Friedreich Bonte wurde am 19.10.1896 in Potsdam geboren und trat am
01.04.1914 als Seekadett der Kaiserlichen Marine bei, wo er eine militärische
Grundausbildung erhielt und dann auf die SMS "VINCTA" wechselte. Seine
Bordausbildung begann am 01.09.1914 als Seekadett und später als Fähnrich zur
See auf SMS "DERFFLINGER".
Als Offiziers-Diensttuender kam er am 08.08.1915 auf die SMS "LÜTZOW",
bzw. im April 1916 auf die SMS "SEYDLITZ". Von Juni bis September 1918
kommandiert zu einem Navigations-Lehrgang an der Marineschule in Flensburg, kam
direkt danach wieder auf die SMS "SEYDLITZ" und ab dem 19.11.1918 auf die
SMS "MARKGRAF". Mit Der "SEYDLITZ" nahm er an der berühmten
Skagerrak-Schlacht teil.
Ab dem 22.06.1919 in britischer Gefangenschaft, trat er nach seiner Entlassung
am 01.02.1920 der II. Marine-Brigade bei. Von wo aus er am 31.05.1920 als
Wach-Offizier auf "S 18" der I. Flottille wechselte. Danach, ab dem
01.04.1923 Gruppen-Offizier an der Marineschule in Flensburg, übernimmt Bonte am
26.09.1924 das Kommando über die 2. Torpedoboots-Halbflottille und ist ab dem
30.03.1927 Ausbildungs-Offizier auf dem Kreuzer "BERLIN".
Ab dem 28.03.1929 steht er z.V. der Marineleitung und wird am 24.04.1939 zum
Fernlenk-Offizier im Funklenkverband ernannt. Nach einem Führergehilfen-Lehrgang
ab dem 01.10.1929, erhält er vom 09.04.1931 eine Kommandierung als 3. Asto zum
Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte und wird mit dem 30.09.1932 zum 2. Asto
ernannt. Von dort wechselt er am 16.03.1933 als Adjutant zur Marinestation
Ostsee und ab dem 04.10.1936 als Chef der Ausbildungs-Abteilung zur 3.
Zerstörer-Division, wo er eine Baubelehrung erhält und z.V. der Torpedoboote
steht.
Am 29.06.1937 zum Chef der 2. Zerstörer-Division ernannt, behält er diesen
Posten auch nach der Umbenennung in 2. Zerstörer-Flottille, am 01.11.1938. Mit
seiner Flottille nahm er an den Kampfhandlungen ab dem 01.09.1939 teil, dabei
überwiegend in der Nordsee. So legt die Flottille, zusammen mit weiteren
Schiffseinheiten, die "Westwall" Minensperren.
Am 24.10.1939 wird er bis zum 29.11.1939 mit der Führung der Torpedoboote
beauftragt und übernimmt ab dem 26.10.1939 den Posten des Führers der Zerstörer.
Als solcher befehligt er ein offensives Minenlegeunternehmen vor der
Themsemündung, der nachweislich der Zerstörer "BLANCHE" und 13
Handelsschiffe zum Opfer fallen. Einem weiteren Minenunternehmen gegen Newcastle
unter Führung Bontes fallen weitere 11 Handelsschiffe zum Opfer. Bei einem
weiteren Unternehmen fährt durch die vom 10. bis zum 11.01.1940 ein Fischdampfer
zum Ofer.
Beim Anmarsch für das Unternehmen "Wikinger" am 22./23.02.1940, auf
gemeldete britische Fischdampfer im Gebiet der Doggerbank, wird der Verband
irrtümlich von Kampfflugzeugen der II./KG 26 angegriffen und erleidet eini8ge
Verluste. Zwei Zerstörer des Verbandes geraten bei Ausweichmanövern in eine
unbekannte brit. Minensperre, wobei "MAX SCHULTZ" und "LEBERECHT MAAß"
sinken.
Am 07.04.1940 läuft Bonte mit seinen Zerstörern im Rahmen der Kriegsschiffgruppe
1 (Narvik), die er anführte, im Zuge des Unternehmens "Weserübung"
nach Norwegen aus. Damit hatte Bonte die schwierigste Aufgabe überhaupt
übernommen. Sein Auftrag war es die Gebirgsjäger Dietls an Bord der 10 Zerstörer
nach Narvik zu bringen. Dabei durchführen sie auf diesen 1.200 Seemeilen langem
Weg durchweg nur britische See. Dies war eine bis dahin einmalige Aufgabe in der
Kriegsgeschichte und ohne Beispiel, widersprach diese Aktion doch jeder Regel.
Die Aktion gelingt jedoch und Narvik konnte zunächst besetzt werden.
Am 10.04.1940 drang am frühen Morgen bei unsichtigem Wetter die 2. britische
Zerstörer-Flottille unter Capt. Bernard Warburton-Lee mit 5 Zerstörern in den
Ofotfjord ein und versenkte dabei in überraschendem Zugriff zahlreiche
Handelsschiffe, sowie die Zerstörer "WILHELM HEIDKAMP", durch Torpedo,
und "ANTON SCHMITT". Die Zerstörer "DIETHER VON ROEDER" und "HANS
LÜDEMANN" werden dabei beschädigt. Im Verlauf des Gefechtes werden die
britischen Zerstörer "HARDY" und "HUNTER" versenkt und "HOTSPUR"
und "HAVOCK" beschädigt. Auf dem Rückweg fällt den Briten noch das dt.
Versorgungsschiff "RAUENFELS" zum Opfer. Bonte der sich auf dem Zerstörer
"WILHELM HEIDKAMP" befand, geht dabei mit der Besatzung des Schiffes
unter. Für seine Erfolge im Unternehmen "Weserübung" wird er posthum am
17.10.1940 als Führer der Zerstörer und Führer der Gruppe Narvik als Kapitän zur
See und Kommodore mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Bonte war am 14.04.1940 und
am 17.04.1940 im Wehrmachtsbericht genannt worden:
Deutsche Zerstörer unter Führung des Kommodore Bonte, die die Landung in
Narvik und die erste Einrichtung der Truppen gesichert hatten, bestanden in den
letzten Tagen, unterstützt von deutschen Unterseebooten und Flugzeugen, schwere
Kämpfe gegen die wiederholten Einbruchsversuche der englischen Streitkräfte.
Bei der Verteidigung von Narvik fiel der Führer der Zerstörer, Kapitän zur
See und Kommodore Bonte, in heldenmütigem Kampf gegen britische Übermacht. Rund
zwei drittel der Besatzungen der beschädigten und nicht mehr gefechtsbereiten
Zerstörer, die ihre Munition restlos verschossen haben, wurden in die
Verteidigung Narviks zur Verstärkung der im dortigen Raum eingesetzten
Heerestruppenteile eingegliedert.
Nach seinem Tode fand Bonte auch weitere Ehrung, so wurde in Wilhelmshaven
eine Brücke, in Oppeln eine Schule, das Marine-Erholungsheim in
Hebelhof/Schwarzwald und eine Strasse in Magdeburg nach ihm benannt.