16. Schwerterträger Werner Baumbach
Oberst, Kampfflieger

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Werner Baumbach wurde am 27.12.1916 in Cloppenburg/Oldenburg geboren. Nachdem er sein Abitur abgelegt hatte, trat er am 01.04.1936 in die Luftwaffe ein und kam als Fahnenjunker am 06.04.1936 zur Ausbildung an die Luftkriegsschule nach Berlin-Gatow. Dort wurde er Offiziersanwärter. Am 01.01.1938 erfolgten seine Beförderung zum Leutnant und seine Ernennung zum Kettenführer bei der Erprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin. Als Testpilot testete er dort die ersten Junkers Ju-88-Bomber. Mit diesen wurde schließlich das neu aufgestellte Kampfgeschwader 30 ausgerüstet, dem Baumbach zugeteilt wurde.
Nach seinen Einsätzen in Polen erhielt er am 28.09.1939 das Eiserne Kreuz 2.Klasse. Zum Jahreswechsel 1939/1940 wurde er zur 5./Kampfgeschwader 30 an die Nordseeküste versetzt. Von dort flog er Einsätze gegen Schiffsziele in der Nordsee und vor Norwegen. Dabei kam er auch im Raum Narvik zum Einsatz. Hierfür verlieh man ihm den Narvik-Schild. Auch war Baumbach an Sturzflugeinsätze gegen die britische Flotte in Scapa Flow beteiligt, damals eine Weltsensation.
Für die Versenkung des französischen Kreuzers „EMILE BERTIN“, am 19.04.1940, erhielt er am 04.05.1940 das Eiserne Kreuz I. Klasse, kurz darauf, am 08.05.1940, sogar das Ritterkreuz, als erster Kampfflieger der Luftwaffe. Er erhielt die Auszeichnung als Leutnant und Flugzeugführer der 5. Staffel. Es war das erste mal das ein Kriegsschiff aus der Luft versenkt wurde. Bei Einsätzen während des Westfeldzuges wurde Baumbach erstmals verwundet.
Am 01.06.1940 wurde er zum Oberleutnant befördert und zum Staffelkapitän der 1. Staffel ernannt. Nach dem Kampf um Dünkirchen wurde Baumbach im Juni ausgewählt Deutschland auf einer Auslandsmission zu repräsentieren. Diese Reise führte ihn über Moskau durch Russland nach Tokio. Dort wurde er durch den Chef der japanischen Heeres- und Marineflieger, General Schibuta, mit den Worten verabschiedet: "Ich und meine Offiziere werden jeden Tag für Sie und die deutsche Luftwaffe beten.". September 1940 wieder in die Heimat zurückgekehrt, flog er weitere Einsätze mit seiner Staffel im Kanal und in der Nordsee wo er rund 240.000 Bruttoregistertonnen Schiffsraum versenken konnte. Auch flog er Angriffe gegen Dockanlagen und gegen London. Auf einem der Rückflüge musste er notlanden und wurde dabei verwundet und kehrte er st Ende Januar 1941 zu seiner Staffel zurück. Für seine Erfolge bei der Versetzung von mehr als 200.000 BRT feindlichen Schiffsraums wurde er am 14.07.1940 als Oberleutnant und Staffelkapitän der 5. Staffel des Kampfgeschwaders 30 mit dem 20. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 20.07.1941 wurde er zum Hauptmann befördert und zum Kommandeur der I. Gruppe ernannt. Als solcher flog er weitere Einsätze, auch im Mittelmeer, im Nordmeer und auf der Krim und konnte bis August 1942 mehr als 40 Schiffe mit über 300.000 Bruttoregistertonnen versenken (ihm gelang das als einzigem Kampfflieger), hierfür erhielt er am 17.08.1942 die 16.Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub. Am 14.10.1942 erfolgte seine Beförderung zum Major.
Seine letzten Einsätze flog er gegen Ziele vor Algier, bevor er nach über 200 Einsätzen (dafür bekam er die Frontflugspange für Kampfflieger in Gold mit Anhänger „Einsatzzahl 200“) von der Front abgezogen wurde und zum Luftwaffenstab versetzt wurde.
Auf Befehl des Oberkommandos der Luftwaffe übernahm er im Februar 1944 das Kampfgeschwader 200. Im Laufe des Jahres setzte er das, von ihm entwickelte, „Mistel-System“ ein. Hierbei handelte es sich um eine „fliegende Huckepack-Bombe“. Ein Jäger (bemannt) und ein Bomber (unbemannt) wurden zusammengekoppelt. Der Bomber wurde mit Sprengstoff vollgepackt. Die Einheit flog tief ins feindliche Hinterland, im Tiefflug wurde das Ziel anvisiert, danach koppelte der Jäger kurz vor dem Ziel ab und flog zurück. Der Bomber stürzte ins Ziel. Obwohl viel versprechend, kam das System, aufgrund der alliierten Überlegenheit, nicht mehr zum Masseneinsatz.
Am 15.11.1944 wurde Baumbach zum Oberstleutnant befördert und mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines „Generals der Kampfflieger“ beauftragt. Aufgrund der chaotischen Kompetenzsituation gab er den Posten schon im Januar 1945 wieder auf. Am 05.01.1945 noch zum Oberst befördert, kam Baumbach nicht mehr an die Front. Ein wichtiger Verdienst kam ihm zu, als er die kampflose Übergabe Hamburgs organisieren konnte.
Am 30.04.1945 wurde er zu Dönitz nach Eutin gerufen, wo er in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Ende 1945 entlassen, ging er im Jahr 1948 nach Argentinien, wo er für die dortige Regierung Flugzeugerprobungen durchführte. Bei einem dieser Flüge, mit einem Lancaster-Bomber, stürzte Baumbach am 20.10.1953 bei Buenos Aires über dem La Plata Fluss tödlich ab. Am 10.02.1954 wurde er in seiner Heimatstadt Cloppenburg beigesetzt, mehr als 30.000 Menschen säumten dabei die Strassen der Stadt.
Werner Baumbach wurde nur 36 Jahre alt.EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE