105. Eichenlaubträger Adalbert Schnee
Korvettenkapitän, U-Boot-Waffe

Adalbert Schnee wurde am 31. Dezember 1913 in Berlin geboren und trat nach dem Abitur in einem Gymnasium in Greifswald im April 1934 als einer von 156 ausgewählten Seeoffiziersanwärtern der Reichsmarine bei.
Die militärische Grundausbildung erhielt er bei der II. Schiffsstammabteilung auf Dänholm in Strahlssund, das man damals nur mit einem handbetriebenen Fährprahm erreichen konnte. Nach der seemännischen Ausbildung auf der "GORCH FOCK", schloss sich eine Auslandsreise auf dem Kreuzer "EMDEN" an, der damals von Karl Dönitz befehligt wurde.
Im Juni 1935 kam Schnee als Fähnrich zur See auf die Marineschule Flensburg-Mürwik die er im März 1936 mit bestandener Seeoffiziershauptprüfung verließ um die Ausbildung zum Seeoffizier auf den Waffenkursen und im Bordbetrieb fortzusetzen. Die Ausbildung wurde am 01. April 1937 mit der Beförderung zum Leutnant zur See abgeschlossen.
Nach seinem Wunsch wurde der Seeoffizier nach einer entsprechenden zusätzlichen Ausbildung, Ende 1938 zur U-Flottille "Weddiggen" als Wachoffizier auf U-23 versetzt. Dort sammelte Schnee unter dem damaligen Kommandanten Otto Kretschmer, erste praktische Erfahrungen, die die Grundlage für seine späteren Erfolge legten.
Bereits im Januar 1940 bekam er als Oberleutnant zur See ein eigenes U-Boot, es war das Schulboot U-6. Kurze Zeit später übernahm er U-60 mit dem er die ersten Versenkungserfolge erzielen konnte.
Am 25. Januar 1941 stellte Oberleutnant zur See Schnee U-201 in Dienst mit dem er nach 3 Feindfahrten als Kapitänleutnant am 30. Juli 1941 das Ritterkreuz erhielt.
Nach 11 Feinfahrten mit einer Versenkungs- bzw. Torpedierungstonnage von rund 120.000 BRT erhält er als 105. Offizier der Wehrmacht am 15. Juli 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Im Herbst 1942 gab Kapitänleutnant Schnee das Kommando über U-201 ab und wurde aufgrund seines Wissens und Könnens in den Stab des Befehlshabers der U-Boote berufen. Dort arbeitete er als AI op die großen Geleitzugoperationen, deren Auswertung und die daraus resultierenden Taktiken für weitere Einsätze der U-Boote.
Aufgrund der Verschärfung des U-Bootkrieges und der Maßnahmen der alliierten Gegner veranlasste Dönitz eine Schiffbaukommission zum Bau eines neuen U-Bootes. In dieser Kommission vertrat Kapitänleutnant Schnee die Positionen und Forderungen der Front und Korvettenkapitän (Ing.) Suhren die technischen Erfordernisse. So lagen bereits im Frühjahr 1943 die Pläne für den neuen Bootstyp XXI vor und konnten im Herbst an die Werften ausgegeben werden.
Die ersten Boote konnten, aufgrund der alliierten Luftangriffe erst im Frühjahr 1944 in Dienst gestellt werden. Allerdings stellte sich die Frontreife der Neukonstruktionen erst zu spät ein, als das sie besonderen Einfluss auf die Lage gehabt hätten.
Um sofort Schlussfolgerungen aus dem neuen Bootstyp zu schließen, kommandierte Dönitz Schnee und Suhren im Herbst 1944 auf U-2511. Das Boot lief am 30. April 1945 von Bergen,  als U-Schnee aus und wurde am nächsten Tag von einer U-Jagdgruppe erfasst. Schnee schreibt dazu:

"Diese U-Jäger ... ließen normalerweise ein entdecktes U-Boot nicht wieder entrinnen. Die 4 ASDIC-Peilungen waren deutlich im ganzen Boot zu hören und machten uns klar, daß man uns erfasst hatte. Die Fahrzeuge kamen näher und nun wurde es zeit, etwas zu unternehmen. Ich erhöhte die Geschwindigkeit von 5 auf 16 sm, machte eine Kursänderung von ca. 30 Grad, um unter Wasser die Richtung einzuschlagen, welche die Überwasserfahrzeuge genau gegen die wellen und den Wind an der Oberfläche führten. Nach kürzester zeit waren wir von unseren Verfolgern frei. Wir hörten sie noch lange suchen mit ihren Geräten, jedoch konnten sie das neue bei dieser Verfolgung sicherlich nicht begreifen. Wir erlebten dann noch mehrere solcher Situationen bei Eintritt in den Atlantik. Kein Bewacher kam dazu, auch nur eine einzige Wasserbombe in die Nähe des Bootes zu werfen."

Jedoch kam dieser Bootstyp eindeutig zu spät.
Mit der Kapitulation am 09. Mai 1945 war auch die militärische Laufbahn Adalbert Schnees beendet. Er kümmerte sich fortan um den Aufbau einer neuen Existenz für sich und seine Familie und  bemühte sich um den Zusammenschluss der überlebten Ü-Boot-Kameraden. So trafen sich am 15. Mai 1954 erstmalig 1800 ehemalige U-Bootfahrer in Hamburg und gedachten dort den gefallenen Kameraden.
1961 traf man sich anlässlich des Geburtstages Karl Dönitz um den Verband Deutscher U-Bootfahrer zu gründen, deren Präsident des Dachverbandes Adalbert Schnee wurde und der dieses Amt die nächsten 20 Jahre ausübte.
Auch bemühte er sich um Kontakte zum ehemaligen Gegner und veranstaltet so das 1. Internationale U-Boot-Treffen in Paris im Februar 1962 unter dem Protektorat der französischen Marine.
Schnee war ein passionierter Segler und nebenbei Textilkaufmann und erfolgreicher Handelsvertreter. Sein Leben aber galt der See.  So übernahm er den Ausbau und die Leitung der Yachtschule Elba und gründete auf Samos eine Yachtschule, die er für den Deutschen Hochseesportverband "Hansa" betrieb.
Ab 1979 bereitete er sich auf Segeltörns im Mittelmeer mit Freunden vor.
Adalbert Schnee starb am 04. November 1982 in Hamburg.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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