Walter Brandt wurde am 24.03.1917 in Salzuflen in Lippe geboren und gehörte
mit ´Kriegsbeginn zur 2. (Jagd) Staffel des Lehr-Geschwaders 2, der späteren, ab
Januar 1942, 2. Staffel des Jagdgeschwaders 77. Mit seiner Staffel nimmt er
zunächst an Einsätzen am Kanal, wo ihm am 19.03.1941 sein erster Luftsieg über
eine Spitfire gelang, und an der Ostfront teil. Die weiteren 19 Luftsiege errang
er bis Juni 1942 vollständig an der Ostfront, wo er sich u.a. bei über 100
Jagdbomber-Einsätzen besonders auszeichnete.
Am 01.07.1942 nach Italien verlegt, schoss Brandt während der schweren
Luftkämpfe um die Insel Malta insgesamt 14 weitere Flugzeuge ab. Daraufhin Ende
Oktober 1942 nach Nordafrika verlegt folgten drei weitere Luftsiege.
Am 14.01.1943 wird er bei einem Luftkampf mit einer P-40 südwestlich Buerat
schwer verwundet und verliert dadurch ein Bein. Für seine bis dato errungen 37
Luftsiege wird er, als Oberfeldwebel und Flugzeugführer in der 2. Staffel des
Jagdgeschwaders 77, am 24.03.1943, noch im Lazarett liegend, mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet.
Wieder genesen und mit einer Beinprothese versehen, meldet er sich im Frühjahr
1944 wieder zum Fronteinsatz und wird zum Führer der 2. Staffel des
Jagdgeschwaders 3 "Udet" in der Reichsverteidigung ernannt. Auch hier
erringt er beachtliche Erfolge. Stellvertretend dafür sei hier der Einsatz vom
12.12.1944 erwähnt. Brandt gelang es als Verbandsführer einen von mehreren
Spitfire geschützten Lancaster-Bomber-Verband bei einem Tagangriff auf Essen zu
zersprengen und dabei selbst einen Viermot-Bomber abzuschießen.
Kurze Zeit später verlegt die Gruppe zu Einsätzen an die Ostfront, wo
Brandt am 03.03.1945 bei Tiefangriffen gelang, drei gegnerische Panzer und 20
Lkw zu vernichten. Außerdem schoss er zwei Pe-2 und eine Lagg-3 ab.
Bei einem Luftkampf mit einer Il-2 bei Augustwalde mit seiner Me 109G
abgeschossen und dabei leicht verwundet, kehrt er schnell wieder zu seiner
Staffel zurück, bis diese dann im rahmen der I. Gruppe des Geschwaders aufgelöst
wurde. So übernahm er dann Ende März 1945 die Führung der 7. Staffel des
Jagdgeschwaders 3.
Auf insgesamt 527 Feldflügen, davon etwa 100 Jagdbomber-Einsätze, schoss Brandt
42 Flugzeuge ab, davon 23 an der Ostfront und einen Viermot-Bomber.
Walter Brandt verstarb am 28.01.1977 in Bottrop in Folge seiner
Kriegsverwundungen.