Kurt Bühligen wurde am 13.12.1917 in
Granschütz in Sachsen-Anhalt geboren. Im Jahre 1927 verzog die Familie nach
Tollwitz, wobei Kurt die Volksschule in Lützen besuchte. Anschießend erlernte
er beim
Lützener Schlossermeister Delleny den Beruf eines Schlossers. Nach Ende der
Lehre besuchte er einen Segelfliegerkursus in Laucha und meldete sich bereits
1936 freiwillig zur
Luftwaffe.
Dort kam er als Gefreiter und Bodenmechaniker zum Kampfgeschwader 153.
Nachdem er als Flugzeugmechaniker im Kampfgeschwader 4 gedient hatte,
beschloss der nunmehrige Obergefreite, im Jahr 1938 sich freiwillig zur
Pilotenausbildung zu melden.
Nach seiner Ausbildung kam er im Juli
1940 als Unteroffizier zur 2.Staffel/Jagdgeschwader 2 „Richthofen“. In
seinen Einsätzen über England konnte Bühligen 8 Abschüsse verbuchen und
erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Zwischenzeitlich zum Feldwebel befördert
und Rottenführer geworden, stiegen Bühligen Abschusszahlen stetig an.
Nach seinem 21.Abschuß erhielt er als Oberfeldwebel, nachdem er kurz zuvor den
Ehrenpokal der Luftwaffe erhalten hatte, am 04.09.1941 das Ritterkreuz. Zu
seinen ersten bedeutenden Erfolgen gehörte der Angriff auf einen zahlenmäßig
überlegenen Gegner. Aus diesem brachte Bühligen drei gegnerische Flugzeuge zum
Absturz, zersprengte den verband und verhinderte einen planmäßigen
Bombenabwurf. Wenig
später erfolgte seine Beförderung zum Leutnant. Bühligen war damit der erst 3.
Ritterkreuzträger des Gaues Halle-Merseburg.
Im April 1942 wurde er Staffelkapitän
der 4.Staffel und verlegte Ende des Jahres 1942 mit seiner Staffel nach
Nordafrika. Dort erzielte er weitere 40 Abschüsse und wurde zum Hauptmann
befördert, außer dem erhielt er das Ärmelband „Afrika“.
Nach seiner Abkommandierung aus
Nordafrika wurde Bühligen zum Major befördert und im April 1943 Kommandeur der
II. Gruppe/Jagdgeschwader 2 „Richthofen“. Es folgten Einsätze gegen die
alliierten Bomberverbände, in denen sich Bühligen mehrfach auszeichnete.
Anfang Oktober 1943 meldete er seinen 85. und im März 1944 seinen 96. Abschuß.
Am 02.03.1944 wurde er mit dem 413. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Kurze Zeit später übernahm Bühligen
das Jagdgeschwader 2 „Richthofen“ und wurde zum Oberstleutnant
befördert. Am 07.06.1944 konnte er seinen 100.Gegner bezwingen, alles
westalliierte Flieger, da Bühligen erst im Februar 1945 Einsätze an der
Ostfront flog. Am 14.08.1944 erhielt er die 88. Schwerter zum Ritterkreuz mit
Eichenlaub. Nach weiteren Einsätzen wies sein Konto Ende Januar 1945
112 bestätigte Abschüsse auf, darunter 24 viermotorige Bomber.
Kurz darauf musste Bühligen bei einem Einsatz an der Ostfront wegen eines
technischen Defekts hinter den russischen Linien notlanden. Nach seiner
Landung wurde der hochdekorierte Offizier, er trug neben den erwähnten
Auszeichnungen auch noch das Deutsche Kreuz in Gold und das Goldene
Flugzeugführerabzeichen, sowie die Frontflugspange in Gold mit der Einsatzzahl 700, sowie das Verwundetenabzeichen in
Silber, gefangengenommen und kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Damit
war eine erstaunliche Karriere beendet. Einige Quellen berichten davon, daß Bühligen als Ausbilder für die Luftwaffe der Roten Armee verwendet wurde,
jedoch gibt es dafür keine gesicherten Erkenntnisse.
Immerhin hatte sich Bühligen vom
einfach Gefreiten und Mechaniker zum hochdekorierten Oberstleutnant und
Geschwaderkommodore hochgearbeitet und war einer der erfolgreichsten
Jagdflieger im Einsatz gegen Briten und Amerikaner. Nur Marseille und Bär
schossen mehr alliierte Flugzeuge ab als Bühligen.
Die Kriegsgefangenschaft dauerte für Bühligen bis ins Jahr 1950, ehe er in die
Heimat zurückkehren konnte.
Kurt Bühligen
verstarb am 11.08.1985 im Alter von 67 Jahren in Nidda/Hessen
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Unteroffizier |
01.10.1939 |
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Flugzeugführerabzeichen |
??? |
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Feldwebel |
??? |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
05.09.1939 |
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Oberfeldwebel |
??? |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
??? |
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Leutnant |
??? |
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Frontflugspange für Jagdflieger in Bronze |
??? |
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Oberleutnant |
??? |
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Ehrenpokal |
24.07.1941 |
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Hauptmann |
??? |
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Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz |
04.09.1941 |
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Major |
??? |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
??? |
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Oberstleutnant |
??? |
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Frontflugspange für Jagdflieger in Silber |
??? |
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Frontflugspange für Jagdflieger in Gold |
??? |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
??? |
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Deutsches Kreuz in Gold |
25.06.1943 |
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413. Eichenlaub zum Ritterkreuz |
02.03.1944 |
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Frontflugspange für Jagdflieger in Gold mit Einsatzzahl "700" |
??? |
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88. Schwerter zum Ritterkreuz |
14.08.1944 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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