7. Schwerterträger Heinrich Bär
Oberstleutnant, Jagdflieger

Heinrich Bär wurde am 25.05.1913 als Sohn eines Landwirtes in Sommerfeld/Sachsen geboren. Da er schon in der Jugend von der Luftfahrt fasziniert war, stand es für ihn nie außer Frage Pilot zu werden.
Deshalb meldete er sich 1935 zur Wehrmacht und kam dann zur Luftwaffe. Dort wurde er erst als Transportpilot ausgebildet und zum Feldwebel befördert, ehe er auf eigenen Wunsch an eine Jagdfliegerschule kam und dort umgeschult wurde. Kurze Zeit später wurde Bär ins Jagdgeschwader 51 versetzt. In diesem Geschwader begann für ihn der 2.Weltkrieg.
Am 25.09.1939 schoss er seinen ersten Gegner, eine französische Morane-Saulnier 406-Jagdmaschine, ab. Nach weiteren Einsätzen und Abschüssen erhielt Bär im Juli 1940 das Eiserne Kreuz 1.Klasse. Nach Einsätzen im Rahmen der Luftschlacht um England hatte Bär 17 bestätigte Luftsiege. Am 01.08.1940 wurde Bär wegen Tapferkeit vor dem Feind zum Leutnant befördert.
Während des Russlandfeldzuges in der 1.Staffel/Jagdgeschwader 51 eingesetzt gelang es Bär schon nach 2 Wochen sein Abschusskonto auf 27 zu erhöhen. Hierfür erhielt er am 02.07.1941 das Ritterkreuz verliehen und wurde Kapitän der 12.Staffel.
Bereits im August 1941 hatte er 60 Abschüsse und erhielt nur 43 Tage nach dem Ritterkreuz am 14.08.1941 das 31.Eichenlaub. Zuvor wurde er am 01.08.1941 zum Oberleutnant befördert und übernahm kurze Zeit später seine 1.Staffel als Staffelkapitän.
Am 31.08.1941 wurde Bär dann abgeschossen und musste über feindlichem Gebiet mit dem Fallschirm abspringen. Erst 8 Tage danach konnte er durch einen Stoßtrupp gerettet werden und kam für einige Wochen ins Lazarett. Anschließend erhielt er seine bevorzugte Beförderung zum Hauptmann.
Bis Februar 1942 konnte er 20 weitere Abschüsse erzielen und erhielt am 16.02.1942 für 80 bestätigte Luftsiege die 7. Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub.
Im Mai 1942 wurde er dann zum Jagdgeschwader 77 versetzt und übernahm dort die I. Gruppe. Am 19.05.1942 erzielte er seinen 100. Luftsieg und erhielt am 01.06.1942 den Ehrenpokal der Luftwaffe.
Im Juli 1942 wurde das Geschwader nach Nordafrika verlegt. Bär hatte auch dort seine Erfolge und meldete am 10.12.1942 den 136. Luftsieg. Am 01.03.1943 wurde Bär zum Major befördert, zu diesem Zeitpunkt hatte er 164.Luftsiege und war eigentlich „reif“ für die Brillanten. Jedoch sollte sich 3 Monate später etwas ereignen, was Bärs Karriere ein jähes Ende bereiten sollte. Nach dem Rückzug des Geschwaders im Mai 1943 aus Nordafrika musste Bär zum Rapport nach Karinhall zu Reichsmarschall Göring. Dort wurde er von Göring nach allen Regeln der Kunst „rundgemacht“ und indirekt als Feigling bezeichnet. Da Bär sich nicht widerspruchslos, ohne dabei unsachlich zu werden, herunterputzen ließ, wurde er von Göring wegen Insubordination und Pflichtvernachlässigung als Gruppenkommandeur abgelöst und zum Staffelkapitän degradiert und zu einer Jagdflieger-Ergänzungsgruppe nach Südfrankreich abgeschoben.
Im Dezember 1943 kam er auf Befehl des Oberkommandos der Luftwaffe (mit besten Empfehlungen des Reichsmarschalls???) als einfacher Flugzeugführer zur Stabsstaffel des Jagdgeschwader 1. Nachdem er die 6.Staffel eine zeitlang führte, erhielt Bär im Februar 1944 endlich wieder ein Gruppenkommando, diesmal über die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 1. Kurz darauf übernahm er dann das Geschwader. Nachdem er während dieser Zeit mehrfach abgeschossen und zum 3.Mal verwundet wurde, erhielt er das Verwundetenabzeichen in Silber. Am 28.04.1944 erzielte er seinen 200.bestätigten Luftsieg. Im Juni 1944 wurde er dann Kommodore des Jagdgeschwaders 3 „Udet“.
Am 01.01.1945 erfolgte dann seine Beförderung zum Oberstleutnant und er übernahm kurze Zeit später, die mit Me-262-Jägern ausgerüstete, Ergänzungsgruppe Lechfeld. Bär erzielte mit der Me 262 16 bestätigte Luftsiege und war damit der erfolgreichste Düsenjägerpilot des 2.Weltkrieges. Ab April bis zum Kriegsende führte er dann den Düsenjagdverband 44. Hierbei handelte es sich um eine Verband in dem die besten Jagdflieger Deutschlands flogen, z.B. Adolf Galland, Gerhard Barkhorn, Walter Krupinski, Günther Lützow. Doch auch sie konnten den Untergang nicht mehr verhindern.
Heinrich Bär hatte zwischen 1939 und 1945 über 1.000 Feindflüge absolviert und 220 Luftsiege, davon 124 (22 viermotorige Bomber) gegen Westalliierte, erzielt und hatte 18 Notlandungen und Fallschirmabsprünge überstanden. Jeder andere Flieger hätte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, die Brillanten erhalten und wäre zumindest noch Oberst geworden. Doch Görings Feindschaft zu Bär verhinderte dies.
Nach der Kapitulation kam er in englische Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Entlassung ließ er sich in Braunschweig nieder und betätigte sich wieder in der Luftfahrt, nachdem der Motorflug in Deutschland wieder erlaubt war. Er arbeitete als Motorflugreferent im Deutschen Aero-Club. Während eines Testfluges stürzte Bär am 28.04.1957 bei Braunschweig tödlich ab. Heinrich Bär wurde nur 44 Jahre alt.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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Danke Sascha