Ritterkreuzträger Erwin von Witzleben
Generalfeldmarschall

Erwin von Witzleben wird als Sohn einer Soldatenfamilie am 4.Dezember 1881 in Breslau (heute: Wroclaw/Polen) geboren.
Ab 1889 besucht er die Kadettenanstalt in Wahlstatt (Kr. Liegnitz) und in Lichterfelde bei Berlin. 1901 wird Witzleben  Leutnant in einem westpreußischen Grenadier-Regiment. Im 1.Weltkrieg nimmt er als Generalstabsoffizier teil.
Ein Jahr nach dem Krieg wird er als Hauptmann in die Reichswehr übernommen. Witzleben gehört verschiedenen Truppen- und Stabskommandos der Reichswehr und der Wehrmacht an.
In seiner militärischen Karriere wird er Kommandierender General des III. Armeekorps, Befehlshaber des Berliner Wehrkreises und schließlich Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 2.
In den Jahren ab 1935 engagiert sich Witzleben in nationalkonservativen Kreisen innerhalb der Wehrmacht, welche die Tradition der Armee bewahren wollen. Die regimekonforme Anpassungspolitik der Wehrmachtsführung um
Walter von Reichenau und Werner von Blomberg, die sich für eine schnelle Einbindung des Militärs in das NS-Regimeaussprechen, lehnt Witzleben entschieden ab.
Seine distanzierte Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus beeinträchtigt seine Karriere nicht, da er über genügend Rückhalt im Militär verfügt.
Er sucht Kontakt zum Widerstand in der Wehrmacht und lernt den Kreis um Carl Friedrich Goerdeler, den Chef der Wehrmachtsrüstung General Georg Thomas (1890-1946), den Stuttgarter Industriellen Robert Bosch und Mitglieder der Berliner Mittwochsgesellschaft um Johannes Popitz und Ulrich von Hassel kennen.
Im September 1938 gehört er zum engen Kreis um Generalstabschef Ludwig Beck, der während der Sudetenkrise zurücktritt, um gegen Adolf Hitlers Plan eines Kriegs gegen die Tschechoslowakei zu protestieren.
Witzleben beteiligt sich an der Septemberverschwörung von Becks Nachfolger Franz Halder, der die Absetzung Hitlers plant. Als Kommandierender General des III. Armeekorps und Befehlshaber von Berlin soll Witzleben entsprechende militärische Operationen durchführen und Hitler verhaften. Ein Attentat auf Hitler lehnt Witzleben aus religiösen Gründen ab. Die Aktion wird wegen des Münchner Abkommens am 30.September hinfällig.
Im August 1939 wird Witzleben Oberbefehlshaber der 1. Armee.
Zu Beginn des 2.Weltkrieges ist er am Überfall auf Polen beteiligt. Nach Augenzeugenaussagen ist Witzleben bemüht, eine Terrorisierung der Zivilbevölkerung zu unterbinden.
Am 24.06.1940 wird er als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 1. Armee mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Nach dem Frankreichfeldzug 1940 wird er von Hitler zum Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe D ernannt.
Sein enger Vertrauter in dieser Zeit, Graf Schwerin von Schwanenfeld (1902-1944), berichtet in seinen Tagebüchern, Witzleben habe 1940 mit der Idee gespielt, Hitler auf einer Parade in Paris zu verhaften und vor Gericht zu stellen.
Am 1.Mai 1941 wird Witzleben Oberbefehlshaber West. Am 15. März wird er aufgrund von Verdächtigungen, Witzleben habe Verbindung zu oppositionellen Kreisen in der Wehrmacht, durch Hitler persönlich in die Führerreserve versetzt.
Nach seiner Entlassung 1943 aus dem aktiven Dienst nimmt Witzleben verstärkt Kontakt zu Beck und dem Kreissauer Kreis auf. Er gehört nun zum Zentrum des Widerstands in der Wehrmacht. Trotz religiöser Bedenken befürwortet er inzwischen einen Anschlag auf Hitler.
Die Verschwörer des Attentats vom 20.Juli bitten Witzleben, nach erfolgreicher Durchführung des Putsches den Posten des Oberbefehlshabers der Wehrmacht zu übernehmen.
Am 20. Juli 1944, während der Operation "Walküre", übermittelt Witzleben gegen zehn Uhr vormittags aus Berlin die ersten Befehle an die Armeebefehlshaber an der Front. Vom Scheitern des Attentats auf Hitler erfährt er wenige Stunden später. Einen Tag darauf wird Witzleben verhaftet. Am 4. August 1944 wird er aus der Wehrmacht ausgestoßen.
Witzleben ist der ranghöchste Angeklagte vor dem Volksgerichtshof. Von Roland Freisler wird er am 8. August 1944 zum Tode verurteilt. Am selben Tag wird Erwin von Witzleben in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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Danke Jens F.