Johannes Brandenburg wurde am 28.07.1910 in Innien im Kreis Rendsburg geboren und
trat nach dem Abitur am 02.01.1932 als Polizeianwärter der Schutzpolizei Hamburg
bei. Dort gehörte er übrigens der bekannten Davidswache an.
Im Jahre 1935 erfolgte die Versetzung zur Luftwaffe nach Prenzlau. Nach seiner
Ausbildung zum Flugzeugführer, erhielt er eine Ausbildung zum Sturzkampfflieger,
mit anschließender Versetzung zum Sturzkampfgeschwader 2 "Immelmann" am
01.07.1938.
Mit der I. Gruppe des Geschwaders nahm er an den Kampfhandlungen in Polen teil.
Mit Ende der Kämpfe zum Kapitän der 2. Staffel ernannt, nimmt Brandenburg an
Einsätzen im Westen teil. Dabei flog er unter anderem Unterstützungsangriffe für
die Fallschirmjäger bei Eben Emael in Belgien. Seine Staffel errang besonders
bei der Bekämpfung von Schiffszielen gute Erfolge. So ging die Versenkung von
einem kreuzer, drei Zerstörern, zwei Frachtern und zwei Transportern auf das
Konto der Staffel. Brandenburg versenkte dabei einen Zerstörer und einen
Transporter. Für seine Erfolge als Kapitän der 2. Staffel des Geschwaders, wird
er am 18.09.1940, als Oberleutnant, mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Nach Ende der Kämpfe im Westen erfolgte die Versetzung zum Kampfgeschwader 30.
Dort gelang ihm die Versenkung eines Tankers, einen britischen U-Bootes in der
Nordsee und die schwere Beschädigung eines Dampfers.
Am 20.04.1941 wird Brandenburg zum Kampfgeschwader 1 "Hindenburg"
versetzt, mit dem er Einsätze über England und insbesondere London fliegt.
Brandenburg übernahm dabei die Führung der 4. Staffel.
Mit Beginn des Ostfeldzuges an der Ostfront im Einsatz, folgen Luftkämpfe im
Nordabschnitt. Dabei kommt es zu Einsätzen gegen Flugplätze, Eisenbahnanlagen,
Truppenbewegungen, sowie u.a. auf den Hafen von Leningrad.
Das Jahr 1942 brachte Brandenburg erfolgreiche Einsätze am Ilmensees, im
Wolchow-Abschnitt und im Raum Demjansk-Cholm.
Am 28.02.1942 startet Brandenburg zu einem Einsatz zur Bekämpfung von
gegnerischen Truppen im Kastenwald südöstlich Dobrowo, zehn Kilometer
südwestlich von Cholm. Nach Ende des Angriffes meldet ihm eine Besatzung, daß
diese noch Bomben an Bord hätte. Brandenburg befahl einen erneuten Angriff und
begleitete die Maschine. Dabei rollte jedoch bereits ein Angriff von
Ju-87-Stuka-Flugzeugen, der im Abstand von nur 5 Minuten erfolgte. Dabei wurde
die Ju 88 Brandenburg von einer Bombe getroffen, die die Maschine völlig
auseinander riss. Brandenburg fand dabei mit seiner gesamten Besatzung den Tod.
Vorgehende Heereseinheiten konnten die sterblichen Überreste der Besatzung
bergen und Brandenburg nur anhand des Ritterkreuzes identifizieren. Nach den
Ausführungen des Bordfunkers Brandenburgs, der nicht an diesem Einsatz
teilgenommen hatte, befand sich an Brandenburgs Maschine eine verklemmte Bombe
woraufhin er eine weitere Kurve flog, um diese abzuladen. Dabei wurde seine
Maschine mglw. von einer Bombe aus der zweiten, von ihm selbst geplanten,
JU-88-Welle getroffen wurde.
Die Beförderung zum Hauptmann war bereits seit Anfang 1942 geplant und sollte
eigentlich nach Brandenburgs letzten Einsatz erfolgen. Stattdessen erfolgte die
Beförderung posthum unmittelbar vor der Trauerfeier.
Die Mutter Brandenburgs unterließ es die Überführung ihres Sohnes in die Heimat
zu gestatten. Er sollte in der Erde ruhen, in der er gefallen war. Die
persönlichen Gegenstände erhielt die Familie.