Paul Ammann wurde am 05.08.1920 in Langenau im Landkreis Ulm geboren und trat
am 15.05.1940 der Luftwaffe bei. Nach der Ausbildung zum Kampfbeobachter kommt
er am 25.04.1942 in die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 100, wo er bis zum
20.10.1943 alle drei Staffeln angehörte und im Südabschnitt der Ostfront zum
Einsatz kam.
Nach der Umbenennung der Gruppe in I. Gruppe/Kampfgeschwader 4 "General Wever",
am 21.10.1943, gehörte er bis zum Kriegsende der 3. Staffel an. Während der drei
Jahre Fronteinsatz nahm Ammann als Beobachter an mehr als 400 Feindflügen an der
Ostfront teil. Einsätze flog er u.a. über Rumänien, Ungarn und zuletzt über
Oberschlesien durch. Die ersten 188 seiner 431 Frontflüge absolvierte er als
Mitglied der Besatzung Oberleutnant Hans Schellong, dem späteren
Ritterkreuzträger. Am 21.06.1942 beendete er seinen 100. Feindflug. Im Süden der
Ostfront bewährte er sich vor allem als Schiffszielbekämpfer. So erreichte er im
kaspischen Meer und an der Wolga Versenkungserfolge von mindestens 20.000 BRT.
An der Schwarzmeerküste beschädigt er drei Zerstörer durch Nahtreffer und vier
Volltreffer mit der SC 500 auf dem Leichten Kreuzer "KRASNYI KRYM".
Außerdem flog er Unterstützungsangriffe für das Heer in Richtung Stalingrad.
Seinen 200. Feindflug beendete er am 01.06.1943 und nur fünf Monate später, am
30.11.1943, seinen 300. Seine letzten Einsätze erfolgten im Rahmen der
Versorgung des eingeschlossenen Budapest und der Festung Breslau.
Als Beobachter in der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 4 "General Wever"
erhielt er zusammen mit Dietrich Graßmann und Rolf Rannersmann, am 12.03.1945
das Ritterkreuz. Während des Krieges wurde Ammann fünfmal abgeschossen und
musste dabei einmal mit dem Fallschirm abspringen. Insgesamt flog er 431
Feindeinsätze an der Ostfront, davon wurden 92 aufgrund der Dauer der Flüge von
über vier Stunden, doppelt gewertet. Damit erhöhte sich seine Feindflugzahl auf
523 Einsätze.
Paul Ammann verstarb am 09.08.1981 in Ludwigsburg.