Joseph Bisping wurde am 29.03.1913 in Emsdetten in Westfalen geboren.
Der Luftwaffe beigetreten und dort zum Beobachter ausgebildet, wird er später
zum Flugzeugführer umgeschult und zur Versuchsanstalt für Höhenflüge, dem
späteren Versuchsverband der Luftwaffe versetzt. Die Aufklärungsgruppe des
Oberbefehlshabers der Luftwaffe wurde im Januar 1939 aufgestellt und lag in
Oranienburg bei Berlin, wo das Fliegende Personal noch zivil trug.
Als Oberleutnant und Beobachter in der Aufklärungsstaffel 4. (F) des
Oberbefehlshabers der Luftwaffe erhielt er am 22.10.1941 das Ritterkreuz für
Einsätze über Frankreich, England und der Sowjetunion. Bisping gehörte zur
Besatzung von Cornelius Noell, mit einer Ju 88 B-0. Später übernahmen sie eine
Ju-88 C-7 mit der Kennung K9-VH, die mit BMW-801-Motoren angetrieben wurde und
für Fernaufklärungsflüge umgerüstet werden konnte.
Am 27.06.1944 flog Bisping als Copilot von Horst Götz die Ar 240. Unter anderem
befand sich Bisping auch mit einer Ar 240 in Warschau.
Am 08.08.1944 übernahm Bisping als Soldat in der 3. Staffel des
Versuchsverbandes des Oberbefehlshabers der Luftwaffe den ersten Prototyp der Ar
234 mit BMW-003-Strahltriebwerken V15. Mit der Kennung T9-HL übernahm Bisping
die Testflüge. Anlässlich des Besuchs des Generalkommissars Philipp Kessler zu
einer Inspektion führte Bisping die Ar 234 vor. Kessler hatte die Aufgabe
das BMW-003-Triebwerk für das Volksjägerprogramm einsetzbar zu machen. Jedoch
schlossen sich die Fahrwerksklappen nicht und Bisping funkte seinem Ersatzmann
Peter Kappus mit der Version V17 der Ar 234, dass dieser den Testflug fliegen
sollte.
Nachdem die Flugzeuge V15 und V17 zum Sonderkommando Burg verlegt wurden,
übernahm Bisping dann die Erprobung der Ar 234-Versuchsnachtjäger in
Oranienburg. Bisping übernahm dann das Erprobungskommando 234, innerhalb der 3.
Staffel des versuchsverbandes, zur Erprobung der drei "Nachtigall"-Prototypen
der Ar 234, einem Nachtjäger. Das erste Flugzeug traf am 30.12.1944 in
Oranienburg ein und Bisping wählte Hauptmann Alois Vogl als Funkmessbeobachter
aus. Bisping flog einige Male mit dem Flugzeug, konnte aber mit dem derzeitigen
Rüstsatz nicht zufrieden sein.
Am 26.12.1944 überführter Bisping eine neue Ar 234 mit der Kennung T9-EH nach
Rheine, während er von Oranienburg aus für Nachtjägererprobungen mit der Ar 234
eingesetzt wurde.
Am 13.02.1945 startete Bisping erneut mit einer Ar 234 "Nachtigall"
(Werksnummer 140145) in Oranienburg, als die Flugplatzbeleuchtung plötzlich
ausgeschaltet wurde. Durch die Dunkelheit zog er die Maschine mglw. zu schnell
zu steil hoch, was zu einem Strömungsabriss führte. Die Maschine stürzte zu
Boden, wobei Bisping und Vogl den Tod fanden. Bispings Nachfolger wurde
Oberleutnant Kurt Bonow.