Karl Otto Max Barth wurde am 29.12.1914 in Lengenfeld/Auerbach i.V. geboren.
Sein militärischer Werdegang liegt bisher weitestgehend noch im Dunkeln.
Als Oberleutnant der Reserve und Kommandeur eines He 115 - Flugzeugs der 3.
Staffel der Küstenflieger-Gruppe 506, zeichnete er sich immer wieder
besonders aus. Weiterhin gelang es ihm 36.000 gegnerische BRT zu versenken.
So meldete bspw. am 20.10.1940 die eigene Aufklärung einen nordwärts
operierenden Geleitzug an der schottischen Ostküste. Auf diesen wurde die 3.
Staffel unter Hauptmann Dyrchs angesetzt. Bei fast völliger Dunkelheit flogen
die vier Maschinen der Staffel in Richtung Westen, bis Oberleutnant zur See
Barth den Geleitzug als erster ausmachte. Allerdings etwas zu spät, denn die mit
Torpedos bewaffneten Flugzeuge mussten zu einem Angriff erst neu anfliegen. Noch
während des Abwerfens der Torpedos erhielten die Flugzeuge Abwehrfeuer und
mussten zum Teil schwere Treffer hinnehmen. Die Maschine des Staffelkapitäns
musste dadurch wassern.
Der Torpedo der Maschine Barth traf aber einen 6.500 BRT-Dampfer mittschiffs,
der daraufhin nach nur 60 Sekunden versank. Nach schwerem Kampf mit den
Naturgewalten gelang des der Besatzung Dyrchs das eigene Flugzeug wieder
startklar zu bekommen und den Rückflug anzutreten. Durch die drei
Versenkungserfolge der Staffel konnten an diesem tag mindestens 20.000 BRT
gegnerischen Schiffsraumes versenkt werden. Damit erreichte die Staffel in der
zweiten Jahreshälfte des Jahres 1940 eine Gesamtversenkungstonnage von 124.00
BRT, was am 20.10.1940 im Wehrmachtsbericht genannt wurde.
Unmittelbar nach dem Versenkungserfolg durch Oberleutnant Barth, hatte ihn sein
Gruppenkommandeur Oberstleutnant Lessing zum Ritterkreuz eingereicht. Grund für
den Vorschlag zur Verleihung war die Versenkung von 36.000 BRT gegnerischen
Handelsschiffsraumes durch Barth selbst. Als die Maschine Barth landete, standen
bereits die Stützpunktbesatzungen bereit, um ihm das selbst gebastelte
Ritterkreuz um den Hals zu hängen, dessen Verleihung telefonisch bestätigt
worden war. Die offizielle Verleihung an Karl Barth, als Oberleutnant der
Reserve und Flugzeugführer in der 3. Staffel der Küstenfliegergruppe 506
erfolgte dann am 14.12.1940.
Barth verblieb wohl noch einige Zeit bei seiner Staffel. So flog er mit dieser
u.a. von Stavanger aus zahlreiche Einsätze. Dabei flog die auch
Aufklärungseinsätze für auslaufende eigene Schiffe für den Handelskrieg im
Atlantik. So unterstützte die Staffel bspw. das Auslaufen des Handelsstörers
"KORMORAN". Am 25.02.1942 verlegte die Staffel nach Westerland bzw.
Leeuwarden und flog von dort die Einsätze im Kanal bzw. in der Ost- oder
Nordsee. So unternimmt er bspw. am 18.08.1941 einen Angriff auf eine englische
Fabrikanlage. Erst nach dem Abschütteln eines gegnerischen Nachtjägers gelang es
ihm Bomben auf das südliche Gaswerk abzuwerfen. Dabei erhielten zwei Hallen
schwere Treffer. Weiterhin sichtete Barth bspw. am 25.09.1941 während eines
Vormittagseinsatzes einen sowjetischen Minensucher. Barth griff ihn an und
konnte zwei direkte Treffer anbringen. Der Minensucher sackte sofort weg.
Im weiteren Verlauf seiner Karriere wird Barth zum Kampfgeschwader 26 versetzt.
Dies erfolgte wohl im Rahmen der Umbenennung der Kampfgruppe 506 in II. Gruppe
des KG 26. Mit diesem ist er s im Mittelmeerraum eingesetzt. Im November 1943
verlegt das Geschwader in den Raum Grossetto in der Toskana und fliegt dort
Einsätze gegen alliierte Schiffe. Vor allem fliegen die Piloten Einsätze
gegen die "Operation Torch", der Landung der Amerikaner in Algerien.
Karl Barth stürzte dabei am 09.11.1942 als Staffelkapitän der 6. Staffel des
Kampfgeschwaders 26 über dem westlichen Mittelmeer ab und gilt seitdem als
vermisst.