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Ritterkreuzträger Gerhard "Gerd" Bielig
Kapitänleutnant (Ing.), U-Boot-Waffe

Gerhard Bielig wurde am 28.04.1916 in Berlin geboren, besuchte dort das Bismarck-Gymnasium, erhielt sein Abitur mit Auszeichnung und begann seine seemännische Karriere am 08.04.1934 als Ingenieur-Offiziers-Anwärter in der Reichsmarine. Seine Infanterieausbildung absolvierte er bei der II. Abteilung der Schiffsstammdivision Ostsee in Stralsund und besuchte vom 14.06. bis zum 26.09.1934 einen Lehrgang an der Marineschule in Flensburg-Mürwik.
Am 27.09.1934 zur Bordausbildung auf den Leichten Kreuzer "EMDEN", unter Fregattenkapitän Karl Dönitz, versetzt, besucht er vom 27.06.35 bis zum 30.03.1936 den Hauptlehrgang für Fähnriche an der Marineschule Flensburg-Mürwik und unmittelbar danach einen Technischen Lehrgang an der Marineschule Kiel. Dem schloss sich vom 03.03. bis zum 30.06.1936 ein Infanterie-Lehrgang bei der II. Abteilung der Schiffsstammdivision Ostsee in Stralsund an.
Vom 30.09.1936 bis zum 01.04.1937 erhält Bielig eine Bordausbildung für Ingenieuroffiziersanwärter auf dem Leichten Kreuzer "KÖNIGSBERG" und dann bis zum 01.10.1937 eine Kommandierung zu einem Lehrgang für Ingenieuroffiziere nach Kiel. Mit Ende des Lehrgangs meldet er sich freiwillig zur U-Bootwaffe und besucht dazu vom 02.10.1937 bis zum 03.01.1938 als U-Schüler eine U-Schule.
Zum Leutnant zur See (Ing.) befördert, wird er am 04.01.1938 als Leitender Ingenieur auf "U-20", unter dem späteren Ritterkreuzträger Kapitänleutnant Karl-Heinz Moehle, versetzt und unternimmt mit diesem 8 Übungs- bzw. Feindfahrten.
Ab dem 28.03.1940 erhält er als Oberleutnant zur See (Ing.) bei der Deschimag eine Baubelehrung für das neu in Dienst gestellte "U-103", unter dem späteren Ritterkreuzträger Korvettenkapitän Viktor Schütze. Mit diesem Boot geht er dann ab dem 06.07.1940 auf weitere 5 Feindfahrten. Für erfolgreichen Feindfahrten wird auch Bielig, als 5. Offizier der gesamten Kriegsmarine, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Zum Kapitänleutnant (Ing.) befördert, erhält er ab dem 15.12.1941 eine Baubelehrung für "U-177", unter Korvettenkapitän Wilhelm Schulze. Das Boot war eines des neuen Typs IX D2, das als Besonderheit mit dem Segelflugzeug "Bachstelze" ausgerüstet werden konnte. Später wurde es unter dem Begriff "Monsun-Boote" für den Ostasieneinsatz ausgerüstet.. Bereits 14 Tage später wird der Kommandant durch den Ritterkreuzträger  Korvettenkapitän  Robert Gysae ausgetauscht, mit dem Bielig, als Leitender Ingenieur auf zwei Feindfahrten geht. Auf diesen beiden Feindfahrten, u.a. bei Kapstadt und bei Laurenzio Marques, kam es zu schweren Angriffen auf das Boot, das nur durch das Eingreifen Bieligs, sowie der gesamten Besatzung, gerettet werden und den Heimathafen erreichen konnte. Dafür erhielt Bielig am 10.02.1943 als Kapitänleutnant (Ing.), Leitender Ingenieur und dritter Ingenieur-Offizier der Kriegsmarine auf "U-177" nach 454 Fronteinsatztagen das Ritterkreuz. Bielig hatte dreimal den Verlust des Bootes verhindert. Er war damit einer der wenigen Technischen Offiziere der Kriegsmarine mit dem Ritterkreuz.
Am 01.10.1943 verließ er zusammen mit allen Offizieren des Bootes "U-177" und steht zunächst zur Verfügung der 12. U-Flottille, bis er am 15.12.1943 den Posten des Chefs der 2. Kompanie der 2. Unterseeboots-Lehr-Division in Gotenhafen übernahm.
Am 28.12.1944 zum Gefechtsausbildungsoffizier bei der Technischen Ausbildungsgruppe für Front-U-Boote (Agru) ernannt, verlegt er kurz vor Kriegsende mit einem neu entwickelten Elektro-Boot vom Typ XXI nach Norwegen in den Oslo Fjord.
Nicht Mitglied einer Besatzung versuchte er sich der Gefangenschaft mit allen Mitteln zu entziehen. Dafür  "kaufte" er mit zwei anderen Kameraden von dort stationierten Pionieren für 30 Flaschen Schnaps einen Landungsprahm, mit dem diese dann über Schweden und Dänemark nach Flensburg gelangten. Dort meldete er sich im Mai 1945 bei der Marine-Kraftfahr-Abteilung Eckernförde und wird mit der Führung der 5. Kompanie betraut. Kurze Zeit später dann in Gefangenschaft geraten, wird er aus dieser am 15.02.1947 entlassen.
Nach dem Krieg arbeitet er bei der Firma Brinker in Wuppertal und konnte so für seine Frau Marianne, die er am 16.11.1944 heiratete, sorgen. Dem schloss sich von 1953 bis zu seiner Pensionierung im April 1977 die Tätigkeit als hochgeschätzter Oberingenieur beim Germanischen Lloyd an.
Bielig war durch seine Tätigkeit an der Versenkung von 51 Schiffen, war insgesamt über 650 Tage auf See und rettete sein Schiff samt Besatzung aus aussichtslosen Situationen. Er war Vollblut-Ingenieur und brillierte durch hohes technisches Wissen und durch seine Einsatzbereitschaft. Zusammen mit seiner Frau widmete er sich im privater Zeit dem Tanzsport und erhielt so das Tanzsportabzeichen in Gold.
Gerhard Bielig, Vater zweier Söhne, verstarb am 29.09.2004 in Neuss. Seine Ausbildungs-Crew 1934 wird ihm, einer der besten aus deren Reihen, einen Ehrenplatz widmen.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Seekadett 26.09.1934   U-Boots-Kriegsabzeichen 17.10.1939
Fähnrich (Ing.) 01.07.1935   Eisernes Kreuz II. Klasse 23.11.1939
Oberfähnrich (Ing.) 01.01.1937   Eisernes Kreuz I. Klasse 21.10.1940
Leutnant zur See (Ing.) 01.04.1937   Deutsches Kreuz in Gold 09.12.1941
Oberleutnant zur See (Ing.) 01.04.1939   Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 10.02.1943
Kapitänleutnant (Ing.) 01.10.1941   U-Boot-Frontspange in Bronze 10.10.1944

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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