Harry von Bülow-Bothkamp wurde am 19.11.1897 in Bothkamp geboren und trat dem
Kgl. Sächs. Husaren-Regiment Nr. 18 bei. Dort zum Leutnant befördert, beginnt er
ab August 1916 eine Ausbildung zum Piloten. Mit Ende der Ausbildung wechselt er
im Dezember 1916 zur Feldflieger-Abteilung 53, die kurze Zeit später in
Flieger-Abteilung (Artillerie) 272 umbenannt wurde. Am 07.09.1917 wechselt er in
die Jagdstaffel 36, unter dem Kommando seines Bruders Walter und im Dezember
1917 in die berühmte Jagdstaffel "Boelcke". Vom 28.05. bis zum 14.08.1918
kehrte er in die Jagdstaffel 36 zurück, übernahm kurzzeitig die Führung der
Staffel und wurde dann aus dem Heer entlassen. Im 1. Weltkrieg hatte er 6
Luftsiege errungen, allesamt in der Jasta 36. Außerdem soll er nach einigen
Quellen weiterhin auch der Jasta 2 angehört haben. Sein Bruder Leutnant Walter
von Bülow-Bothkamp hatte für 28 Luftsiege den pour le merite
erworben und war am 06.01.1918 im Kampf gefallen. Ein weitrer Bruder, Konrad,
errang im 1. Weltkrieg zwei Luftsiege und gehörte der Jasta 14 und 19 an. Er
wurde dann als Fluglehrer nach Finnland kommandiert wo er am 11.08.1918 beim
Start eines Seeflugzeuges abstürzte. Im Zuge des Todes seiner drei Brüder,
Friedrich war bereits 1914 als Leutnant des Regiments Garde du Corps
gefallen, wurde Harry auf Befehl des Kaisers aus dem aktiven Dienst genommen.
Nach dem krieg holte Harry sein Abitur am Gymnasium nach und studierte Ackerbau
an der Universität. Zusammen mit Paul Bäumer gründete er später die "Bäumer
Aero" in Hamburg-Fuhlsbüttel. Dort produzierten sie den "Roten Vogel",
oder das "Alsterkind". Die Firma geht 1929 im Zuge der großen Depression
und des Fliegertodes Bäumers bankrott. In den 20èr Jahren ließ Harry eine
gemeinsame Grabstätte für sich und seine Brüder errichten.
Im Jahre 1935 trat er dann der neuen Luftwaffe bei und versah ab 1936 seinen
Dienst beim Jagdgeschwader "Richthofen".
Im Jahre 1939 übernimmt er den Posten des Inspekteurs des
Nationalsozialistischen Fliegerkorps, nachdem er zuvor Kommandeur der Gruppe 3 -
Nordwest- des NSFK gewesen war. Außerdem hatte er vor seiner Aufnahme in das
NSFK die Führung der Luftsportlandesgruppe 3 -Hamburg- des
Deutscher Luftsportverbands übernommen.
Kurz nach Ende des Polen-Feldzuges wird er mit dem Kommando der II. Gruppe des
Jagdgeschwaders 77 "HerzAs" betraut und am 01.04.1940 zum Kommodore des
Jagdgeschwaders 2 "Richthofen" ernannt. Für die Erfolge seines
Jagdgeschwaders im Westfeldzug erhält von Bülow-Bothkamp als Oberstleutnant der
Reserve und Kommodore des Jagdgeschwaders 2 "Richthofen" am 22.08.1940
das Ritterkreuz. Am 02.09.1940 verlässt er das Geschwader und übernimmt eine
andere Dienststellung.
Im Dezember 1942 ist er Kommandeur der Nachtjagdschule 1, des späteren
Nachtjagdgeschwaders 101 und wird im November 1943 mit dem Kommando der 5.
Jagd-Division betraut.
Im März 1944 zum Jagdführer 4 ernannt, wird er im September 1944 in die
Führer-Reserve versetzt.
Harry von Bülow-Bothkamp verstarb am 27.02.1976 in Kirchbarkau in Holstein und
wurde im Kreise seiner Brüder beigesetzt. Sein Sohn fiel bereits 1941 in Afrika.