Hans-Ekkehard Bob wurde am 24.01.1917 in Freiburg/Breisgau als
Sohn eines Lederfabrikanten geboren. Die Familie wohnte in Staufen,
doch fand die Entbindung in der Freiburger Frauenklinik statt. Auf dem
elterlichen Anwesen verbrachte er eine ungezwungene, interessante und lehrreiche Kindheit. Bob
selbst nennt es in "freier Wildbahn"
aufwachsen, trotz Familien- und späterer Schuldisziplin.
Im Jahre 1923 eingeschult, wuchs er unbelastet durch die
schwierige wirtschaftliche Situation Deutschlands auf. Vier Jahre später kam der damals
zehnjährige Hans-Ekkehard zum ersten Mal mit einem Flugzeug in Berührung, als
seine 12 Jahre ältere Schwester den kleinen Bruder zu einem Rundflug über
Freiburg mit dem bekannten Kunstflieger Erich Haal mitnahm. Damit war eine
Leidenschaft geboren der Bob bis heute nachgeht.
Nach dem Abschluss der vierten Vorschulklasse, wurde er auf das Freiburger
Gymnasium umgeschult. In seinen Lebenserinnerungen schreibt Bob über seine
Schulzeit:
"Der
Unterricht am Gymnasium [...] dauerte einschließlich Sonnabend jeweils 5
Stunden. Ich kann mich nicht erinnern, daß in den neun Jahren meiner
Gymnasialzeit jemals eine Unterrichtsstunde ausgefallen wäre.[...] Rauchen
war unter Androhung eines Schulverweises streng verboten."
Während seiner Zeit am Gymnasium wechselte er auf das
katholische Internat "Burse Markgraf von
Baden" in Freiburg. Sportunterricht gab es damals auf dem
Freiburger Exerzierplatz, dem früheren Flugplatz der Stadt, jetzt wieder
Flugplatz mit 100 jährigem bestehen.
Nach dem Wechsel auf die Oberrealschule und einer Reise nach Spanien im Jahre
1932 bis März 1933 legte Bob im August 1936 sein Abitur ab und bewarb sich
dann als Offiziersanwärter bei der Luftwaffe. Im Jahre 1932 trat er,
damals von der Richtigkeit dieser Entscheidung überzeugt, der freiwilligen
Hitlerjugend bei und bekam dafür 1935 das Goldene Hitlerjugendabzeichens. In der
Flieger-Hitlerjugend steuerte er dann 1934 ein selbst konstruiertes Gleit-Flugzeug. Im
Zuge des so genannten Röhm-Putsches, erhielt Bob den Auftrag das Staufener
Rathaus zu sichern, da im Ort selbst keine andere NS-Organisation zugegen war.
Im Zuge seiner Bewerbung bei der Luftwaffe, erfolgte im Winter 1935 die
Prüfung und Vorstellung im Reichsluftfahrtministerium in Berlin, wo er nach
dem Bestehen der Prüfungen als Offiziersanwärter mit dem Ziel der Ausbildung
zum Flugzeugführer angenommen wurde.
Nach dem Abitur kam er jedoch zunächst vom 01.09. bis zum 30.11.1936 zum
Arbeitsdienst. In diese Zeit fällt auch die Teilnahme an der
Arbeitsdienstparade beim Reichsparteitag in Nürnberg 1936.
Am 06.12.1936 begann dann an der Luftkriegsschule Wildpark-Werder bei Potsdam
die Wehrdienstzeit, wo Bob zunächst eine halbjährige Infanterieausbildung "genoss".
Zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert begann dann am 01.06.1937 die fliegerische
Ausbildung Bobs unter dem damaligen Flugkapitän Eckert. Zu den weiteren
Schülern der Schule gehörte übrigens der höchstdekorierteste Soldat des 2.
Weltkriegs, Hans-Ulrich Rudel, er gehörte dort zu den schlechteren Schülern
und sollte zur Flak-Artillerie versetzt werden. So kann sich eine Beurteilung
irren.
Ende des Jahres war die Flugzeugführerausbildung beendet und es schlossen sich
nun die theoretischen Offiziers-Lehrgänge an der Offiziersakademie in Wildpark
bei Potsdam an. Mit Ende dieser Ausbildung wird Bob zum Oberfähnrich
befördert. Dem schloss sich dann im Anschluss die Jagdfliegerausbildung bei
der Jagdfliegergruppe 133 in Wiesbaden an, wo er in der Ausbildungsstaffel
unter Oberleutnant von Bonin als Jagdflieger auf der Arado 68 ausgebildet wurde,
denn in der Aufbauzeit der
Luftwaffe erfolgte die Ausbildung zum Jagdflieger in den Jagdfliegerverbänden
selbst.
Am 30.09.1938 verlegte die Ausbildungsstaffel überraschend nach Sagan in
Schlesien, um am 01.10.1938 Begleitschutz für Ju-52-Transportflugzeuge nach
Freudenthal im Sudetenland, während der so genannten Tschecheikrise zu fliegen.
Zum Leutnant befördert kommt Bob dann zum Jagdgeschwader 334 nach Gablingen
bei Augsburg, das, ausgerüstet mit Me 110-Flugzeugen, auch als Jagdgeschwader
334 (Schwere Jäger) bezeichnet wurde. Da es in Friedenszeiten die Regelung
gab, dass man für zweimotorige Flugzeuge im Besitz eines
Militär-Flugzeugscheines (ELF) sein musste, wurde Bob an die
Flugzeugführerschule Celle, unter Oberst Klein, kommandiert, wo er auf andere
Kameraden der Flugzeugführerschule Wildpark-Werder traf. Mit Ende der
Ausbildung, auch im Blindflug, kehrte er im Juni 1939 wieder nach Gablingen zurück.
Im Frühsommer 1939 erhielt das Jagdgeschwader eine Anforderung eines
fliegenden Offiziers für die Aufstellung neuer Jagdverbände nach Ostpreußen.
Dort traf Bob am 15.07.1939 beim Kommandeur Major Mettig auf dem Fliegerhorst
Jesau bei Königsberg ein, der ihn in die 3. Staffel der I. Gruppe des
Jagdgeschwaders 21 einteilte. Mittlerweile auf den Flugplatz Gutenfeld bei
Königsberg verlegt, erreichte Ende Juli 1939 der Befehl zur Flugbereitschaft
das Geschwader.
Am 31.08.1939 verlegte die 3. Staffel unter Oberleutnant Schneider auf den
Flugplatz Rostken an der polnischen Grenze, von wo aus die Flugzeuge am
01.09.1939 um 3.35 Uhr zu ihrem ersten Einsatz über polnischem Gebiet
aufbrachen. Nach wenigen Tagen war die polnische Luftwaffe vernichtet worden
und die Flugzeuge der 3. Staffel fanden im Erdeinsatz Verwendung. Für diese
Einsätze erhielt Bob das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Mit Ende der Kampfhandlungen im Osten verlegte Bob mit seiner Staffel auf den
Flugplatz Mönchengladbach. Von dort startete Bob am 10.05.1940 zu weiteren
Einsätzen im Westen und schoss am 10.05.1940 seinen ersten Gegner, eine "Gloster
Gladiator", bei Tongres ab. Am 26.05.1940 folgte der 4. Abschuss über eine
"Curtis"-P 36. Im weiteren Verlauf des Feldzuges kam Bob über
Dünkirchen zum Einsatz, flog dort Begleitschutz und bekämpfte vorwiegend
britische Jagdflugzeuge. Nach Ende der Kampfhandlungen in Frankreich verlegte
die Gruppe in den Raum Calais und bereitete sich auf die Luftschlacht um
England vor, wo die 3. Staffel in die 9. Staffel des Jagdgeschwaders 54
umbenannt wurde. Bobs 9. Staffel wurde der Flugplatz Quines-Süd zugewiesen.
Die Staffel flog dort Jagdschutz für die Bomberverbände, wobei die guten
Flugeigenschaften der Me 109, gerade im Bezug auf die Geschwindigkeit, nicht
zum Tragen kamen. Bei einem Luftkampf über England wird ihm über Canterbury
der Kühler zerschossen. Für den Rückflug nach Frankreich hätte der Gleitflug
nicht ausgereicht und so ließ sich Bob den so genannten Treppenflug einfallen.
Motor abstellen und abkühlen lassen, auf Vollast hochsteigen und wieder
abkühlen lassen. Diese Art von Flug nannte man dann fortan als "gebobt".
Zuvor hatte er am 10.10.1940 den Posten des Kapitäns der 7. Staffel
übernommen, wobei er bereits am 28.11.1940 zur 9. Staffel als Kapitän
zurückkehrte. Als
Jagdflieger flog er als einer der ersten Piloten überhaupt Jagdbombereinsätze
mit der Me 109 über England. Außerdem flog er Jagdschutz für italienische
Jagdflieger, die mit alten Doppeldecker-Flugzeugen flogen.
Für seine Erfolge über Polen, Frankreich und England, sowie für 19 Abschüsse erhielt er als Oberleutnant und Kapitän der
9.
Staffel am 07.03.1941 das Ritterkreuz.
Am 29.03.1941 verlegte die Staffel nach Ungarn, wo die Staffel am
Balkan-Feldzug teilnahm. Dort stiessen die Piloten der 9. Staffel auf
jugoslawische Me 109 Jäger, die Deutschland vorher an Jugoslawien verkauft
hatte. Nach Ende auch dieses Feldzuges gab man die Flugzeuge ab und verlegte
per Bahntransport nach Stolp in Pommern, wo man die neuen Me 109 F-4 erhielt.
Am 22.06.1941 beginnt auch für Bob der schicksalhafte Feldzug gegen Russland,
wobei die Flugzeuge des gesamten I. Flieger-Korps gegen 03.00 Uhr die Grenze
überflogen. Bereits in den ersten Tagen des Feldzuges wird die Belastung der
Flugzeugführer spürbar. Bis zu sieben Einsätze am Tag sind keine Seltenheit.
Am 23.06.1941 wird Bob während eines Angriffes auf einen Zweimot-Bomber vom
Typ "SB 2" schwer getroffen, woraufhin Bob bei
Radviliskis auf sowjetischem Boden notlanden musste. Bobs ehemaliger
Schulkamerad, der spätere Ritterkreuzträger Friedrich Rupp, suchte Bob und
versuchte ihn zu retten.
Bob hatte Rupp aus einer
Aufklärungsstaffel zu seiner Jagdstaffel geholt, ihn dort zum Jagdflieger
ausgebildet und so seine erfolgreiche Karriere als Jagdflieger eingeleitet.
Doch Bob durfte seinen Standort nicht verraten und musste die
Retter ziehen lassen. Bob schlug sich in drei Tagen bis zu den eigenen Linien
durch und wurde zunächst dem nächsthöheren Offizier vorgestellt, dem damaligen
Oberstleutnant Wenck.
Wieder bei seiner Staffel nahm er am Vormarsch bis nach Leningrad teil. Bis
Ende 1941 erhöhte er sein Abschusskonto auf 39 Gegner, wobei er selbst mehrere
Male abgeschossen wurde, bzw. Notlandungen durchführen musste. Dennoch
erreicht er am 29.09.1942 seinen 50. Abschuss.
Am 12.02.1943 tauschte die III./JG 54 sowie die 9./JG 54 mit dem
Jagdgeschwader 26 die Positionen und so kam Bob an der Westfront zum Einsatz.
Am 17.04.1943 rammt er dort einen B-17-Bomber, wird dabei aber schwer
verwundet.
Nach der Beförderung zum Major, übernahm Bob das Kommando über die IV./Gruppe
des JG 51 Mölders an der Ostfront und errang hier zwei weitere Luftsiege, bis er am
09.05.1944 das Kommando über die II. Gruppe des JG 2 in der Normandie
übernahm, die er auch in der Reichsverteidigung anführte.
Im August 1944 wechselte Bob zum Erprobungskommando JV 44, das das erste
Düsenflugzeug der Welt, die Me 262, erprobte. Anfang 1945 wechselte er in
einen Stab von Flieger-Experten bei Josef Kammhuber, wo Bob auch für die
Me 262 arbeitete, bis er von Kammhuber zur I. und II./EJG 2 nach Schlesien
geschickt wurde, um dort Bomberpiloten für Einmot-Flugzeuge auf dem
Raketenjäger Me 163 "Komet" auszubilden. Daran
schloss sich dann die Versetzung zum Jagdverband 44 unter Adolf Galland an,
der mit Me 262-Flugzeugen ausgerüstet war.
Bei der Kapitulation am 08.05.1945 befand er sich in Koppl bei Salzburg und
legte in den nächsten 6 Wochen ca. 1600 Kilometer zu Fuss bis nach Celle zurück. Dort
arbeitete er zunächst als Landarbeiter und dann im Transportwesen, bis er 1956
die Bohrmaschinen und Geräte GmbH (Bomag) gründete.
Auf über 700 Feindflügen schoss Bob 60 Flugzeuge ab. Selbst heute fliegt er, mittlerweile 90 Jahre alt, sein eigenes Flugzeug selbst und führt nach
wie vor die Geschäfte der Traditionsgemeinschaft des ehemaligen
Jagdgeschwaders 51 "Mölders" selbst.
Besten Dank an Herrn Hans-Ekkehard Bob für seine
Hilfe und Unterstützung!
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker-Unteroffizier |
01.06.1937 |
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Eisernes
Kreuz II. Klasse |
??? |
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Fähnrich |
??? |
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Eisernes
Kreuz I. Klasse |
??? |
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Oberfähnrich |
??? |
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Flugzeugführer-Abzeichen |
??? |
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Leutnant |
01.09.1938 |
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Ehrenpokal |
28.09.1940 |
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Oberleutnant |
01.08.1940 |
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Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz |
07.03.1941 |
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Hauptmann |
??? |
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Deutsches Kreuz in Gold |
24.12.1942 |
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Major |
01.08.1943 |
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