Ritterkreuzträger Walther Gerhold
Marine-Schreiber-Obergefreiter, Kleinkampfverbände

Walther Gerhold wurde am 8. Juni 1921 in Benolpe geboren, er meldete sich 1940 als 19jähriger, nach Abschluss seiner kaufm. Lehre, freiwillig zur Kriegsmarine. Dort wurde er nach der Grundausbildung auf verschiedenen Torpedobooten im Kanal eingesetzt.
Bei verschiedenen Gefechten mit englischen Vorposten- und Kanonenbooten  erlebte er seine Feuertaufe. Im Juni 1941 erhielt er als Gefreiter das Eiserne Kreuz 2.Klasse.
Als 1943 die ersten Kleinkampfverbände gegründet wurden, meldete sich Gerhold freiwillig. Nach gründlicher und harter Ausbildung folgte am 20. April 1944 sein erster Einsatz im Hafen von Nettuno, wo er mit seinem Einmanntorpedo ein feindlichen Tanker versenken konnte. Die Rückkehr von diesem Einsatz gelang nur drei der 12 gestarteten Männer, da sich ein Teil von Ihnen auf dem Rückweg in einer Minensperre verfing, entdeckt wurden und durch gegnerische Schnellboote getötet bzw. gefangen genommen wurden.
Gefreiter Walther Gerhold hatte das Soldatenglück auf seiner Seite, er konnte entkommen und zu seinen Stützpunkt zurückkehren. Am 05.05.1944 erhielt er das EK 1 .
Am 5./6. Juli 1944 folgte sein zweiter und erfolgreichster Einsatz, dieses Mal gegen die Invasionsflotte vor der Küste der Normandie. Er fuhr diesmal mit einen Einmann-U-Boot "Neger " von Villers-sur-Mere, an der Französischen Atlantikküste, mit 25 weiteren "Neger"-Einmann-Torpedos, gegen den Feind. Es gelang ihm, sich an den patrouillierenden Zerstörern  vorbei bis in die Mitte der vor Anker liegenden Flotte zu schleichen. Kleinere Boote, Versorger und Tanker ließ er diesmal links liegen, er suchte nach einem großen Ziel, und fand es schließlich. Nachdem er um kurz nach Mitternacht hinter sechs geankerten Zerstören seine Deckung verließ, sah er in nur 800 Metern Entfernung einen Kreuzer liegen. Gerhold schlich sich bis auf 500m heran und schoss dann seinen Torpedo ab. Knapp 1 Minute später erschütterte eine gewaltige Explosion des Heck des Kreuzers.
Nun war die Hölle los, Suchscheinwerfer, Wasserbomben und auf alles Verdächtige schießende Schnellfeuerkanonen schienen ein entkommen unmöglich zu machen. Und dennoch gelang es Walther Gerhold zu entkommen. Er landete sein "Neger" am Morgen des 06. Juli glücklich am Strand von Honfleur.
Für diesen Einsatz wurde er zum Marine-Schreiber-Obergefreiten befördert und erhielt als erster Mannschaftsgrad der Kriegsmarine am 6. Juli 1944, als Einmann-Torpedofahrer der Kleinkampf-Flottille 361, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.
Nach dem Krieg ging er in den Polizeidienst und wurde Polizeiobermeister in Bork bei Lüdinghausen.

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Danke Jens F.