simpson, dessen Wortführer war General Moore,  und dem von Wenck beauftragten General der Panzertruppe Reichsfreiherr von Edelsheim im Rathaus von Stendal. Man einigte sich darauf, das nur noch Soldaten aber keine Zivilisten übergesetzt werden durften. So gab Wenck den befehl bis zum 07. Mai 1945 alle Verwundeten und unbewaffnete Soldaten überzusetzen und dann die Kampftruppen  in Sicherheit zu bringen. Am 07.05.1945 um 9.10 Uhr begann der Waffenstillstand und um 17.00 Uhr gingen die letzten deutschen Truppen bei Ferchland über die Elbe. Im letzten boot befanden sich Wenck, Oberst i.G. Reichhelm, 2 Ordonnanzoffiziere und einige Soldaten. Sie kamen als Kriegsgefangene am anderen Ufer der Elbe an.
Weihnachten 1947 kehrte Wenck aus der Gefangenschaft zurück und übernahm im September 1948 eine kaufmännische Hilfstätigkeit bei der Firma Schulte in Bochum, die später von Dr. C. Otto übernommen wurde. Im Jahre 1955 übernahm er die Geschäftsführung.
Nach Aufbau der Bundeswehr, ersuchte man Wenck, an die Spitze dieser Armee zu treten. Er stellte folgende Forderungen:

  • nicht Inspekteur sondern Oberbefehlshaber

  • gleicher Rang wie der zivile Staatssekretär

  • Unterstellung der Personalabteilung für alle Soldaten, die ausschließlich seinen befehlen und Weisungen zu folgen haben

  • keine Prüfung durch einen "Personal-Gutachterausschuss", zumindest nicht für seine Person

  • die unverzügliche Wiedereinführung elementarer soldatischer Notwendigkeiten wie "Allgemeines Vorgesetztenverhältnis", "Allgemeine Grußpflicht" und

  • personelle Veränderungen

Diesen Forderungen wurde nicht entsprochen und so wurde Generalleutnant Heusinger erster Generalinspekteur der Bundeswehr.
1960 schied Wenck bei seiner Firma aus und wurde Generaldirektor der Firma Diehl in Nürnberg im Bereich Wehrtechnik und Rüstung. Wenck trat 1966 in den wohlverdienten Ruhestand.
Walther Wenck starb am 01. Mai 1982 infolge eines Verkehrsunfalls.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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