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499. Eichenlaubträger Rudolf Petersen
Kapitän zur See, Schnellbootwaffe

Rudolf Petersen wurde am 15.06.1905 in Atzerballig auf Alsen/Dänemark, als Sohn eines Pfarrers, geboren.
Nach seiner schulischen Ausbildung trat er am 16.11.1925 als Seekadett in die Reichsmarine ein, wo er bis zum 01.07.1931 zum Oberleutnant zur See befördert wurde.
In der neuen Kriegsmarine, wo er am 01.09.1935 zum Kapitänleutnant befördert wurde, übernahm er das am 06.09.1934 in Dienst gestellte Schnellboot S 9 (Stapellauf 22.01.1934) mit dem Leitenden Maschinisten Obermaschinist Karl Langner. S8 erhielt noch den neu entwickelten Diesel-Motor MAN L-7 7-Zylinder Viertakt-Diesel zu je 960/1320 PS. Gebaut wurde es von der Firma Lürssen in Vegesack.
Am 01.08.1938 kam es aufgrund der Neubauungen von Schnellbooten zur Bildung der 2. Schnellboot-Flottille in Wilhelmshaven, deren Chef Kapitänleutnant Rudolf Petersen wurde.
Mit Kriegsbeginn 1939 lag die 2. Schnellbootflottille mit S9, S10, S14, S15, S16 und S17, sowie mit dem Begleitschiff "TANGA" (unter Kapitänleutnant Reinhold Bening) im U-Boothafen von Helgoland. Von hier aus startete die Flottille am 04.09.1939 einen Aufklärungsvorstoß auf See, dabei gerieten sie in schweres Wetter und mussten das Unternehmen abbrechen. Am 10.09.1939 verlegte die Flottille nach Kiel, dann nach Swinemünde, Saßnitz, Rostock und wieder Kiel. Man betrieb dabei vor allem Ausbildung. So zum Beispiel das Torpedoschießen vor Schleimünde und fuhr U-Boot-Sicherung für die schweren Kreuzer "ADMIRAL HIPPER" und "BLÜCHER". Weiterhin suchte man in der westlichen Ostsee, den Belten und im Sund nach polnischen U-Booten. Während dieser Zeit unterstand man dem Befehlshaber der Sicherungsstreitkräfte Ostsee (BSO), Konteradmiral Hermann Mootz.
Am 16.09.1939 wird die 2. Schnellbootflottille der Gruppe Ost für kurzfristige Unternehmungen im Kattegat zur Verfügung gestellt und sollte in bestimmten plötzlich auftretenden Konfliktfällen im Gebiet des Sundes und an der Schwedenküste einsatzbereit sein.
Vom 05. - 08.10.1939 versuchte man das polnische U-Boot "ORZEL" unter Kapitänleutnant Grudzinski daran zu hindern aus der Ostsee auszubrechen. Dieses Unternehmen scheiterte. Die Folge war, das die Seekriegsleitung nun annahm, das der Sperrriegel durchlässig war und vermutete nun britische U-Boote im Ostseeraum. So operierte man vom 18. bis 20.11.1939 durch die westliche Ostsee auf der Suche nach britischen U-Booten. Doch gab es durchaus berechtigte Zweifel an der Eignung der Schnellboote in der U-Bootabwehr.
Am 01.01.1940 wird Petersen zum Korvettenkapitän befördert und die Flottille wurde in die Nordsee verlegt. Hier machte sich die fehlende Luftunterstützung schwerstens bemerkbar und wurde von Petersen des öfteren angesprochen.
Am 04.08.1940 erhielt er als Korvettenkapitän und Chef der 2. Schnellbootflottille das Ritterkreuz.
Am 15.08.1940 explodierte bei einem Besuch des Gruppenbefehlshabers West Generaladmiral Alfred Saalwächter das Torpedolager der Schnellbootflottille. Dabei wurden alle Schiffe der Flottille beschädigt, wodurch die Flottille ganz ausfiel. Auf Seiten der Seekriegsleitung geht man von Sabotage aus.
Am 27.11.1940 übernahm er kurzzeitig die Vertretung des Führers der Torpedoboote und sein Stellvertreter Kapitänleutnant Obermaier die 2. Schnellbootflottille.
Mitte Oktober 1941 übernahm Kapitänleutnant Klaus Feldt die 2. Schnellbootflottille, da sein Vorgänger Petersen am 20.10.1941 als Admiralstabsoffizier dem FdT zugeteilt wurde, um dort auf seine Aufgabe als Führer der S-Boote vorbereitet werden sollte.
Am 20.04.1942 wird Petersen Führer der Schnellboote und bleibt dies bis zum Kriegsende.
Zwischenzeitlich erhält er am 01.04.1944 die Beförderung zum Kapitän zur See.
Am 13.06.1944 erhält er als Kapitän zur See das Eichenlaub zum Ritterkreuz als Führer der Schnellboote. Am 23.09.1944 wird er zum Kommodore ernannt.
In der Zeit als FdS wurde er stets von seinen Vorgesetzten (Generaladmiral Marschall, Admiral Krancke und später auch Dönitz) gerügt, aufgrund der angeblichen Erfolglosigkeit seiner Schnellboote. Petersen jedoch musste das Verhältnis zwischen Versenkungen und Neubauten wahren, wodurch er sich kaum Risiken leisten konnte um den Stand von möglichst 40 Schnellbooten im Westraum aufrecht erhalten zu können.
Anfang Mai 1945 versammelte Petersen, als Führer der Schnellboote (FdS), seine Schiffe in der Flensburger Bucht. Dort war er in seiner Eigenschaft als FdS Gerichtsheer über den letzten Fahnenflucht-Prozess der Kriegsmarine gegen den Matrosen Fritz Wehrmann (26) aus Leipzig, dem Funker Alfred Gail (20) aus Kassel und dem Obergefreiten Martin Schilling (22) aus Ostfriesland. Diese hatten am 04.05.1945 von der Kapitulation der deutschen Truppen gegenüber den Briten erfahren und versucht am 6. Mai von ihrer Unterkunft in Svendborg auf der Insel Fünen auf das Festland zu gelangen. Sie wurden dabei von einem dänischen Hilfspolizisten verhaftet und den dt. Stellen übergeben. Alle drei Angeklagten wurden noch am 10. Mai 1945 auf dem Schnellbootbegleitschiff "BUEA" hingerichtet und das obwohl Petersen bereits am 08.05.1945 die dt. Hoheitsflaggen auf seinen Schiffen streichen ließ. Im Zuge der Kapitulation hatten die Alliierten jedoch die Aufrechterhaltung der Disziplin und der deutschen Kriegsgerichtsbarkeit verlangt. Damit begründeten später die Protagonisten ihre Tat. Allerdings hatten die Alliierten auch gefordert daß die Bestätigung und Vollstreckung von Todesurteilen durch die britische Besatzungsmacht gebilligt werden müsse. Dieses soll den Mitgliedern des Kriegsgerichts allerdings nicht bekannt gewesen sein.
Nach dem Krieg wurden Petersen und sämtliche Mitglieder des Kriegsgerichts in drei Prozessen vor dem Landgericht Hamburg im Jahre 1953 vom Vorwurf des Totschlags und der Rechtsbeugung freigesprochen. Der Vorsitzende des Kriegesgerichts wurde zu zwei Jahren Haft veruteilt. Petersen arbeitete dann zunächst als Handelsvertreter und übernahm vom 01.06.1953 bis Anfang 1958 die Leitung der Hanseatischen Yachtschule in Glücksburg des Deutschen Hochseesportverbandes HANSA e.V. und gehörte weiterhin dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr an.
Rudolf Petersen starb am 02.01.1983 in Flensburg, nachdem ihm Jugendliche am Silvestertag 1982 Silvesterraketen ins Gesicht geschossen hatten.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Seekadett 16.11.1925 ernannt Dienstauszeichnung III. Klasse 01.04.1937
Gefreiter 01.04.1926 Medaille zur Erinnerung an den 13.03.1938 26.10.1939
Fähnrich zur See 01.04.1927 Eisernes Kreuz II. Klasse 00.00.1940
Obermaat 01.06.1928 Eisernes Kreuz I. Klasse 28.05.1940
Oberfähnrich zur See 01.06.1929 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 04.08.1940
Leutnant zur See 01.10.1929 Zerstörer-Kriegsabzeichen 11.12.1940
Oberleutnant zur See 01.07.1931 Schnellboot-Kriegsabzeichen 19.03.1942
Kapitänleutnant 01.09.1935 499. Eichenlaub zum Ritterkreuz 13.06.1944
Korvettenkapitän 01.01.1940
Fregattenkapitän 01.03.1943
Kapitän zur See 01.04.1944
Kommodore 23.09.1944 ernannt

Buchhinweise:

                   

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