Ritterkreuzträger
Heinz Paul Adolff
Major der Reserve, Fallschirmjäger





Heinz Paul Adolff wurde am 29.06.1914 in Backnang in Württemberg geboren und
absolvierte vom 28.10.1935 bis zum 30.09.1937 seinen Militärdienst in der 3.
Kompanie (mot.) beim Pionier-Bataillon 17 in Würzburg.
Vom 22.08.1938 bis zum 19.09.1938 nimmt Adolff an einer Wehrübung teil und kommt
nach Ausbruch des 2. Weltkrieges am 18.03.1940 zum Oberbaustab 5 an die
Westfront. Dort gehört er zur Vorausabteilung (mot.) nach Belfort an.
Vom 21.06.1940 nimmt er an einem Fallschirmschützen-Lehrgang an der
Fallschirmschule Wittstock teil und wird dann am 27.07.1940, als Leutnant,
Zugführer in der 1. Kompanie des Fallschirm-Pionier-Bataillons 7.
Er nimmt am Balkanfeldzug teil und an der Eroberung Kretas. Dort beweist er hohe
persönliche Tapferkeit bei Späh- und Sperraufträgen, sowie im Angriff auf
englische Stellungen.
Nach der Verlegung nach Russland wird Adolff am 31.10.1941 Führer der 1.
Kompanie des Bataillons und bewährte sich als solcher, wofür er mit dem
Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurde. Nach seiner Beförderung zum
Oberleutnant der Reserve, am 02.07.1941, übernimmt er das Kommando über diese
Kompanie bzw. zeitweise das gesamte Bataillon.
Nach der Verlegung auf den italienischen Kriegsschauplatz über den Flugplatz
Marseille, am 13.07.1943, nach Rom, erfolgte der Weiterflug nach Neapel und am
gleichen Tag der Absprung über dem Flughafen von Catania. Die Führung des
Bataillons, nunmehr umbenannt in Fallschirm-Pionier-Bataillon 1, hatte Hauptmann
der Reserve, seit dem 25.01.1943, Adolff übernommen. In den anschließenden
Kämpfen gelingt es den Verbänden des Bataillons den Übergang über den Simeto
südlich von Catania, bis zum Eintreffen des Fallschirm-Jäger-Regiments 4, zu
halten. Ein Durchbruch der britischen Truppen wurde so verhindert. Doch wurde
der Druck der 23. britischen Panzer-Brigade und der 50. (Northumbrian)
Infanterie-Division zu stark und die Brücke musste aufgegeben werden. Zwar
wehrte sich ein 8,8-cm-Flak-Geschütz mit dem Abschuss von 8 Panzern, wurde aber
dann durch Volltreffer ausgeschaltet. Die Brücke durfte aber nicht in die Hände
des Gegners fallen und so entschloss sich Adolff die Brücke in die Luft zu
sprengen. So fuhr er selbst mit zwei LKW, beladen mit Fliegerbomben, an
die Brücke und versuchten dort die Ladungen anzubringen. Doch war das
gegnerische Feuer zu stark und schon bald waren die Hälfte der Männer gefallen
oder verwundet.
Am 17.07.1943 griff das Bataillon erneut die Brücke an, blieb aber nach
anfänglichen Erfolgen im Abwehrfeuer hängen. Ein letzter Versuch durch Adolff
selbst schlug fehl und er wurde dabei so schwer verwundet, das er kurz darauf
verstarb.
Für seinen mutigen Einsatz erhielt Heinz Paul Adolff am 26.03.1944, als
Hauptmann der Reserve und Führer des Fallschirm-Pionier-Bataillons 1, posthum
das Ritterkreuz.
Heinz Paul Adolff ruht heute auf der Kriegsgräberstätte in Motta St. Anastasia
(Italien) - Endgrablage: Gruft 4 Reihe 6 Platte 1 Sarkophag 27.