Dr. Ing. Ernst Bormann wurde am 05.11.1897 in Kirchbrak im Kreis Holzminden
in Niedersachsen geboren und kam im Jahre 1915 als Kriegsfreiwilliger und
Fahnenjunker zur Infanterie, wo er nach seiner militärischen Grundausbildung dem
Infanterie-Regiment 32 angehörte. Zum Ende des 1. Weltkrieges war er Teil der
berühmten Jagdstaffel "Boelcke".
Nach dem Krieg nahm Bormann ein Studium auf und promovierte zum Dr. Ing.
Als Hauptmann wird er dann im Jahre 1935 in die neue Luftwaffe aufgenommen und
übernahm dort 1938 das Kommando über eine Gruppe des Jagdgeschwader "Richthofen".
Kurz darauf zum Kampfflieger umgeschult, wird er zum Kommandeur der I. Gruppe
des Kampfgeschwaders 76, er war einer der Väter des Geschwaders, ernannt, mit
der ab Kriegsbeginn zahlreiche Einsätze über Polen, im Westen und anschließend
über England flog.
Ab 22.02.1941 wird er Kommodre des gesamten Geschwaders und führte dieses am
Sommer 1941 in den Feldzug gegen die Sowjetunion, wo er 1941/42 erfolgreich die
Erdverbände unterstützte. So zerschlug er eine starke Feindgruppe, die eine
eigene aus Wilkomierz kommende Panzergruppe in der Flanke bedrohte. Dafür
erhielt er am 05.10.1941, als Oberstleutnant und Kommodore des Kampfgeschwaders
76, das Ritterkreuz.
Im Jahr 1942 wurde das Kampfgeschwader 76 durch mehrere Staffel verstärkt, zum
Gefechtsverband "Bormann" umgewandelt und auf der Krim zum Einsatz
gebracht. Für die Erfolge im Südabschnitt der Ostfront, auch für die Eroberung
der Festung Sewastopol, erhielt Bormann als Oberst und Kommandeur des
Gefechtsverbands "Bormann" am 03.09.1942 das 119. Eichenlaub zum
Ritterkreuz.
Am 07.01.1943 verlässt er das Geschwader und wird anschließend in verschiedenen
Stabsstellen der Luftwaffe verwendet. Anfang 1944 wird er in den Stab der
Luftflotte "Reich" versetzt und wird zuletzt zum Kommandanten des
Flughafenbereichs 5/VIII ernannt. Bei Kriegsende gerät er in alliierte
Gefangenschaft.
Dr. Ing. Ernst Bormann verstarb am 01.08.1960 in Düsseldorf.