7. Brillantenträger Wolfgang Lüth
Kapitän zur See, U-Boote

15.05.194025.01.1940

Wolfgang Lüth wurde am 15.10.1913 in Riga/Litauen geboren und trat nachdem er für drei Semester Jura studierte, am 23.09.1933 als Seekadett der damaligen Reichsmarine bei. Dort erhielt er auf dem Segelschiff "GORCH FOCK" zunächst eine dreimonatige Ausbildung und nimmt dann an einer neunmonatigen Auslandsreise über Indien, Indonesien, Australien, sowie Nord- und Südamerika an Bord des Leichten Kreuzers "KARLSRUHE" teil.
Nach einem weiteren Jahr auf dem Leichten Kreuzer "KÖNIGSBERG", meldet er sich, mittlerweile zum Leutnant zur See befördert, im Februar 1937 zur U-Boot-Waffe.
Im Juli 1937 erhält er den Posten des II. WO auf "U-27", unter Hans Ibbeken und nimmt so an einer Feindfahrt in Spanischen Gewässern, während des Spanischen Bürgerkrieges, teil.
Im Oktober 1938 wird er zum I. WO auf "U-38" unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Liebe. Während einer Feindfahrt begann für die Männer des Bootes am 01.09.1939 der 2. Weltkrieg.
Am 30.12.1939 übernimmt er bis zum 10.06.1940 das Kommando über das Schulboot "U-9", welches ab dem 01.01.1940 als Frontboot zur 1. Flottille überstellt wird. Mit diesem Boot begibt sich Lüth auf 6 Feindfahrten und erringt dabei seinen ersten Sieg, die Versenkung des französischen U-Bootes "DORIS" im Mai 1940.
Am 27.05.1940 übernimmt er das Kommando über das neue U-Boot "U-138", welches nach der Ausbildung am 01.09.1940 seine erste Feindfahrt unternimmt. Dabei versenkt Oberleutnant zur See Lüth 4 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 34.633 BRT.
Nachdem er im Oktober 1940 von seiner 2. Feindfahrt zurückkehrte, erhielt er am 24.10.1940 als Oberleutnant zur See und Kommandant auf "U-138" das Ritterkreuz. Er war damit der einzigste der sich das Ritterkreuz auf dem U-Boot-Typ IID verdiente.
Am 21.10.1940 hatte Lüth bereits das Kommando über "U-43" übernommen und wurde am 01.01.1941 zum Kapitänleutnant befördert. Mit seinem neuen Boot absolvierte Lüth 5 Feindfahrten und versenkte dabei 12 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 68.077 BRT.
Im April 1942 gibt er sein Boot an Oberleutnant zur See Hans-Joachim Schwantke ab und übernimmt im Mai 1942 das Kommando über "U-181" einem IXD 2-Boot. Mit diesem unternimmt Lüth 2 Feindfahrten. Die 1. führte ihn in das Seegebiet zwischen Indien und Südafrika, wo er gegen Ende Oktober 4 Schiffe mit einer Tonnage von 21.987 BRT versenkt.
Am 16.11.1942 erhält er über Funk die Nachricht über die Verleihung des 142. Eichenlaubs, welches ihm am 13.11.1942 verliehen wurde. In der Folge versenkte er 8 weitere Schiffe mit einer Tonnage von 36.394 BRT und kehrte schließlich im Januar 1943 nach Bordeaux zurück. Im März 1943 begibt er sich auf seine 2. Feindfahrt im gleichen Zielgebiet. Lüth versenkte 10 weitere Schiffe mit 45.331 BRT. Während dieser Feindfahrt wurde Lüth am 15.04.1943 als Kapitänleutnant und Kommandante auf "U-181" mit den 29. Schwertern zum Eichenlaub des Ritterkreuzes ausgezeichnet. Diese Feindfahrt gilt als die zweitlängste der gesamten U-Boot-Geschichte und dauerte 205 Tage. Nur Kapitänleutnant
 Eitel-Friedrich Kentrat fuhr länger, 225. Tage mit "U-196". Auf der Feindfahrt unterhielt Lüth die Besatzung mit einer Bord-Zeitung und verschiedene Wettkämpfe um die Moral hoch zu halten.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat wird er am 09.08.1943 mit den Brillanten zu den Schwertern ausgezeichnet.
Im Januar 1944 übernimmt er nach 5 Jahren des Kommandos auf U-Booten die 22. U-Flottille und bildet neue Kommandanten aus.
Im Juli 1944 wird er Chef der I. Abteilung der Marineschule in Flensburg und wird im September, nach seiner Beförderung zum Kapitän zur See am 01.09.1944, jüngster Kommandeur des Marineschule.
Nur wenige Tage nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird Wolfgang Lüth, am 13.05.1945, durch einen deutschen Posten erschossen, nachdem sich Lüth nicht identifizieren konnte bzw. das entsprechende Passwort nicht kannte.
Wolfgang Lüth erhielt das letzte Staatsbegräbnis des 3. Reiches. Flankiert von sechs U-Boot-Offizieren, spricht Dönitz die letzten Worte.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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