Wilhelm Balthasar wurde am 02.02.1914 in Fulda/Hessen geboren und trat 1933
dem Artillerie-Regiment 3 bei, bis er 1935 zur Luftwaffe überwechselte. Dort
erfolgte am 20.04.1935 die Beförderung zum Leutnant.
Nach seiner Ausbildung zum Jagdflieger, meldet sich Balthasar freiwillig zur "Legion
Condor" und gehört dort zunächst zur Aufklärerkette der Kampfgruppe 88. So
schoss er am 20.01.1937 seinen ersten Gegner ab. Am 15.03.1937 gehörte er zur
Aufklärungsgruppe A/88 und flog eine He 112. Im September trat er zur Jagdgruppe
88 über und schoss so noch weitere 6 Gegner ab.
Am 18.01.1938 zum Oberleutnant befördert, kehrte er am 23.03.1938 nach
Deutschland zurück und gehörte mit Kriegsausbruch gegen Polen zur I. Gruppe des
Jagdgeschwaders 1, kurze Zeit später wechselte er ins Jagdgeschwader 27 und
übernahm dort die 7. Staffel mit der er am Westfeldzug teilnahm. Für seine 23
Luftsiege sowie für die Zerstörung von 13 Flugzeugen am Boden, erhält er als 2.
deutscher Jagdflieger, am 14.06.1940, das Ritterkreuz.
Im Juli 1940 wird er Kommodore der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 und führt
diese in schweren Einsätzen über den britischen Inseln. Nachdem der Kommodore
des Jagdgeschwaders 2 "Richthofen", Helmut Wick gefallen war, übernahm
Balthasar die Führung und später das Kommando des Geschwaders an der Kanalküste.
Am 04.09.1940 wird er bei einem Luftkampf über Canterbury mit Spitfire-Jägern
der 222. RAF-Squadron an beiden Beinen verwundet, steigt jedoch schon 14 Tage
später wieder in seine Maschine.
Für die Erfolge der III. Gruppe und des Geschwaders unter seinem Kommando, sowie
für die erreichten 40 Abschüsse, erhielt Balthasar am 02.07.1941 das Eichenlaub
zum Ritterkreuz.
Am nächsten Tag, dem 03.07.1941, stieg er erneut zu einem Feindflug auf. Nach
Rückkehr von diesem Einsatz führte er noch einige Manöver über dem Flugplatz
aus, als plötzlich mehrere "Spitfire"-Jäger auftauchten. Da Balthasar
keine Munition mehr hatte, blieb ihm nur die Flucht. Bei einem Ausweichmanöver
wurden die Tragflächen seines Jägers derart stark belastet, dass deren Holme
brachen und sich die Flächen anlegten. Beim Absturz der Maschine fand Kommodore
Wilhelm Balthasar den Tod. An seinem Flugzeug wurden keinerlei Beschussschäden
festgestellt.
Seine Kameraden begruben Balthasar an der Seite seines im 1. Weltkrieg
gefallenen Vaters auf dem Friedhof Illies in Frankreich.
Wilhelm Balthasar errang während 300 Feindflügen, 47 Luftsiege und wurde zweimal
(02.07.1941 und 10.07.1941) im Wehrmachtsbericht genannt. Weiterhin wurde er
posthum zum Major befördert.