Kurt Böhmer wurde am 31.12.1892 in Magdeburg geboren und trat am 01.04.1914
der Kaiserlichen Marine bei, dort erhielt er bis zum 10.08.1914 seine
Grundausbildung mit anschließendem Dienst auf dem Schweren Kreuzer "HANSA"
und kam dann auf das Linienschiff "KÖNIG ALBERT".
Vom 24.01. bis zum 04.03.1916 an der Marineschule in Flensburg-Mürwik, übernimmt
er danach den Posten des Adjutanten des Linienschiffes "KÖNIG ALBERT",
bzw. am 20.11.1917 den Posten des Funkoffiziers auf dem Schiff.
Noch im Juli 1918 erhält er eine U-Boot-Ausbildung und kommt als Wachoffizier
auf "U 17", bzw. auf "U 22", das er mit Waffenstillstand im
November 1918 verlässt.
Ab Dezember zunächst beurlaubt, versieht er später seinen Dienst bei der 19.
Torpedoboot-Halbflottille und bei der 3. Flottille. Am 02.04.1924 wechselt
Böhmer als Adjutant und Assistent zum Sperrwaffen-Erprobungskommando, um dann am
01.10.1924 das Kommando auf dem Minensucher "M 136" zu übernehmen.
Vom 12.10.1926 bis zum 30.09.1927 Kompaniechef beim I. Bataillon der 1.
Schiffsstamm-Division, kommt er dann bis zum 04.05.1930 ebenfalls als
Kompaniechef zum I. Marine-Artillerie-Bataillon. Danach schließt sich ab dem
25.09.1930 die Verwendung als Wach- und Rollenoffizier auf dem Linienschiff "HESSEN"
an, sowie ab dem 15.03.1933 als Kompaniechef und Führer einer Sperrwaffeneinheit
beim Sperrwaffen-Bataillon.
Am 30.09.1933 wird er zum Chef der 1. Minensuch-Halbflottille ernannt und ab dem
27.09.1935 als Referent bei der Inspektion für das Torpedo- und Minenwesen
eingestellt.
Mit dem 21.07.1937 ist er 1. Offizier auf dem Panzerschiff "SCHEER" mit
dem er am Spanischen Bürgerkrieg teilnimmt. Unter dem Kommando von Otto Ciliax
nimmt das Panzerschiff an insgesamt sieben Ausübungen der Internationalen
Seekontrolle teil. Beim 4. Einsatz sollte das span. Schlachtschiff "JEROME I."
versenkt werden, das im Hafen von Almeria lag. Grund war der Angriff spanischer
Flugzeuge auf das deutsche Panzerschiff "DEUTSCHLAND" am 29.05.1937 vor
Ibiza liegend angriffen und schwere Schäden und Personalverluste verursachten.
Durch Nebel im Hafen von Almeria war die Sicht jedoch eingeschränkt und es war
nicht bekannt, das das span. Schlachtschiff am Tag zuvor ausgelaufen war. Bei
dem Angriff verfehlten viele Granaten ihr "Ziel" und schlugen stattdessen
in der Stadt ein.
Am 21.01.1940 übernimmt Böhmer die Führung des Sonderverbandes "Ostsee"
und wird ab dem 01.06.1940 zum Chef des Stabes beim Befehlshaber der Sicherung
der Nordsee ernannt. Dabei wird er am 06.10.1940 als Kapitän zur See mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet. Grund dafür war die hervorragende von ihm geleistete
Admiralstabsarbeit und die damit verbundene Einsatzplanung der
Sicherungsstreitkräfte der Nordsee. Neben seiner Stabsarbeit nahm Böhmer unter
anderem an verschiedenen Einsätzen seiner ihm unterstellten Verbände persönlich
teil. Der Großteil der erreichten Erfolge war somit Böhmer selbst zuzuschreiben.
Am 16.10.1940 übernimmt er die Führung der Minensuchboote "Nord" und am
12.03.1942 der Minensuchboote "Ost".
Am 17.06.1944 übernimmt er die Führung über die 9. Sicherungsdivision. Als
Führer der Division wird er am 01.10.1944 bei Ventspils in Lettland von
Partisanen erschossen. Das Grab Böhmers befindet sich noch heute an dem damals
eingerichteten Ort.