Alfred Banholzer wurde am 08.09.1912 in Wellendingen/Rottweil geboren und
trat am 15.07.1934 der Luftwaffe bei, wo er zunächst zum Beobachter bei den
Aufklärungsflieger ausgebildet wurde.
Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 gehörte er als Oberleutnant
und Luftbildoffizier zum Fliegerhorst Erding und wird ab Juni 1941 als Lehrer
für Luftbildwesen an die Fliegerschule nach Hildesheim versetzt. Im November
kommt er an die Fliegerschule der Luftwaffe (S) 2 nach Freiburg und bildet dort
Fallschirmschützen aus. Nach einer kurzen Verwendung beim Stab des XI.
Fliegerkorps, kehrt er an die Schule nach Freiburg zurück. Dort bleib er auch
nach deren Umbenennung in Ergänzungsgruppe für Fallschirm-Kampfbeobachter, wo er
am 19.10.1942 die Führung der 4. Staffel übernahm.
Am 01.12.1942 erfolgte seine Versetzung als Beobachter in die 2. Staffel der
Kampfgruppe zbV. 5. Diese Transportgruppe war mit He 111-Flugzeugen ausgerüstet
und kam im Südabschnitt der Ostfront zum Einsatz. In den nächsten zwei Monaten
flog Banholzer zahlreiche Verpflegungseinsätze in den Kessel von Stalingrad. Ab
Februar 1943 wechselte er dann in die 3. Staffel der Gruppe, bis Teile der
Gruppe am 01.05.1943 in Wiesbaden bei der Neuaufstellung der I. Gruppe des
Kampfgeschwaders 55 "Greif" verwendet wurden. Am 15.06.1943 übernimmt er
dabei den Posten des Kapitäns der 3. Staffel. Im August verlegt die Gruppe in
den Südabschnitt der Ostfront und stand dort bis Herbst 1944 in pausenlosem
Einsatz. Banholzer kam dabei u.a. bei den Kämpfen im Raum Isjum,. Kupjansk, auf
der Halbinsel Kertsch, auf der Krim und in Rumänien zum Einsatz. Außerdem nahm
er in der Nacht vom 21. auf den 22.06.1944 an dem Angriff auf amerikanische
Bomber auf dem sowjetischen Flugplatz Poltawa teil, dem letzten großen Sieg
deutscher Kampffliegerverbände.
Nach der Umwandlung des Kampfgeschwaders 55 in das mit Jagdflugzeugen
ausgerüstete Kampfgeschwader (J) 55, gab Banholzer am 01.12.1944 die Führung der
3. Staffel ab und fand als Ausbildungsleiter an der Verbandsführerschule des
Generals der Kampfflieger eine neuerliche Verwendung. Am 14.01.1945 wird ihm als
Hauptmann für seine Erfolge und für seine bis dato 318 Feindflüge das
Ritterkreuz verliehen. Von seinen 318 Feindflügen wiesen 32 eine Gesamtdauer von
über vier Stunden auf und wurden daher doppelt gewertet. Damit ergibt sich eine
wertungsgemäße Gesamtfrontflugzahl von 350.
Allerdings gibt es unterschiedliche Nachweise auf seine genaue Dienststellung.
Zwar findet sich zumeist die Benennung als Staffelkapitän der 1. Staffel, doch
konnte in seinem Werdegang bisher nicht eindeutig eine solche Verwendung
nachgewiesen werden.
Alfred Banholzer verstarb am 27.12.1980 in seiner Heimatstadt Wellendingen.