Startseite - Kontakt - Forum - Gästebuch - Hilfswerk Ritterkreuz e.V. - Buchhinweis - Geschichte des EK


__________________________
Die Biographien unterliegen dem Urheberrecht.
Jegliche Weiterverbreitung ohne Zustimmung des Autors ist untersagt
 

61. Schwerterträger Alwin Boerst
Major, Sturzkampfflieger


Alwin Boerst wurde am 20.10.1910 als jüngster von 9 Söhnen eines Hegemeisters in Osterode/Sachsen geboren.
Bereits während seiner Schulzeit war er begeisterter Segelflieger und machte im Sommer 1933 seine A- und B-Prüfung. Nach dem Abitur studierte Boerst in Göttingen Mathematik, Physik und Flugwissenschaft.
Seine militärische Laufbahn begann etwas anders als gewöhnlich. Er trat am 04.04.1934 in den Militärdienst ein, nämlich in die 2. Kompanie/Kraftfahrabteilung 6 und wechselte später zu den Panzerjägern. Die Jagd nach Panzern, jedoch aus der Luft, sollte er später bestens beherrschen. Am 12.10.1935 schied er als Unteroffizier der Reserve aus, ehe er dann 1937 als Unteroffizier zur Luftwaffe ging. Er kam zur 7. Staffel des Kampfgeschwader 157 "Boelcke". Bereits während seiner Ausbildung zum Flugzeugführer wurde er Offiziersanwärter. Am 01.09.1938 erfolgte dann die Ernennung zum Leutnant. Nach dem Ende der Ausbildung kam er in die I. Gruppe/ Sturzkampfgeschwader 2 „Immelmann“.
Im Polenfeldzug flog er Einsätze gegen Krakau, Kattowitz, Radom und Modlin. Da er schon hier sehr erfolgreich war und 39 Feindflüge absolviert hatte, bekam er am 27.09.1939 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Nach dem Polenfeldzug wurde das Geschwader an die Westfront verlegt.
Während des Westfeldzuges flog er Einsätze gegen Maastricht, das Fort Eben-Emael, Lüttich, Namur, Calais, Amiens und Ziele an der Marne, Seine und Loire. Nach dem Ende der Kampfhandlungen hatte Boerst bereits 113 Feindflüge absolviert und wurde hierfür am 09.06.1940 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Einsätze gegen England und den Schiffsverkehr im Kanal schlossen sich an. Im August 1940 wurde Boerst zum Oberleutnant befördert.
Im Februar 1941 wurde das Geschwader nach Rumänien verlegt um im Balkanfeldzug eingesetzt zu werden. Seine Gruppe flog Einsätze gegen die Metaxaslinie und Ziele am Kanal von Korinth und auf dem Peloponnes. Während der Luftkämpfe über Kreta war Boerst an der Versenkung zweier britischer Zerstörer beteiligt. Er erhielt später das Ärmelband „Kreta“ verliehen. Am 07.02.1941 wurde Boerst Kapitän der 3. Staffel, mit der schwere Einsätze gegen die Häfen von Piräus und Patras flog. Weiterhin absolvierte er 22 Einsätze gegen Kreta, versenkte dabei den Zerstörer "HMS KELLY" und beschädigte den Zerstörer "HMS KASHMIR".
Während des Russlandfeldzuges flog das Geschwader erfolgreiche Einsätze gegen Bialystok, Minsk und Smolensk, wobei Boerst am 21.07.1941 seinen 250. Feindflug, ein Angriff auf Batteriestellungen des Gegners meldete, am 02.09.1941 folgte sein 300. Einsatz, diesmal zur Zerstörung einer Brücke über die Newja. Ende August verlegte das Geschwader an den Nordabschnitt der Ostfront in den Raum Leningrad. Hier flog Boerst auch Einsätze gegen den Hafen von Kronstadt, wo die russische Ostseeflotte vor Anker lag. Bei einem dieser Einsätze versenkte, der ebenfalls im Geschwader „Immelmann“ fliegende Hans-Ulrich Rudel (späterer Oberst und einziger Träger der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung à das Goldene Eichenlaub zum Ritterkreuz mit Schwertern und Brillanten), das russische Schlachtschiff „MARAT“.
Im September 1941 erhielt Boerst den Ehrenpokal der Luftwaffe und am 05.10.1941 nach 330 Einsätzen, als Oberleutnant und Kapitän der 3. Staffel des Stuka-Geschwaders 2 "Immelmann" das Ritterkreuz. Im Winter 1941/1942 wurde das Geschwader wieder im Mittelabschnitt eingesetzt. Nach 400 Einsätzen, u.a. am Wolchow, bei Demjansk und Cholm, erhielt Boerst das Deutsche Kreuz in Gold, währenddessen er am 11.05.1942 seinen 475. Einsatz flog.
Nach einer kurzen Auffrischungszeit in Thalerhof bei Graz, nimmt er an der Sommeroffensive im Raum Woronesh, Kursk, Rostow und Stalingrad teil und startete am 10.08.1942 zu seinem 600. Feindflug.
Nach insgesamt 624 Feindflügen wurde ihm im September 1942  Flugverbot erteilt und er wurde als Flug- und Taktiklehrer an die Verbandsführerschule versetzt. Am 28.11.1942 wurde er mit dem 149. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet und am 01.12.1942 zum Hauptmann befördert.
Im März 1943 kehrte er an die Front zurück und übernahm wieder „seine“ 3.Staffel. Nach Einsätzen bei Kertsch, Charkow, Stalino und am Kuban, wo er einmal durch Flaktreffer verwundet und zur Notlandung gezwungen war (hierfür erhielt er das Verwundetenabzeichen in Schwarz), übernahm Boerst im August 1943 die I. Gruppe des Schlachtgeschwaders 2 „Immelmann“. Dort absolvierte er am 16.05.1943 seinen 700. Feindflug. Es folgte dann der schwere Einsatz fast sämtlicher Stukaeinheiten während der Operation "Zitadelle". Der 800. Feindflug erfolgte gegen gegen Panzer am 25.07.1943, der 900. gegen Panzer nördlich von Pederowsk
Nach der Übernahme des Kommandos über die I. Gruppe des Geschwaders meldete Boerst am 29.01.1944 den 1.000 Feindflug. Hierfür trug er neben dem Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen die Frontflugspange für Schlachtflieger in Gold mit „Einsatzzahl 1.000“. Diese Zahl erreichten insgesamt nur 25 Schlachtflieger.
Aber bereits rund 4 Wochen später, am 30.03.1944, ist Hauptmann Alwin Boerst vom Feindflug nicht zurückgekehrt. Er wurde beim Dorf Parliti im Raum Jassy in Rumänien, bei einem Angriff auf durchgebrochene Panzer von feindlicher Flak abgeschossen. Mit ihm starb sein Bordfunker Oberfeldwebel Ernst Filius. Gemeinsam haben sie vom ersten Kriegstag über Polen an 1.061 Feindflüge geflogen. Alwin Boerst wurde am 06.04.1944 posthum mit den 61. Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub ausgezeichnet und zum Major befördert. Ernst Filius wurde am 04.05.1944 posthum mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Unteroffizier der Reserve ??? 61. Schwerter zum Ritterkreuz 06.04.1944 p.m.
Oberfähnrich 00.00.1938 149. Eichenlaub zum Ritterkreuz 28.11.1942
Leutnant 01.09.1938 Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz

05.10.1941

Oberleutnant 00.08.1941 Eisernes Kreuz II. Klasse 1939
Hauptmann 01.12.1942   Eisernes Kreuz I. Klasse 1940
Major ??? p.m.   Deutsches Kreuz in Gold 05.06.1942
      Flugzeugführer-Abzeichen ???
      Frontflugspange in Bronze ???
      Frontflugspange in Silber ???
      Frontflugspange in Gold ???
      Frontflugspange in Gold m. Anhänger "1.000" ???
      Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
      Ehrenpokal 09.09.1941
      Ärmelband Kreta ???

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Nedstat Basic - Free web site statistics

Buchhinweise: