Karl-Heinz Becker wurde am 02.01.1914 in Schwedt an der
Oder geboren und trat am 10.10.1934 der Landespolizeigruppe "General Göring"
bei und besucht ab dem 01.07.1935 den 2. Fähnrich-Lehrgang in Potsdam-Eiche.
Mit Ende der Ausbildung kommt Becker am 21.04.1936 in die 8. (MG) Kompanie des
Regiments "General Göring", wird dort am 02.08.1936 zum Leutnant
befördert und zum Zugführer ernannt.
Dem schließt sich vom 15.06.1936 bis zum 04.07.1936 ein Nachrichten-Lehrgang
in Halle an, sowie am 20.10.1937 die Versetzung in die 15. (Wach) Kompanie des
Regiments. Am 16.02.1937 ist er dann wieder Zugführer in der 8. Kompanie, bzw.
ab dem 21.05.1937 stellvertretender Führer der 5. Kompanie.
Vom 01.06.1937 bis zum 09.07.1937 erhält er eine Kommandierung an die
Luftwaffensportschule Spandau und wird am 01.10.1937 in die 2. Kompanie
versetzt. Vom 21.10.1937 bis zum 30.10.1937 nimmt er an einem E-Meß-Lehrgang
in Wustrow teil und erhält dann vom 13.12.1937 bis zum 18.12.1937 eine
Kommandierung zu einem Einweisungs-Lehrgang für E-Meß-Offiziere für leichte
und schwere Flak-Batterien in Wustrow.
Ab dem 03.03.1938 besuchte er die Luftkriegsschule 2 und wird am 19.02.1938
Sport-Offizier seines Regiments und bald darauf, am 21.04.1938, Adjutant des
III. Bataillons.
Am 07.07.1938 wieder in die 8. Kompanie versetzt, wird er am 01.08.1938 zur 3.
Kompanie des Luftlande-Bataillons "General Göring" kommandiert, wohin er ab
dem 21.10.1938 versetzt wurde.
Mit Wirkung vom 01.01.1939 tritt er von der Flak-Artillerie zur Fliegertruppe
über und wird zum Kompanieoffizier im III. Bataillon des nunmehrigen
Fallschirm-Jäger-Regiments 1 ernannt. Am 30.05.1939 erhält er eine
Kommandierung zur I. Abteilung des Flak-Regiments 49, wobei diese
Kommandierung jedoch nicht wirksam und er stattdessen am 01.06.1939 zum
Oberleutnant befördert wurde.
Mit seinem Bataillon kurz in Polen eingesetzt, wird er am 01.04.1940 zum
Führer der 11. Kompanie ernannt, mit der er in Holland zum Einsatz kam. Kurze
Zeit später wird er am 01.08.1940 zum Chef der 11. Kompanie ernannt.
Mit seiner Kompanie springt er über Kreta ab und erhielt am 20.05.1941
zusammen mit Oberleutnant von der Schulenburg, als Strandgruppe, den Auftrag
die Stadt Heraklion zu umgehen und von der Seeseite her zu nehmen. Vom Hafen
vorstoßend traf sich die Kampfgruppe in der Mitte der Stadt mit der anderen
angreifenden Gruppe Schulz/Kerfin. Die Folge war die Kapitulation des
griechischen Stadtkommandanten. Jedoch gab die 14. britische
Infanterie-Brigade, verstärkt durch Australier, nicht auf und zwang so das
Bataillon zur Aufgabe der Stadt.
Der Bürgermeister wurde daraufhin darüber informiert, das ein Angriff
deutscher Stukas auf die Stadt und auf die britischen Befestigungen
bevorstand, damit dieser Gelegenheit hatte die Zivilisten zu warnen. Nach dem
Angriff, lehnte man eine britische Kapitulationsaufforderung vom 22.05.1941 ab
und griff unter Umgehung der Stadt die Höhe 491 an. Das Bataillon arbeitete
sich, der Erschöpfung nahe, von drei Seiten an die britischen Stellungen heran
und überraschte die Artilleristen. Als Folge des Angriffs konnte die Stadt
Heraklion am 29.05.1941 erneut eingenommen werden. Für diesen Einsatz wurde
Becker am 09.07.1941 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
In den folgenden Monaten zeichnete er sich bei Tschernaja, Alexejewka,
Nagorny und Welikije-Luki, in der Sowjetunion weiter aus, wurde am 01.07.1942
Adjutant des Regiments. Als solcher übernimmt er am 28.12.1942 das Kommando
über das III. Bataillon und wird am 16.01.1943 an der Ostfront verwundet.
Während der Genesung am 24.05.1943 zum Major befördert, übernimmt er am
10.09.1943 erneut das Kommando über das III. Bataillon.
Am 15.06.1944 mit dem Kommando über das Fallschirm-Jäger-Regiment 5
beauftragt, nimmt er an den Kämpfen an der Invasionsfront teil. Dafür wird er
am 29.07.1944 im Wehrmachtsbericht genannt. Als Regimentskommandeur kämpft er
bei St. Lo, Argentan und Trun. Weiterhin bewährte er sich im September 1944
während der alliierten Luftlandeaktion über Arnheim und gewann am 30.11.1944
verlorenes Gelände bei Merode zurück. Außerdem erfolgte am 01.10.1944 die
Beförderung zum Oberstleutnant.
Während der Ardennenoffensive geht die 3. Fallschirm-Jäger-Division bis an die
Strasse Malmedy-St. Vith vor und kämpft dort, trotz erheblicher
Unterlegenheit, gegen die 1. US-Infantry-Division. Becker gelang es nach
Einbruch amerikanischer Panzer, seine Truppen über Bullange, Honsfeld, Bucholz
nach Berk zurückzuführen. Für die Kämpfe in den Ardennen wurde Becker am
12.03.1945 mit dem Eichenlaub ausgezeichnet.
Am 04.04.1945 mit der Führung der 3. Fallschirm-Jäger-Division beauftragt,
wird er am 20.04.1945 zum Obersten befördert und gerät so in Gefangenschaft.
Karl-Heinz Becker verstarb am 03.10.2002 in Bargum.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
