Ernst Börngen wurde am 07.02.1916 in Meuselwitz in Thüringen als Sohn eines
Postinspektors geboren und kam am 27.06.1940, als Leutnant, zum Jagdgeschwader
27, wo er der 4. Staffel zugeteilt wurde. Bei der Luftschlacht über England im
Einsatz erzielt er am 18.08.1940 über Selsey Bay seine beiden ersten Luftsiege
über britische "Spitfire"-Jagdflugzeuge. Dem schließen sich über
Griechenland eine griechische "Gloster Gladiator" über Kalambaka am
15.04.1941 und im Juni 1941 zwei russische DB-3 Bomber am 25.06.1941 an.
Nach der Verlegung des Geschwaders nach Nordafrika, gelingt es Börngen bis Ende
1942 noch weitere 13 britische Jäger bzw. Bomber abzuschießen. Zwischenzeitlich
war er dort am 26.05.1942 zum Kapitän der 5. Staffel ernannt worden, mit der er
dann später an den schweren Luftkämpfen im süditalienischen Raum teilnahm.
Am 16.07.1943 während eines Luftkampfes mit US-Viermot-Bombern bei Bari, wobei
er seinen 30. Luftsieg erzielte, schwer verwundet, wird Börngen nach seiner
Genesung als Ausbilder bei der Ergänzungsgruppe Süd eingesetzt und flog ab
März/April 1944 im Stab des Jagdgeschwaders 27 und im Stab der III. Gruppe in
der Reichsluftverteidigung, bis er am 13.05.1944 die Führung der I. Gruppe
übernahm.
Am 19.05.1944 rammte er bei Helmstedt mit seiner Me 109 G-6, eine viermotorige
B-24, sprang dann mit dem Fallschirm ab und verlor dabei seinen rechten Arm. Für
seine 41 Luftsiege, auf über 450 Feindflügen, wobei er zwei Abschusserfolge in
Russland errang und unter anderem 16 Viermot-Bomber abschoss, erhielt Börngen am
27.07.1944, als Kommandeur der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 das Ritterkreuz.
Ernst Börngen verstarb am 30.06.1989 in Mering in Bayern.