659. Eichenlaubträger Hans Hoßfeld
Korvettenkapitän, Marineartillerie

Hans Friedrich August Hoßfeld wurde am 23. März 1912 in Nierstein im Kreis Oppenheim geboren.
Am 1. Oktober 1934 trat er in die 12. Kompanie des IR 26 in Flensburg ein und wurde am 12. Oktober 1935 mit Beendigung seiner Rekrutenausbildung zum Gefreiten (ROA) befördert.
Es folgte eine erste Wehrübung vom 15. Juli bis 26. August 1936 mit der Beförderung zum Unteroffizier d. R. am 19. August 1936, eine zweite vom 17. April bis 15. Mai 1937 mit der Beförderung zum Feldwebel d. R. am 15. Mai 1937 und eine dritte vom 13. August bis 19. September 1939. Zum Leutnant der Reserve wurde er am 1. Februar 1939 befördert.
Am 19. Juni 1940 kam er in Belgien zum aktiven Wehrdienst in das Infanterie-Ersatz-Btl. 26, welches den Ersatz für die Lübecker 30. ID stellte. Ab dem 19. Juli tat er beim Marsch-Btl. z. b. V. 30 Dienst und mit dem 6. August 1940 wechselte er zur 12./IR 209 der 58. ID. Das Regiment lag zu dieser Zeit im Raum Hasselt/Belgien als Besatzungstruppe. Ab dem 21. September 1940 war er im Stabe des Infanterie-Ersatz-Btl. 209 und wurde dann am 24. des Monats aus der Wehrmacht entlassen.
Am 25. März 1941 trat er in die Kriegsmarine ein und tat anschließend Dienst bei der Hafenüberwachungsstelle Rendsburg, wo am 1. Dezember 1941 seine Beförderung zum Oberleutnant (M.A.) erfolgt. Eine weitere Verwendung sah in ab dem 15. September 1942 zuständig für Fragen der infanteristischen Verteidigung bei Stab des Seekommandanten Kaukasus, nachdem ihm am 1. September 1942 das EK II verliehen worden war.
Ab dem 23. Januar 1943 war er Ordonnanzoffizier und Chef der Stabskompanie beim gleichen Stabe. Am 1. März 1943 wurde er zum Kapitänleutnant (M.A.) befördert. Ab April war er Hafenkommandant 18 und in der Zeit vom 10. bis 16. September 1943 folgte ein infanteristischer Einsatz in Noworossisk.
Hierbei landen ab dem 10. September russische Marinetruppen im Hafen der Stadt. Hoßfeld zieht zwei Marinekompanien im inneren Hafengelände zusammen, um sich den russischen Kräften entgegenzustellen. Sie werden mit Torpedos, welche an den Molen und Kaiwänden detonieren, und schweren Bordwaffen durch die Sowjets unter Feuer genommen. Der ersten Landungswelle, dem 393. Marineschützenbataillon „Kunikow“ unter Kapitänleutnant Botylen, folgt eine zweite, stärkere Welle. An drei Stellen des Hafens können die sowjetischen Truppen Fuß fassen und die Verbindung der schwachen deutschen Hauptkräfte zu den einzelnen Stützpunkten der Hafensicherung unterbrechen. Gegen diese Übermacht können sich die Marineangehörigen Hoßfelds nicht durchsetzen und so droht die Hafenverteidigung völlig zusammenzubrechen. Im weiteren Verlauf des Tages werden kampferprobte deutsche Infanteristen und Gebirgsjäger sowie rumänische Truppen nachgezogen, welche die Landung eindämmen und innerhalb weniger Tage die sowjetischen Truppen schlagen.
Am 28. Mai 1943 wurde ihm der Stern von Rumänien V. Klasse mit Schwertern verliehen.
Am 16. Februar 1944 wird er Kommandeur des Marine-Btl. Hoßfeld, welches im gleichen Monat aus der Stabskompanie Kaukasus aufgestellten wurde. Dieses führt er im Endkampf um Sewastopol auf der Krim und ist dabei der 50. ID unterstellt.
So zeichnet er sich am 5. Mai bei der Verteidigung des Ölbergs vor Sewastopol in der Organisation von Abwehr und Gegenangriff aus. In der Abendmeldung des AOK 17 heißt es:

…Teile der 50. ID, der rumänischen 2. Gebirgs-Division und der durch das Marine-Bataillon 320 [KptLt. Hoßfeld] verstärkten Kampfgruppe 336.ID standen mit vorbildlicher Tapferkeit im schwersten Abwehrkampf…
 

Am 18. Mai 1944 erhält er für die Kämpfe um Sewastopol das Deutsche Kreuz in Gold, nachdem er nach einer Verwundung noch rechtzeitig die Krim verlassen konnte. Hierauf erhält er das Verwundetenabzeichen in Schwarz, nachdem er bereits mit dem Infanteriesturmabzeichen dekoriert worden war.
Ab dem 30. Juli 1944 wird er Kommandeur der Marine-Artillerie-Abt. 531, nachdem er vorher kurze Zeit dem Marineoberkommando Ost zur Verwendung gestanden hatte. Mit der infanteristisch eingesetzten Einheit stand er auf den Inseln Hogland und Tütters in der östlichen Ostsee im Einsatz. Im September 1944 war er führend an einem Landungsunternehmen zwischen Reval und Narwa beteiligt, welches durch seine umsichtige Führung gelang. Hierfür erhielt er, als Kapitänleutnant (M.A.) am 6. Oktober 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Am 1. November erhält er seine Ernennung zum Korvettenkapitän (M.A.) und ist im Anschluss auf der Halbinsel Sworbe auf der Insel Ösel, zusammen mit der 23. Infanteriedivision im Einsatz. Mit seiner Hilfe konnte die Insel fünf Wochen lang von stark unterlegenen deutschen Kräften gehalten werden. Während der Kämpfe um die Insel errang sich die Marinebrigade "Hoßfeld" einen ausgezeichneten Ruf. So wurde der "Leo-Riegel", die dritte Verteidigungsstellung, am 24.10.1944 von zwei sowjetischen Schützendivisionen angegriffen, dabei erzielte der Gegner am 26.10. einen Einbruch ausgerechnet bei der Marinebrigade "Hoßfeld". Das I. Bataillon des Grenadier-Regiments 9, unter Hauptmann Ulrichs, sollte zur Hilfe kommen und den Einbruch abriegeln. Nachdem sich das Bataillon durch die Einbruchsraum kämpfte um die Marinebrigade zu erreichen, hatte es Verluste von über 50%. Die Marinebrigade hatte dabei aber bereits den Einbruch selbstständig abgeriegelt.
Korvettenkapitän Hoßfeld ist hier, bei den Kämpfen um die baltischen Inseln am 19. November 1944 durch eine Panzergranate gefallen und wurde posthum zum Eichenlaub eingereicht. Dieses erhielt er am 25. November 1944 verliehen, nachdem am 24. November die Insel Ösel endgültig geräumt werden musste.
1944 erhielt er ebenfalls das Allgemeine Sturmabzeichen und die Nahkampfspange in Bronze.
Eine Umbettung seiner sterblichen Überreste auf den Sammelfriedhof Kuressaare in Estland war nicht möglich, sein Name findet sich aber im Gedenkbuch des Friedhofs wieder.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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