Ritterkreuzträger Heinrich Garbers
Leutnant zur See der Reserve, Abwehr

Deutsches Kreuz in Gold am 09.09.1943Eisernes Kreuz I. Klasse am 20.01.1943Eisernes Kreuz II. Klasse am 22.08.1941Blockadebrecher-Abzeichen am 12.02.42 als Matrose

Heinrich Garbers gehört zu jener Gruppe von Seesoldaten, die kaum beachtet werden. Der erste Kommandant eines Hochseeseglers war Christan Nissen. Er unterstand dem Amt Ausland/Abwehr unter Admiral Canaris. Die Reise führte nach Irland um Agenten abzusetzen.
Der zweite Einsatz 1941 führt ihn nach Südamerika. Ein Mitglied der Crew war der spätere Ritterkreuzträger Heinrich Garbers.
Garbers war nie aktiver Soldat und durchlief nie eine militärische Grundausbildung. Er kam über die Sonderführer-Laufbahn zur Kriegsmarine und wurde dann in die Kriegsmarine übernommen.
Garbers hat bereits 1938 als Einhandsegler den Atlantik überquert.
Er meldete sich bei Kapitänleutnant Grünwald um mit diesem ein entsprechendes Boot auszusuchen. Er entschied sich zunächst für die "VOGEL", eine Hamburger Yacht, die aber dem Bruder Grünwalds gehörte und somit nicht in Betracht kam.
Er kaufte das in Brest auf Reede liegende Hochseesegelschiff "PASSIM". Es war 16m lang, 4,50m breit und hatte einen Tiefgang von 2,40m, hatte 140m² Segelfläche und ein Gewicht von 30 Tonnen. Das Schiff hatte eine Besatzungsstärke von 8 Mann, darunter waren der Kommandant Leutnant zur See der Reserve Garbers, Bernhard Langhorst, Johannes Gaden und weitere 5 Mann. Er überführte das Boot nach Arcachon am dortigen Südufer.
Er verließ unbemerkt die Küste, zusammen mit 3 Agenten, die vor der Namibwüste des ehemaligen Deutsch-Südwestafrika und in der Bucht von Mossamedes abgesetzt werden sollten,  und begab sich abweichend von seinem Befehl auf der Konvoiroute den Atlantik zu überqueren, auf Südkurs vom Kap Finisterre bis auf die Höhe Lissabon. Von dort mit Kurs Madeira.
Sein Funker empfing alle 2 Wochen einen FT-Spruch von der Abwehr-Hauptfunkstelle. Er selbst tastete alle 2 Tage einen kurzen Bericht.
Mit Erreichung Trinidade, einer Insel ostwärts von Cabo Frio, ging man auf Ostkurs und überquerte am 12. September den Äquator. Die beiden Agenten machten sich am 05.10.1943 bereit zum Aussteigen. Beim Aussteigen kenterte das Schlauchboot, wodurch die Agenten beide Funkgeräte verloren.
Der 3. Agent wurde dann 1300 km weiter nördlich erfolgreich abgesetzt.
Beim Rückmarsch durchquerte die Crew einen vier Tage andauernden Sturm und erreichte am 24. Dezember 1943 den Raum seines Heimathafens und kämpfte dann 7 Tage gegen einen Nordsturm, bis das Boot endlich St. Jean-de-Luz erreichte und aus dem Hafen von Bayonne Schlepperhilfe anforderte.
Garbers und seine Männer hatten in 140 Tagen 13.000 Seemeilen zurückgelegt. Garbers flog zurück nach Berlin und erhielt dort den nächsten Auftrag, 2 Agenten an der brasilianischen Küste bei Cabo Frio abzusetzen. Von der Besatzung musterten bis auf 3 Männer alle ab.
Nach einem einmonatigen Urlaub und einer Generalüberholung der "PASSIM" ging man mit den beiden Agenten, einem Brasilianer und einem deutschen, auf Fahrt. Nach 46 Tagen erreichte man Cabo Frio und setzte die Agenten ab. Nach 11.000 Seemeilen und 5 Monaten auf See erreichte man wieder die Heimat.
Nach einem erneuten urlaub wurde Garbers erneut nach Berlin zum Abteilungsleiter Agenten/Übersee gerufen. Man brauchte ihn um die Azoren zu erkunden indem man dort einen Agenten absetzen sollte. Garbers lehnte diesen Auftrag aufgrund der Gefährlichkeit für den Agenten ab und wurde zunächst entlassen. Der Abteilungsleiter gab 48 Stunden nach und eröffnete Garbers einen neuen Auftrag nach Argentinien. Diesmal war es keine Absetzung von Agenten, sondern eine Sonderfahrt für die Kanzlei des Führers. Letztlich kamen dann doch 2 Agenten hinzu, die bei Punta Mogades abgesetzt werden mussten. Weiterhin sollten einige Tonnen wichtiger Medikamente nach Argentinien geschafft werden.
Einen Tag vor dem Auslaufen erhielt Garbers von einem Abwehrmann eine verschweißte Stahlkassette, von der er lediglich wusste das sie keinen Sprengstoff und keine Papiere enthielt.
Als Besatzung wurden alle bis auf den Steuermann Gaden ausgetauscht.
Im Juni 1944 ging man auf Fahrt.
Am 11. Juli erreichte man Punta Mogades, wo man die Agenten absetzte, die Ladung löschte und die Stahlkassette in dem Kofferraum einer Buick-Limousine verstaute. Dort nahm man 3 Agenten auf, um sie nach Deutschland zurückzubringen.
Da mittlerweile durch die Invasion einige der französischen Atlantikhäfen (November 1944) verloren gegangen waren, einigte man sich auf ein Einlaufen in Vigo. Lediglich die 3 Agenten wurden 100 km vor dem Hafen in Schlauchbooten ausgesetzt.
Am nächsten Tag lief man unter argentinischer Flagge ein. Leutnant Garbers meldete sich beim Hafenkommandanten. Ganze 6 Wochen benötigte der deutsche Konsul um die Besatzung frei zu bekommen.
Mit dem Zug in Madrid angekommen erfuhr er von der Verleihung des Ritterkreuzes als Kommandant, und 271. Soldaten der Kriegsmarine,  der "PASSIM" am 01.11.1944. Am nächsten Tag brachte ihn eine Fucke-Wulf "Condor" nach Berlin, von dort nach Fürstenwalde, dem Ausweichquartier der Abwehr. Hier hatte mittlerweile der SS-Obergruppenführer und General der Polizei Ernst Kaltenbrunner das Zepter übernommen, der Garbers zum SS-Obersturmführer beförderte.
Im Januar 1945 erhielt er den Auftrag des alten Lotsenkutter "PRINZ ADALBERT" für eine Fernfahrt nach Brasilien zur Mündung des Orinoko auszurüsten, um dort eine Gruppe von Agenten abzusetzen. Am 30.Januar begann Garbers mit der Arbeit, die am nächsten Tag auf Befehl eingestellt wurden, da Garbers das Kommando über ein Küstenmotorschiff erhielt, mit dem er von Hoek van Holland aus Dünkirchen mit Versorgungsgütern aller Art ansteuern sollte. Dieses Himmelfahrtsunternehmen wurde von Albrecht Brandi, dem Chef der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine noch rechtzeitig unterbunden.
So führte Garbers sein Küstenmotorschiff nach Amsterdam zurück und wurde dort am 10.Mai 1945 von britischen Truppen gefangen genommen. Diese schlugen ihn auf brutalste Art und Weise zusammen, fesselten ihn und verschleppten ihn für 14 Tage bei Kartoffelschalen und Wasser in eine Zelle. Erst ein Agent des CIA konnte ihn aus dieser Lage befreien. Jedoch konnte man ihm auf alliierter Seite nicht glauben, das er seine Feindfahrten mit einem Hochseesegler unternahm, sondern man nahm an er, wäre Kommandant eines U-Bootes gewesen. Daraufhin steckte man ihn in ein Irrenhaus, dann in ein Kriegsgefangenenlager und brachte ihn von Wales nach Schottland. So weilte er 3 Jahre in Gefangenschaft, bis er wieder nach Hamburg zurückkehren konnte.
Heinrich Garbers war bei 3 Sonderunternehmen, 545 Tage auf See und legte 35.415 Seemeilen zurück, er war damit der Kommandant mit der höchsten Fahrzeit während des Krieges.
Nach dem Krieg blieb er der Hochseesegelei eng verbunden und baute sich eine kleine Werft auf die er bis zu seinem Tode im Hamburg betrieb.
Heinrich Garbers starb am 18.12.1963 in Hamburg.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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