Josef Barmetler wurde am 11.03.1904 in Kempten im Allgäu
als Sohn eines Gärtnermeisters geboren, absolvierte die Volkshauptschule der
Stadt Kempten bis zur 8. Klasse und trat am 02.04.1924 der 15. (A) Kompanie des 19. (Bayr.)
Infanterie-Regiment, unter Verpflichtung auf 12 Dienstjahre bei , wo er am am
01.10.1924 zur 12. Kompanie wechselte.
Am 01.10.1933 zum Feldwebel befördert, wird er am 01.10.1934 in die 18. (A)
Kompanie des Infanterie-Regiments München versetzt. Von dort kommt Barmetler
am 15.10.1935 in die 4. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 99 in Füssen im
Allgäu. Hier wird er am 31.05.1936 als Feldwebel der Reserve entlassen und
nimmt so am 18.10.1936 an einer Reserve-Übung teil, wo er durch die Offiziere
des I. Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 99 zum Offizier gewählt wird. Am
01.05.1937 erfolgte die Beförderung zum Leutnant der Reserve. Im Zivilleben
erlernet er den beruf eines Verwaltungsinspektors.
Im Zuge der Mobilmachung, am 26.08.1939, kommt er als sMG-Zugführer in die 4.
Kompanie des Infanterie-Regiments 316 und besetzt mit diesem eine Stellung des
Westwalls am Oberrhein.
Am 01.12.1939 wird er Führer der 2. Kompanie seines Regiments und als solcher
am 01.10.1940 zum Oberleutnant der Reserve befördert. So wird er am 01.04.1940
zum Chef dieser Kompanie ernannt und erhält dann eine Ausbildung an der
Fallschirmschule Wittstock.
Am 16.07.1940 kommt er ins II. Bataillon des Sturm-Regiments 1. Am 01.08.1940
scheidet er aus dem Offizierskorps des Beurlaubtenstandes des Heeres aus und
wird zur Luftwaffe versetzt.
Am 01.09.1940 übernimmt er als Chef die 7. Kompanie des Sturm-Regiments 1 und
ab dem 20.01.1941 in Personalunion den Posten eines Hauptmanns beim Stabe des
II. Bataillons.
So nimmt er ab dem 20.05.1941 an der Invasion Kretas teil. Nach der
Luftlandung auf der Insel gelang es Teilen des II. Bataillons des
Sturm-Regiments 1 in den Nachmittagsstunden eine Umfassung der Höhe 107 bei
Malemes. Die 5. Kompanie von Westen und die 7. unter Barmetler von Süden. Bis
zum Abend konnte der Südteil der Höhe unter Einbringung von 4 Offizieren und
100 Mannschaften genommen werden. Am 21.05. gegen 8.00 Uhr stieß die 7.
Kompanie auf die Spitze der Höhe vor und vereinigte sich mit der Spitze der
Kampfgruppe Dr. Neumann. Mit Hilfe der Kampfgruppen Trebes und Gericke wurde
so die Flak und Artillerie auf der Höhe ausgeschaltet. Am 25.05. erkannte
Barmetler, das die Gebirgsjäger die gegen Galatas vorgingen, nicht vorankamen.
Noch bevor der Bataillonskommandeur Major
Eduard Stentzler den Befehl geben konnte, schwenkte Barmetler bereits
Teile seiner Kompanie zur Unterstützung der Gebirgskameraden um und gelangte
mit Unterstützung schwerer Waffen in den Rücken des Gegners. Die 5.
neuseeländische Brigade musste die Höhe aufgeben, wodurch eine wichtige
Vorraussetzung für die Eroberung der gesamten Insel geschaffen wurde. Bei
diesem Vorstoß wurde Barmetler verwundet. Die beteiligten Gebirgsjäger gaben
später zu Protokoll, das sie die benachbarten Fallschirmjäger um Flankenschutz
baten. Diese lehnten jedoch empört ab - Wir greifen zusammen an - war die
Antwort.
Oberleutnant Barmetler erhielt für diesen Einsatz am 09.07.1941 das
Ritterkreuz. Außerdem erfolgte am 25.07.1941 die Beförderung zum Hauptmann der
Reserve durch den Reichsmarschall. Als solcher kommt er nach seiner Genesung,
am 15.10.1941, in den Stab des II. Bataillons des Fallschirm-Jäger-Regiments 1
an die Ostfront, wo er zeitweise die Führung des II. Bataillons übernimmt.
Am 29.11.1941 verwundet und ausgeflogen, kommt er am 20.01.1942 in den Stab des II. Bataillons
des Sturm-Regiments 1, bzw. am 09.02.1941 zum
Fallschirmjäger-Ergänzungs-Regiment 1 nach Stendal, wo er am 15.12.1942 die
5. Kompanie übernimmt. Zwischenzeitlich wird er mit Meldung vom 20.03.1943
durch General der Flieger Student zu den aktiven Friedensoffizieren
überführt.
Am 10.12.1943 wechselt er in den Stab des Fallschirm-Jäger-Regiments 6, wo er
ab dem 01.03.1944 zeitweise die Führung des II. Bataillons übernimmt.
Am 01.06.1944 zum Major der Reserve befördert, verstirbt Barmetler am
20.02.1945 in seiner Heimatstadt Kempten im Allgäu an den Folgen einer
Sprungverletzung auf Kreta. Anderslautende Meldungen sprechen vom Tod in einem
Lazarett in Bonn.