158. Eichenlaubträger Hellmuth von Ruckteschell
Kapitän zur See, Hilfskreuzer

Hellmuth von Ruckteschell wurde am 23. April 1890 in Hamburg-Eilbeck geboren und trat im Jahre 1909 in die Kaiserliche Marine als Seekadett ein. Den 1. Weltkrieg beendete er als Oberleutnant zur See.
Während des 2. Weltkrieges war er zunächst bei der KMD (Kriegsmarine-Dienststelle) in Bremen, und von September bis Dezember 1939 zu einer Baubelehrung kommandiert. Im gleichen Monat übernahm er das zum Minenleger umgebaute Bäderschiff "COBRA" als Kommandant i. V bis zum Januar 1940, danach kam von Ruckteschell wieder zurück zur KMD Bremen und zwar bis zum Mai 1940 im Referat Baubelehrung "Schiff 2 ".
Im Mai 1940 übernahm von Ruckteschell die ehemalige "NEUMARK", einen HAPAG-Frachter, als Hilfskreuzer. Das Schiff erhielt den Namen "WIDDER", es ist am 5. Mai aus der Elbe und am 9. Mai aus Bergen ausgelaufen, musste aber die Operationen wegen nicht zu reparierenden Maschinenschadens abbrechen. Nach 180 Tagen lief es am 31. 10. 1940 wieder in Westfrankreich ein, es versenkte neun Frachter und brachte einen als Prise auf. Diese Prise, der Norweger "KROSSFONN", erreichte St. Nazaire. Zusammen mit diesem Schiff erbrachte das Unternehmen einen Gesamterfolg von 58.644 BRT.
Danach beaufsichtigte von Ruckteschell die Baubelehrung für das ehemals polnische Frachtschiff "BIELSKO", mit dem er als Kommandant des Hilfskreuzers "MICHEL" am 9. März 1942 von Kiel nach Cuxhaven und am 20. März aus der Girondemündung zum Handelskrieg auslief. Die Unternehmung, während der von Ruckteschell am 3. September 1942 zum Kapitän zur See befördert wurde, brachte einen Gesamterfolg von 94.363 BRT (keine Prise), sie endete am 2. März 1943 in Kobe, Japan.
Aus gesundheitlichen Gründen trat von Ruckteschell von seinem Kommando zurück, er wurde Marine-Attache, z. S. in Tokio, das Ritterkreuz erhielt von Ruckteschell bereits nach der 1. Unternehmung am 31. 10. 1940, das Eichenlaub am 23.12.1942.
Nach dem Kriege nach Deutschland zurückgekehrt, wurde von Ruckteschell im Curiohaus, Hamburg, wegen "Kriegsverbrechen" zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, er starb am 24. Juni 1948 in der ihn seelisch wie körperlich zermürbenden Haft laut Mitteilung vom Standesamt Hamburg-Mitte vom 9. 3. 1962.
Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehörten das Bremer Hanseatenkreuz (29.12.1917), der Königliche Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern (13.08.1918) und der Kaiserlich Japanischer Orden "Heiliger Schatz" III. Klasse ( 08.03.1943).

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