Peter Broich wurde am 22.05.1914 als Sohn eines Fabrikarbeiters in Altenrath
im Siegkreis geboren, wo er auf einem kleinen Bauernhof aufwuchs.
Nach der Grundschule besuchte er eine Handelsschule und erlernte anschließend
des Beruf eines Buchhalters in Lohmar/Siegkreis. Im Zuge der Wirtschaftslage,
die ihm das Ausüben seines Berufes versagte, meldete sich Broich am 01.01.1934
als Polizeianwärter an die Polizeischule Münster/Westfalen. Nach der
Grundausbildung erfolgte dann die Versetzung zur 1. Hundertschaft nach Wesel.
Mit dem Jahre 1935 wechselte er, mit Dienstzeitanrechnung vom 01.01.1934, als
Freiwilliger mit einer Verpflichtung auf 12 Jahre zur Luftwaffe. Er wird dort
zunächst im Rahmen der Startwache auf dem Fliegerhorst Celle eingesetzt, bis er
sich dann zur Verwendung als Flugzeugführer meldete. Die Ausbildung zum
Flugzeugführer führte ihn an die Flugzeugführerschulen Celle und Zeltweg, an die
Große Kampffliegerschule Fassberg und die Blindflugschule Wien-Aspern. Dabei
absolvierte er am 10.11.1938 den Flugschein CII und am 16.03.1940 den
Blindlflugschein CII.
Am 16.03.1940 wird Broich zum Kampfgeschwader 2 versetzt und fand dort als
Flugzeugführer in der 3. Staffel eine Verwendung. Während des West-Feldzuges und
der Luftschlacht um England im Einsatz, steigt er schnell zu einem der
erfahrensten Flugzeugführer des gesamten Geschwaders auf.
Am 10.07.1940 Kanalküste bei Dover. Als letzte Maschine seines Verbandes
fliegend, wird Broich mit seiner Do 17Z nach einer großen Kurve abgedrängt und
schließlich von Hurricanes der 32. und 111. Squadron angegriffen. Er wird dabei
durch einen Schulterschuss verwundet. Seine Besatzungskollegen Bordfunker
Unteroffizier Karl Meyer und der Mordmechaniker Unteroffizier Walter Süptitz
hingegen schwer. Trotz später gezählten 190 Einschüssen und selbst verwundet,
gelang es Broich dennoch die Verfolger abzuschütteln und die Maschine auf dem
Flugplatz Brüssel zu landen. Trotz seiner Verwundung brachte Broich seinen
Bordmechaniker zum ansässigen Lazarett, konnte aber damit dessen Tod am nächsten
Tag nicht verhindern.
Wieder genesen, folgten mit der neuen Besatzung bestehend aus dem Beobachter
Hauptmann Krempel und dem Bordmechaniker Oberfeldwebel Rutkowski, weitere Tages-
und Nachtangriffe gegen England.
Ab 1942 gehörte Broich zur 2. Staffel des Geschwaders und wurde auch für
Tagessondereinsätze verwendet. Dabei hatte er den Auftrag ganz bestimmte
Einzelziele anzugreifen.
Neben den Einsätzen über England folgten auch Einsätze auf dem Balkan, gegen
Griechenland und über Kreta, bis schließlich auch Einsätze gegen Russland
folgten. Dabei zeichnete er sich wiederholt bei Angriffen auf den Kessel von
Bialystok-Minsk und Smolensk aus. Er unterstütze Heeresverbände beim Durchbruch
auf Leningrad, am Ilmensee und im Kessel von Wjasma-Brjansk.
Nach den schweren Einsätzen an der Ostfront, schulte er im Mai 1942 auf die Do
217 um und wurde in der Folge erneut zu Einsätzen gegen England, wo er weitere
36 Feindflüge durchführte, eingesetzt. Nach seinem 165. Feindflug wurde er durch
sein Geschwader zum Ritterkreuz vorgeschlagen, daß ihm als Oberfeldwebel und
Flugzeugführer in der 2. Staffel des Kampfgeschwaders 2 am 24.09.19423 verliehen
wurde.
Nachdem er ab August 1942 als Lehrer in der 12. Staffel des Geschwaders
Verwendung fand, wird er am 01.03.1943 zum Kriegsoffizier ernannt und
schließlich mit seiner Besatzung, als Lehrbesatzung am 01.12.1943 in die IV.
Gruppe des Geschwaders versetzt.
Ab Juni 1944 kommt er dann als Flugzeugführer und
Staffeloffizier in die I. Gruppe. Da das KG 2 im Herbst 1944 aufgelöst wurde,
kam Broich in die V. Gruppe des Nachtjagd-Geschwaders 2, wo er bis
Kriegsende diente.
Broich trat nach dem Krieg der Bundeswehr bei und steigt dort bis zum
Oberstleutnant auf.
Peter Broich verstarb am 21.09.1995 in Neunkirchen-Seelscheid.