Ludwig Becker wurde am 22.08.1911 in Dortmund-Aplerbeck geboren und kam 1939
als Einflieger, Flugkapitän und Leutnant der Reserve zur Luftwaffe. Zuvor hatte
er an einem Grund-Lehrgang für Landflieger teilgenommen. Zunächst als Jagd- und
Zerstörer-Flieger in der 14. (Zerstörer) Staffel des Lehr-Geschwaders 1 eingesetzt, kam er im Sommer 1940 zur II. Gruppe des
Nachtjagdgeschwaders 1, wo er kurz darauf der 4. Staffel zugeteilt wurde. Damit gehörte er zu den Pionieren der deutschen
Nachtjagd, wobei er am 16.10.1940 seinen ersten Nachtabschuss erzielte.
Im Herbst 1941 kam er als Oberleutnant der Reserve in die 6. Staffel des
Nachtjagdgeschwaders 2, wo er sich das Deutsche Kreuz in Gold verdiente. Dabei
kehrte er bereits kurz darauf wieder zum Nachtjagdgeschwader 1 zurück und
übernahm dort den Posten des Staffelkapitäns der 12.
Staffel. Als solcher erhielt er nach 25 Abschüssen am 01.07.1942 das Ritterkreuz.
Zusammen mit seinem Bordfunker Feldwebel Staub erzielt er insgesamt 46
Nachtabschüsse, wofür er am 26.02.1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz
ausgezeichnet wurde. Die Nachricht darüber erreichte die Staffel am 27.02.1943,
da war Oberleutnant der Reserve Becker leider nicht mehr am Leben. Er stürzte
noch am Tag der Verleihung des Ritterkreuzes, während eines Tageseinsatzes über
der Deutschen Bucht, nördlich Schiemannigkoog im Raum Leuwarden, ab. Becker gilt
als großer Techniker der deutschen Nachtjagd und nahm tatkräftig an der
Weiterentwicklung dieser Waffe teil. So entwickelte er ein Nachtjagdsondergerät
und war zeitweise Versuchsflugzeugführer der Nachtjagdversuchsstaffel in
Werneuchen.
Am 02.03.1943 wird er als Reserve-Offizier (LW) posthum zu den aktiven
Truppen-Offizieren (LW) mit Wirkung vom 01.02.1943, zum Hauptmann befördert.
Becker flog insgesamt 165 Einsätze, davon 47 am Tage und schoss 46 Flugzeuge ab.
Außerdem wurde er am 21.01.1942, am 26.03.1942, am 07.06.1942 und am 26.06.1942
im Wehrmachtsbericht genannt.