Albert Brunner wurde am 17.07.1918 in Mergentheim-Dörtel geboren und wurde ab
1940 als Fluglehrer eingesetzt, bis er im November 1941 der Ergänzungsgruppe
West als Jagdlehrer zugeteilt wurde.
Am 01.04.1942 wechselte er in die 6. Staffel des Jagdgeschwaders 5 "Eismeer"
an die gleichnamige Front im Osten. Dort gelang ihm im Mai 1942 der erste
Abschuss. Am 21.08.1942 aufgrund eines Motorschadens (Me 109F-4 10161) mit dem
Fallschirm abgesprungen, erzielte Brunner am nächsten Tag seinen 10. Abschuss.
Am 05.09.1942 erringt er Luftsieg 13 und 14, muss diesmal aber über feindlichen
Luftraum abspringen (Me 109F-4 10144 "Gelbe 7"). Erst nach vier Tagen
gelingt es ihm sich durch die feindlichen Linien durchzukämpfen.
Nach seinem 39. - 42. Luftsieg muss er erneut im Hinterland des Gegners
notlanden (Me 109G-2 13923), kann aber später durch einen deutschen Spähtrupp
herausgeholt werden. Brunner hatte am 04.03.1943 den Auftrag erhalten mit seinen
Kameraden einen gegnerischen Angriff auf das benachbarte Flugfeld abzufangen. Es
gelingt ihm eine "Tomahawk" abzuschießen, bis sie von einer großen Gruppe
"Aircobras" gestellt wurden. Brunner griff vier von ihnen an und schoss
schließlich zwei davon ab. Der 3. Gegner flog dann direkt auf Brunner zu und
beide Maschinen eröffneten das Feuer und erhielten jeweils Treffer. Der Gegner
drehte mit einer Rauchfahne ostwärts ab. Der eigene Motor jedoch stoppte und
Teile flogen von Flügeln und Heck ab. Brunner gelingt es auf einem nahen
zugefrorenen See notzulanden und seine Maschine befehlsgemäß in Brand zu setzen.
Stets wusste er, daß seine Staffelkameraden nach ihm suchen würden. Kurz darauf
erreichte ihn dann ein deutscher Gebirgsjäger-Spähtrupp, die den Luftkampf
beobachtet hatten. Kurz darauf überflogen zwei Me 109-Flugzeuge die
Rettungsstelle, woraufhin ein "Fieseler Storch" mit Rudi Müller, Brunners
Freund und Ritterkreuzträger, als Pilot direkt neben den dem Geretteten landete
und ihn aufnahm. Keine Sekunde zu früh, denn beim Aufsteigen beobachteten beide
einen beginnenden Feuerkampf der Gebirgsjäger mit eintreffenden gegnerischen
Soldaten. Grund für die häufigen Ausfälle insbesondere im Norden der Nordfront,
sind zum einen die gegnerischen Jäger, aber auch das höchst unmenschliche Wetter
und die eintönige Landschaft. Dadurch fällt die Navigation sehr schwer.
Am 07.05.1943 erhält Brunner den Auftrag Jagdschutz für einen Bombenangriff auf
den Hafen von Murmansk zu fliegen. Nach seinem 53. Abschuss, eine weitere "Aircobra",
wird Brunner selbst schwer getroffen und muss ostwärts Petsamo über den
deutschen Linien abspringen (Me 109G-2 14802). Doch aufgrund der geringen Höhe
öffnet sich der Fallschirm nicht mehr.
Albert Brunner findet dabei nach 135 Frontflügen und 53 Luftsiegen den Tod.
Brunner errang alle seine Luftsiege an der Eismeerfront. Er wird dafür am
03.07.1943, als Oberfeldwebel und Flugzeugführer in der 6. Staffel des
Jagdgeschwaders 5 "Eismeer", posthum mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Ursprünglich wurde als Datum der Verleihung der 13.06.1943 angenommen.