Walter Borchers wurde am 22.01.1916 in Ofen im Kreis Oldenburg i.O. als der
3. von drei Brüdern geboren, die später alle das Ritterkreuz tragen sollten.
Seite Kriegsbeginn gegen Polen gehörte er der 5. Staffel des
Zerstörergeschwaders 76 an, wo er im Herbst 1940 den Posten des Kapitäns
übernahm. Während des West-Feldzuges und der Luftschlacht über England im
Einsatz schoss Borchers mit als Zerstörer beachtliche 10 Gegner vom Himmel.
Im Herbst 1941 wird seine Staffel in die 8. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 3
überführt, wo Borchers erst in der Nacht vom 03. auf dem 04.03.1943 seinen
ersten Nachtabschuss erringen konnte. Die folgenden vier Abschüsse errang er im
gleichen Jahr, jedoch am Tag, gegen Viermot-US-Bomber.
Am 22.04.1943 als Oberleutnant zum Kommandeur der III. Gruppe des
Nachtjagdgeschwaders 5 ernannt, die er erst am 23.03.1944 wieder abgab. Dabei
schoss er weitere 6 Flugzeuge bei Nacht und vier am Tage ab, womit sich sein
Abschusskonto auf 25 erhöhte.
Am 15.03.1944 wird er zum Kommodore des Nachtjagdgeschwaders 5 ernannt und
erhält am 29.10.1944, als Major und Kommandeur der III. Gruppe des Geschwaders,
das Ritterkreuz.
In der Nacht vom 05. auf den 06.03.1945 wird Borchers nach 59 Luftsiegen
nördlich von Altenburg von einem britischen Fernnachtjäger abgeschossen. Der
Bordschütze konnte sich mit dem Fallschirmretten, Borchers und sein Bordfunker
Leutnant Friedrich Anton Reul hingegen stürzten mit ihrer Ju-88 G-6 ab. Kurz
vorher war Borchers zum Eichenlaub eingereicht worden, welches ihm jedoch nicht
mehr verliehen wurde. Auf ca. 300 Feindflügen errang er 59 bestätigte Luftsiege,
davon 10 als Zerstörer, 6 Viermot-Bomber am Tag und 43 Nachtabschüsse. Eine
Beförderung zum Oberstleutnant ist bisher unbestätigt.
Sein Bruder
Adolf erhielt am 22.11.1943 als Hauptmann und Kapitän der 11. Staffel des JG
51 das Ritterkreuz, sein anderer Bruder
Hermann als SS-Hauptsturmführer und Führer des I. Bataillons im
SS-Panzergrenadier-Regiment 19 am 16.10.1944.