Otto Bösel wurde am 12.07.1913 in Eisleben im Mansfelder
Land geboren.
Von 1937 bis 1938 unternahm er einen achtwöchigen Lehrgang bei der I.
Abteilung des Flak-Regiments 43 in Wittenberg und wurde dann mit Meldung vom 02.09.1939 in
die 2. Batterie des Flak-Regiments 43 aufgenommen, mit der er am Polen-Feldzug
teilnahm. Es folgten Einsätze im Westen, auf dem Balkan, sowie von 1941 bis
1943 in Nordafrika und ab 1944 in der Normandie.
Sein Flak-Regiment wurde in Afrika größtenteils als Panzerabwehr eingesetzt.
So geschah während der Schlacht um Gazala, vom 27.05. bis zum 30.05.1942,
etwas völlig neuartiges in der Kriegsgeschichte. Etwa 65 britische Panzer
griffen den Rücken der 15. Panzer-Division an und sorgten so für eine äußerst
gefährliche Lage. General Nehring, Kommandierender General des Deutschen
Afrika-Korps, fasste nun den Entschluss eine 3 Kilometer in sich geschlossene
Flakfront von 8,8-cm-Geschützen aufzubauen. Auszuführen hatten diesen Befehl
der Kommandeur des Flak-Regiments 135 Oberst Wolz und der Kommandeur der I.
Abteilung des Flak-Regiments 43 Major Gürke. An dieser Abwehrfront wurden
schließlich 24 gegnerische Panzer abgeschossen und die Krise gemeistert. Der
Kommandeur der I. Abteilung, Major Gürke, erhielt dafür das Ritterkreuz. Otto
Bösel hatte an dieser Schlacht ebenfalls teilgenommen und wurde im Juni 1942
zum Geschützstaffelführer in der 2. Batterie ernannt. Für die weiteren
Einsätze des Regiments in Afrika erhielt Bösel, der stets Einsatzbereitschaft,
Tapferkeit und hervorragendes Geschick im Einsatz der Leitung und Führung
seines Geschützes bewies, als Wachtmeister und Geschützführer am 11.06.1944
das Ritterkreuz, zusammen mit dem Oberleutnant Gellert. Kurze zeit später
steht er in Frankreich im Raum Cintheaux und Argentan im Einsatz gegen die
alliierte Invasion.
Am 29.07.1944 wurde er Flak-Kampftruppe 11700 versetzt und kam später als
Hauptwachtmeister, mit Meldung vom 19.09.1944, in die 1. Batterie des
Feld-Flakartillerie-Schule (Mitte) 16 in München-Freimann.
Otto Bösel verstarb am 05.11.1975 in Wittenberg.