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614. Eichenlaubträger Theodor Krancke
Admiral

Theodor Krancke wurde am 30. März 1893 in Magdeburg geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung wurde er am 01. April 1912 Seekadett der Kaiserlichen Marine, wo er seine seemännische Ausbildung bis zum 31. März 1913, seit dem 13. März 1913 als Fähnrich zur See,  auf den Schweren Geschützten Kreuzer "VICTORIA LUISE" erhielt.
Vom 01.04.1913 bis zum 01.08.1914 wird er zur Marineschule nach Flensburg-Mürwick kommandiert, wo er auch an verschiedenen Trainingskursen teilnimmt.
Vom 01.09.1914 bis zum 17.04.1919 war er Wachoffizier bei der IX. Torpedoboot-Flottille. Diese Flottille gehörte zu Vizeadmiral Franz Ritter von Hippers Schlachtkreuzer-Gruppe. Mit dieser Flottille nahm Krancke an der Seeschlacht von Jütland, gegen die Britische Flotte, vom 31. Mai bis zum 1. Juni 1916, teil. In diesen Dienstjahren erhielt er am 22.März 1915 die Beförderung zum Leutnant zur See und am 25.12.1917 die zum Oberleutnant zur See.
Vom 231.04.1919 bis zum 20.05.1919 stand er zur Verfügung des Chefs der Torpedoboot-Flotte. Es folgte bis zum 16.03.1920 der Posten eines Adjutanten der Nordsee-Marinestation. Am 01.06.1920 wird er 3. Adjutant im Stab des Nordsee-Marinestation und erhält am 01.03.1920 das Kommando über den Minensucher "M52".
Am 03.Januar 1922 wird er Flagg-Leutnant und Chef der II. Torpedo-Boots-Flottille, bis er am 01.04.1922 das Kommando über das Torpedoboot "V2" erhält und am 01.09.1922 seine Beförderung zum Kapitänleutnant erhält.
Vom 19. März 1924 bis zum 31. März 1925 lehrt er an der Torpedo-Schule und wird am 01.04.1925 als Lehrer zur Torpedo- und Signalschule versetzt.
Am 28.09.1927 wird er als Torpedo-Offizier auf das Schlachtschiff "SCHLESWIG-HOLSTEIN" versetzt, wo er bis zum 09.10.1927 diente.
Es folgt bis zum 29.09.1930 ein Führer-Lehrgang, nach dessen Beendigung er am 30.09.1930 Chef der 4. Torpedoboot-Halbflotte, unter gleichzeitiger Beförderung zum Korvettenkapitän, wird.
Am 29.09.1932 wird er bis zum 26.09.1935 3. Admiralstabsoffizier im Stab des Flottenkommandos und wird dann am 01.10.1935 ins Reichskriegsministerium versetzt, wo er am 01.11.1935 die Beförderung zum Fregattenkapitän erhält und am 01.04.1937 die zum Kapitän zur See.
Am 04.10.1937 wurde Krancke Kommandeur der Marineakademie und stand ab dem 07.08.1938 zur Verfügung des Flottenchefs.
Am 22.08.1939 wird er Stabschef des Kommandeurs des Verteidigungsbereichs Nordsee.
Am 31.10.1939 übernimmt er bis zum 04.02.1940 das Kommando über den Schweren Kreuzer "ADMIRAL SCHEER". Bereits am 05.02.1940 wird er Mitglied des Planungsstabes für das Unternehmen "Weserübung", der Invasion Dänemarks und Norwegens, an deren Planung Krancke mitwirkte.
Nach dem erfolgreichen Verlauf der Operationen wird er am 12. April 1940 Chef des Stabes des Kommandierenden Admirals Norwegen, dem Admiral Hermann Boehm.
Am 17. Juni 1940 übernimmt er bis zum 03. Juni 1941 erneut das Kommando über den Schweren Kreuzer "ADMIRAL SCHEER". Bereits am 01.04.1941 erhielt er die Beförderung zum Konteradmiral. Am 23. Oktober 1940 startete der Kreuzer zum Ausbruch in den Atlantik, womit eine lange und erfolgreiche Kaperfahrt begann. Die Fahrt beginnt mit dem Auslaufen aus Gotenhafen. Das Schiff erhält dann am 27.10. den Auslaufbefehl in Brunsbüttel  und erreicht am 28.10. Stavanger und geht vom 31.10. bis zum 01.11.1940 unbemerkt durch die Dänemarkstrasse.
Am 05.11.1940 greift derer Schwere Kreuzer im Nordatlantik den von Halifax nach England gehenden Konvoi HX. 84 an und versenkt daraus 6 Schiffe mit 38720 BRT, darunter 1 Einzelfahrer. Der zur Sicherung des Konvois eingesetzte 14.164 BRT große brit. Hilfskreuzer "JERVIS BAY" (Capt Fegen, gefallen) geht im ungleichen Kampf mit "ADMIRAL SCHEER" verloren, ermöglicht aber durch sein Ausharren dem Gros des Konvois zu entkommen. Unter den entkommenden Schiffen befinden sich 3 beschädigte Schiffe mit 27.853 BRT. Dieser Angriff auf HX. 84 bewirkt den Rückruf von 2 Halifax-England-Konvois und 1 Bermuda-Halifax-Konvoi. Erst mit HX. 89, der am 17. 11. ausläuft, wird der normale Verkehr wieder aufgenommen.
Am 18.12.1940  kapert der Kreuzer im Südatlantik das britische Kühlschiff "DUQUESA" mit 8651 BRT. Auf die absichtlich nicht gestörte RRR-Meldung hin werden 3 britische Kampfgruppen auf den kreuzer angesetzt: die Kreuzer "DORSETSHIRE" und "NEPTUNE" von Freetown, der Flugzeugträger "HERMES" mit dem Kreuzer "DRAGON" und dem Hilfskreuzer "PRETORIA CASTLE" von St. Helena und die auf dem Marsch von England nach Freetown befindliche Force K mit dem neuen Flugzeugträger "FORMIDABLE" und dem Schweren Kreuzer "NORFOLK". Die britische Suchaktion endet ergebnislos.
In der Zeit vom 18. - 20. 01.1941 kapert der Kreuzer im Südatlantik 3 britische Handelsschiffe mit 18.733 BRT.
Vom 20. - 22.02.1941 befindet sich das Schiff im Indischen Ozean. Der Schwere Kreuzer versenkt dort im Seegebiet der Seychellen 4 Schiffe mit 19170 BRT. Er wird am 22.2. durch das Bordflugzeug des brit, Leichten Kreuzers "GLASGOW" gesichtet. Der Versuch der Engländer, mit den Kreuzern "CANBERRA", "AUSTRALIA", "SHROPSHIRE", "CAPETOWN" und "EMERALD" und dem Träger "HERMES" das dt. Schiff abzufangen, scheitert, weil das Bordflugzeug der "GLASGOW" bei einem zweiten Flug infolge Sichtverschlechterung die "ADMIRAL SCHEER" nicht wiederfinden kann. Am 24.2. geben die Engländer die Jagd auf.
Vom 26. - 27.03. 19451 durchbricht der Kreuzer heimkehrend die Dänemarkstrasse und manövriert dabei vom Gegner unbemerkt die beiden britischen Kreuzer "FIJI" und "NIGERIA" aus. Am 30.03. erreicht der Kreuzer das Seegebiet vor Bergen, ankert den Tag über im Grimstadfjord und erreicht am 01.04. unter Zerstörersicherung Kiel. Gesamterfolg seiner Handelskriegsunternehmung: 17 Schiffe mit 113.233 BRT.
Vom 04.06.1941 bis zum 19.04.1943 war Krancke Chef des Marine-Befehls-Amtes und dann Chef im Quartiermeisteramt der Seekriegsleistung. In der Zwischenzeit wurde er am 01.04.1942 zum Vizeadmiral befördert
Am 01.01.1942 bis zum Februar 1943 war er gleichzeitig Verbindungsoffizier des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine im Führerhauptquartier. Am 01.03.1943 erhielt er seine Beförderung zum Admiral.
Am 20.04.1943 wird er Kommandierender Chef des Marine-Gruppen-Kommandos-West in Paris, wo er den befehl über alle Marine-Einheiten in Frankreich hatte. Darin eingeschlossen waren auch die landgestützten Einheiten, wie Marine-Küsten-Artillerie und Marine-Flak-Artillerie. Ab dem 20.10.1944 Kommandierender Chef des Marine-Generalstabs-West. Während der der Invasion in der Normandie verfügte Krancke über nur kleine Einheiten, 5 Zerstörer, 10 Torpedoboote und 50 - 60 Schnellboote, die alle in Häfen der Normandie lagen.
Am 26.04.1945 wird er Chef im Marinekommando Norwegen, wo er den Admiral Otto Ciliax ablöst und geht am 26.08.1945 bis zum 14. Juli 1947 in britische Kriegsgefangenschaft, nachdem am 09.Mai 1945 der General der Gebirgstruppe Franz Böhme in Norwegen mit 375.000 Mann kapitulierte. Krancke verbleib noch einige Monate in seiner Position, um die Räumung von Minenfeldern und anderen Hinterlassenschaften der Marine, zu organisieren. Dem folgt bis zum 03.10.1947 die Internierung.
Im Jahr 1955 veröffentliche Krancke in Zusammenarbeit mit Jochen Brennecke das Buch "Das glückhafte Schiff - Kreuzerfahrten des Admiral Scheer", über die Stationen des Schiffs unter Kranckes Befehl. Dieses Buch wurde später in den USA und Großbritannien veröffentlicht.
Theodor Krancke starb am 18. Juni 1973 in Wentorf bei Hamburg.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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