Ritterkreuzträger
Hans Bartels
Korvettenkapitän, Minensucher





Hans Bartels wurde am 05.07.1910 in Frankfurt/Main geboren
und trat in den Dreißiger Jahren der damaligen Reichsmarine bei, wo er am
01.01.1933 zum Fähnrich zur See und am 01.04.1935 zum Leutnant zur See befördert
wurde.
Nach der Beförderung zum Oberleutnant zur See, am 01.01.1937, erhält er am
05.03.1939 das Kommando über den Minensucher "M 1" und wird so am
01.10.1939 zum Kapitänleutnant befördert. Bereits im Polen-Feldzug nimmt er mit
seinem Boot, unter dem Motto "Zähne zeigen...Angreifen... zerschlagen"
teil.
Mit seinem Boot auch in Norwegen eingesetzt, nahm er auf dem Weg nach
Kristiansund die Besatzung eines abgestürzten Kampfflugzeugs auf, darunter den
Staffelkapitän des Löwengeschwaders, Major Schäper. In Kristiansund und
Umgebung brachte "M1" unter anderem einen Zerstörern 3 Torpedoboote und 4
bewaffnete Walfänger auf, die allesamt in den Dienst der dt. Kriegsmarine
gestellt wurden. Bartels schütz ein dt. Flugsicherungsschiff, das dringend
benötigtes Flugbenzin zum Hafen und Flughafen Sola bei Stavanger bringt. Dort
angekommen, erfährt er das der Hafen gänzlich ohne Schutz ist und unternimmt
sofort die Sicherung des Hafens, baut Geschütze eines auf Grund gelegten norweg.
Zerstörers aus und schleppt einen norweg. 6000-BRT-Dampfer vor die
Hafeneinfahrt. Der Admiral Westküste Otto von Schrader besucht das erste in
Bergen eingelaufene dt. Schiff und bezeichnet Bartels als den "Tiger der
Fjorde", woraufhin Bartels und die Besatzung aktiv werden, das Schiff
entsprechend anmalen und eine Flagge hisst, die "Tigerflagge".
Am 15.04.1940 überführt "M1" 240 Heeressoldaten nach Bergen und bringt
auf der Rückfahrt 13 Dampfer eines Konvois auf und überführt diese mit Zelluloid
und Stückgut beladenen Schiffe nach Stavanger, wo er noch an Löscharbeiten eines
Brandes teilnimmt.
Nachdem das Artillerieschulboot "BREMSE" auf einen Felsen auffuhr und
liegen blieb, konnte es in 21/2 Tagen durch Bartels abgeschleppt und in
Sicherheit gebracht werden.
Zusammen mit der 1.
Schnellbootsflottille, unter Kapitänleutnant
Heinz Birnbacher, drang
Bartels in den Hardangerfjord ein, erreichte Ulvik und sicherten dort den deutschen
Frachtdampfer "AFRIKA", der jedoch im Sinken begriffen war nachdem die
Norweger bei Ankunft des dt. Flottenverband, die Flutventile öffneten. Kurz nach
Anlandung eröffneten norwegische Soldaten an Land das Feuer, töteten einen dt.
Offizier und verwundeten 12 Seemänner. Als Vergeltung dafür ließ Bartels das
Feuer auf den Ort eröffnen und zerstörte dabei 54 Häuser. Ausgenommen wurde
lediglich die Kirche des Ortes. Am Tag danach übernahm das Boot erneut
Truppentransportaufgaben, und übernahm das zuvor von den Norwegern erbeutete dt.
Motorschiff "CLAIRE HUGO STINNES" und nahm weitere Dampfer als Prise
während des Rückmarsches nach bergen.
Bartels erhielt für seine Leistungen am 16.05.1940 das Ritterkreuz. Kurze Zeit später,
am 26.05.1940 gab er das Kommando seines Bootes ab und wird Führer des
Küstensicherungsverbandes beim Admiral Norwegische Westküste. Dabei standen
Bartels zunächst nur vier Fischkutter und zwei Vorpostenboote zur Verfügung.
Nach vier Monaten verfügte er dann jedoch über 45 Schiffe die bewaffnet und mit
Besatzungen aufgefüllt waren. damit war die Flottille ab Oktober 1940
einsatzfähig. Jedes Schiff der Flottille erhielt dann auch Bartels
Erkennungszeichen, die Tigerflagge.
Nachdem am 13.10.1940 drei Räumboote durch Minen verlustig gingen, rüstete
Bartels mehrere norweg. Fischerboote um, stattete sie mit dem nötigen milit.
Gerät aus und schuf so die kleinste Minensuchflottille der Kriegsmarine. Dabei
handelte es sich um 12 Boote, die alle den Namen "ZWERG" erhielten. "ZWERG
7" wurde dann nach Berlin geschafft und dort Grossadmiral Erich Raeder
vorgeführt.
Am 07.12.1942 wechselt er als I. Offizier auf "Z 24" und übernimmt am
12.08.1943 das Kommando über das Torpedoboot "T 14". Als solcher wird
Bartels am 01.10.1943 zum Korvettenkapitän befördert.
Im August 1944 wechselt er in den Kleinkampfverband der Kriegsmarine, wo er das
Lehrkommando 250 übernimmt und als Entwickler die "Biber"-Einheiten
der Kriegsmarine befehligt.
Nach Kriegsende in britischem Gewahrsam, wird Bartels einem Minenräumkommando
zugeteilt, wo er am 31.07.1945, nahe Rendsburg, bei einem Unfall ums Leben
kommt.