Eckart-Wilhelm von Bonin wurde am 14.11.1919 in Potsdam geboren und trat im
November 1937 als Fahnenjunker der Luftwaffe bei. Mit Ende seiner Ausbildung zum
Flugzeugführer kommt er am 23.10.1940 zur 6. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 1,
wo er ab dem 01.11.1941 den Posten des Adjutanten der II. Gruppe übernimmt.
Seinen ersten Abschuss errang er in der Nacht vom 10. auf den 11.05.1941 über
einen brit. Wellington-Bomber.
Ab dem 22.05.1942 Führer der 6. Staffel des Geschwaders, erzielte von Bonin bis
Ende 1942 insgesamt 9 Nachtabschüsse. Beim ersten Grossangriff der Alliierten
auf Schweinfurt, schoss von Bonin am Tage zwei weitere B-17-Bomber ab und
übernahm am 22.11.1943 das Kommando über die II. Gruppe seines Geschwaders. Zu
diesem Zeitpunkt konnte er bereits 24 Luftsiege aufweisen. Bis Ende des Jahres
1943 erhöhte sich die Zahl seiner Abschusserfolge auf insgesamt 31, darunter
drei in der Nacht vom 25. auf den 26.11.1943. Dafür erhielt er am 05.02.1944,
als Hauptmann und Kommandeur der II. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 das
Ritterkreuz. Fast alle seine Luftsiege erzielte er mit seinem Bordfunker
Oberfeldwebel Johrden.
Abschuss einer Halifax der 76. britischen
Staffel durch Hptm. Eckart-Wilhelm von Bonin von der II./NJG 1. Sie war um 16.51
Uhr vom Stützpunkt Holme-on-Spalding Moor in Richtung Stuttgart gestartet. Der
Bomber stürzte um 19.30 Uhr bei Malborn, nördlich von Hermeskeil, ab. Einer der
Insassen, der 18-jährige Kanadier E. J. Berndt, kam dabei ums Leben. Er war
einer der jüngsten kanadischen Flieger, der im Jahr 1943 fiel und liegt auf dem
Kölner Süd-Friedhof begraben. Die anderen Besatzungsmitglieder gerieten in
Gefangenschaft.
Am 25.10.1944 zum Kommandeur der Schulgruppe I. des
Nachtjagdgeschwaders 102 ernannt, die er bis zum 28.03.1945 anführte, kommt von
Bonin bis Kriegsende zum Generalbevollmächtigten für Strahlflugzeuge. Sein
Vater, Bogislaw von Bonin geriet als Oberst der Luftwaffe im März 1945 in
sowjetische Gefangenschaft und gilt seither als vermisst. Zwei weitere Brüder
fielen in Russland. Hubertus von Bonin als Ritterkreuzträger des Jagdgeschwaders
52 und Jürgen-Oskar von Bonin als Beobachter in einem Transportgeschwader.
Bei Kriegsende flog von Bonin ca. 150 Kampfeinsätze und schoss dabei 37
Flugzeuge ab.
Eckart-Wilhelm von Bonin verstarb am 11.01.1992 in Luhmühlen in Niedersachsen.