Walter Boenicke wurde am 15.12.1895 in Radisleben geboren und trat am
11.08.1914 der Armee bei, wo er als Fahnenjunker bis zum 16.10.1914 zunächst
einer Eisenbahn-Abteilung zugeteilt wurde. Von dort erfolgte dann die Versetzung
zur 1. Versorgungs-Kolonne des IX. Armee-Korps, bzw. ab dem 19.12.1914 in den
Stab der 2. Eisenbahn-Abteilung des IX. Armee-Korps. In diesem Korps übernimmt
Boenicke am 22.01.1915 die Führung der 7. Fuhrpark-Kolonne, bzw. vom 15.04.1915
bis zum 07.10.1915 der 5., 4., bzw. 3. Versorgungs-Kolonne des IX. Armee-Korps.
Am 08.10.1915 zum Führer der Sanitäts-Kolonne ernannt, übernimmt er am
18.05.1916 die Führung der leichten Versorgungs-Kolonne des Korps. Nach einer
Verwendung als Führer der 1. Vorsorgungs-Kolonne, wird er vom 28.10. bis
18.12.1916 bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 1 in Altenburg zum Beobachter
ausgebildet. Dem schließt sich vom 19.12.1916 bis zum 18.01.1917 eine
Artillerie-Beobachter-Ausbildung in Jüterbog an. In der Folge ist er dann
zunächst Beobachter bei der Flieger-Abteilung A 202, ab dem 20.02.1917 bei der
Flieger-Abteilung A 13 und ab dem 19.09.1918 bei der Flieger-Abteilung 39 Lb.
Mit Kriegsende ist er ab dem 17.10.1919 Kompaniechef im Durchgangslager
Göttingen bis zum 22.03.1920. Seine Verwendung danach ist bisher unbekannt.
Zumindest taucht er vom 01.06.1924 als Zugführer im 5. Transport-Bataillon
wieder auf und wird schließlich am 31.10.1928 aus dem Heeresdienst offiziell
entlassen. Inoffizielle nimmt Boenicke jedoch an der geheimen Flugausbildung in
Russland teil und trat letztendlich am 01.05.1931 offiziell dem Heer wieder bei.
Dort wird er zunächst in den Stab des 2. Kraftfahrzeug-Transport-Bataillon
versetzt und ist dann ab dem 01.10.1931 Referent im Stab der 1. Division.
Am 01.10.1933 wechselt er als Offizier für Sonderaufgaben zum Chef der
Heeresleitung und tritt am 01.04.1934 der Luftwaffe bei. Dort ist er bis zum
31.03.1935 zunächst Referent im Luftwaffen-Personalamt des
Reichsluftfahrt-Ministerium und wird dann in den Generalstab der Luftwaffe
versetzt.
Vom 01.07.1935 bis zum 31.03.1938 im RKM, übernimmt Boenicke am 01.04.1938 das
Kommando über die Aufklärungsgruppe 12 und ist gleichzeitig
Fliegerhorst-Kommandant in Stargard. Am 01.02.1939 wird er in das RLM versetzt,
wo er die Feldzüge in Polen und Frankreich begleitet.
Mit Ende der Kämpfe im Westen wird er am 22.06.1940 zum Chef des Stabes des I.
Flieger-Korps ernannt und nimmt so am Ost-Feldzug teil, bis er am 10.11.1941 zum
Chef des Stabes beim Festungskommandanten Kreta ernannt wird.
Vom 18.06.1942 bis zum 31.10.1943 Chef des Generalstabes beim
Luftwaffen-Befehlshaber "Mitte" und dann bis zum 05.01.1944 in der
Führer-Reserve des OKL, übernimmt er am 06.01.1944 das Kommando über die 3.
Flieger-Division. Für das Kommando dieser Division wird er am 14.05.1944 mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet. Infolge einer Verwundung kommt er vom 17.02. bis zum
30.04.1944 in ein Lazarett und danach bis zum 19.02.1945 in die Reserve. Dem
folgt eine z.V.-Stellung beim Kommandierenden General und Befehlshaber des
Luftgaus III in Berlin und ab dem 26.04.1945 beim Luftflottenkommando "Reich"
beim Luftgaukommando XI. Dort gerät er im Juni 1945 in englische Gefangenschaft,
in der Walter Boenicke am 21.04.1947 im Lager Munsterlager den Freitod wählt.