Oskar Bauer wurde am 13.03.1900 in
Mannheim/Baden geboren und trat als Fahnenjunker am 15.12.1917 in die 2.
Kompanie des I. Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments Landgraf Friedrich
I von Hessen-Kassel (1. Kurhess.) Nr. 81 in Frankfurt/Oder ein. Bereits am
22.03.1918 überwies man ihn an die 11. Kompanie des Infanterie-Regiments 81 an
die Front. Dort wird er am 22.06.1918 in die 2. Kompanie des I.
Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 81 versetzt und nimmt gleichzeitig
an einem Kursus in Döberitz teil. Im Juli 1918 liegt er in einem Feldlazarett
in Frankreich und scheidet am 26.11.1918 aus dem Heeresdienst aus.
Am 16.10.1934 verpflichtet er sich auf 10 Jahre zunächst in der Fahr-Abteilung
Wurzen, wo er mit Wirkung vom 21.10.1934 als Hauptmann angestellt wird,
unter gleichzeitiger Kommandierung zum Flak-Lehrgang Döberitz-Elsgrund bis zum
21.12.1934.
Am 02.01.1935 wird er der 2. Batterie des Flak-Regiments 13 zugeteilt und
tritt ab dem 18.03.1935 in den Befehlsbereich des Reichsluftfahrt-Ministeriums
über.
Vom 01.10.1935 bis zum 01.10.1937 übernimmt er das Kommando über die 4.
Batterie des Flak-Regiments 13 in Leipzig.
Am 25.08.1939 wechselt er von der Lehr-Abteilung an der Flakartillerie-Schule
I in Rerik als Major zu den Offizieren z.b.V. des RLM in Berlin und untersteht
dort dem Chef des Ausbildungswesens.
Vom 22.08. 1939 bis zum 18.03.1940 befindet er sich hintereinander erst beim
Koluft AOK 3, dann 5 und schließlich 12, bis er vom 23.05.1940 bis zum
03.08.1940, aufgrund einer Verwundung aus dem Frankreich-Feldzug, im Lazarett in Rerik liegt.
In dieser zeit wird Bauer für die Verleihung des Ritterkreuzes
vorgeschlagen. Dieses wird aber abgelehnt und stattdessen erhält er den
Ehrenpokal für Besondere Leistungen im Luftkrieg für seinen Einsatz als
Kommandeur einer mobilen leichten Flak-Abteilung im Frankreich-Feldzug, als
einer der ersten Soldaten der Flak-Artillerie.
In der Folgezeit wird er an die Luftkriegsschule 6 versetzt und am 26.09.1940
zu den Offizieren z.b.V. überstellt und untersteht dort dem Abteilungschef des
Generalstabes der 1. Abteilung und so arbeitet er beim
Luftwaffenführungsstab, in der Abteilung Ic.
Dem folgt ab Ende März 1941 die Stellung als Kommandeur der II. Abteilung des
Flak-Regiments 4. Mit diesem Regiment erhält Bauer am 22.10.1941 das
Ritterkreuz. Er erhielt diese Auszeichnung für die erfolgreiche Abwehr
feindlicher Panzerangriffe an der rechten Flanke der 9. Armee in der Schlacht
bei Bialystok vom 23. bis 26.06.1941. Bis zum 01.07.1941 schoss seine
Abteilung 57 Panzer und 5 Flugzeuge ab. Weiterhin bewährte sich die Einheit
bei Smolensk vom 17. bis 18.07.1941, als man sich 2 eingebrochenen russischen
Divisionen im Raum des XXXIX. Panzerkorps entgegenstellte und die Lage
meisterte.
Danach, am 01.03.1942 zum Oberstleutnant befördert, übernimmt er Mitte 1942 den Posten eines Gruppenleiters bei der
Inspektion der Flak-Artillerie.
Ende 1942 wird er Verbindungsoffizier des Generals der Flakwaffe zum
Luftwaffenführungsstab und wird vom 25.0.1943 bis zum 13.02.1943 in das
Reichsluftfahrtministerium kommandiert, um ab dem 19.03.1943 als Oberstleutnant
das Flak-Regiment 180 zu übernehmen. Zwischendurch befindet er sich für einen
Monat im Luftwaffenlazarett in Bukarest. In dieser Zeit wird Bauer am
01.10.1943 zum Oberst befördert.
Ab dem 04.04.1944 befindet er sich an der Luftkriegsschule 6 in
Kitzingen/Main, die er am 27.09.1944, mit Wirkung vom 05.04.1944 übernimmt und
am 18.03.1945 abgibt. Mit dem 28.03.1945 wird er als Kommandeur der
Flakschul-Division ernannt, die sich in Rerik/Ostsee befand. Ab dem
15.04.1945 stellt die Flakschule in Rerik eine Kampfgruppe auf, die bis zum
01.05.1945 im Einsatz steht, vornehmlich gegen die Westalliierten.
Bauer geriet am 09.05.1945 in britische Kriegsgefangenschaft aus der er am
01.04.1946 entlassen wird. Während der Gefangenschaft ist er Kommandeur des
Abwicklungskommandos für das weibliche Personal der Wehrmacht vom 16.05. bis
15.10.1945 beim Luftgau XI.
Oskar Bauer verstarb am 20.01.1975 in Essen/Ruhr.