Alfred Bülowius wurde am 14.01.1892 in Königsberg geboren und trat am
21.01.1911 als Fahnenjunker dem Infanterie-Regiment 41 bei. Zum
Kompanie-Offizier ernannt versah er seinen Dienst bis 1914 und zog dann als
Kompanieführer mit seinem Regiment im Zuge des 1. Weltkrieges an die Front.
Es folgten die schweren Kämpfe an der Westfront, bis er 1915 zum Adjutanten des
Regiments aufstieg. Im Jahre 1916 meldete er sich freiwillig zur Fliegertruppe
und erhielt zunächst eine Flugzeugführerausbildung. Mit Ende der Ausbildung wird
er zum Bombergeschwader 3, unter Ernst Brandenburg, der Obersten Heeresleitung
versetzt und dort ab 1917 als Staffelführer eingesetzt. Er unternimmt dabei
Einsätze gegen London. Bülowius ist damit auch am 13.06.1917 im Einsatz als der
bisher "erfolgreichste" Angriff auf London während des gesamten 1.
Weltkrieges geflogen wird.
Ab November 1918 ist er als Flugzeugführer bei der Fliegerstaffel Grauert im
Einsatz im Einsatz und bleibt der Fliegertruppe auch nach dem Kriegsende treu.
So wird er zunächst der Fliegerstaffel des Grenzschuutz-Oberkommandos Nord in
Bartenstein/Ostpreußen zugewiesen, bis er dann im Oktober 1919 zur
Polizei-Fliegerstaffel Ostpreußen nach Seerappen wechselt. Später trat er dann
zur Luftüberwachungsabteilung "Ostpreußen".
Am 01.01.1920 wird er verabschiedet und mit dem 01.02.1920 der Polizei
unterstellt. Dort wird er am 31.08.1922 wiederum verabschiedet und mit dem
01.04.1924 wieder dem Heer zugewiesen.
Vom 01.04.1925 bis zum 30.04.1934 ist er Referent für den Luftschutz im Stab des
Wehrkreiskommandos I Königsberg und anschließend bis zum 31.08.1934 Referent
beim Höheren Luftwaffenamt Königsberg. Am 01.09.1934 der Luftwaffe
beigetreten, wechselt Bülowius am gleichen Tag als Referent in das
Reichsluftfahrtministerium.
Mit Ende dieser Dienststellung im Jahre 1935 wechselt er als Major und
Staffelkapitän in die Fliegergruppe Merseburg, aus der später das
Kampfgeschwader 2 "Holzhammer" hervorging. Bülowius bleibt hier bis 1936 und
wechselt dann als Gruppenkommandeur zum Kampfgeschwader "General Wever",
dem späteren Kampfgeschwader 4. Im Jahre 1937 übernimmt er dann das Kommando
über die Große Kampffliegerschule Tutow.
Kurz vor Beginn des Westfeldzuges übernimmt er dann am 10.04.1940 den Posten des
Kommodore des Lehrgeschwaders 1 in Greifswald. Nach Beginn der Kämpfe im Westen
fällt er im Juni 1940 verwundet in französische Gefangenschaft, aus der er
jedoch kurze Zeit später wieder befreit wird. Für die Leistungen seines
Geschwaders im Westfeldzug wird ihm am 04.07.1940 als Oberst und Kommodore des
Lehrgeschwaders 1 das Ritterkreuz verliehen.
Vom 21.06. bis zum 20.10.1940 im Lazarett, übernimmt Bülowius den Posten des
Höheren Fliegerausbildungskommandeurs 7 und wird dann vom 15.01.1941 bis zum
01.08.1942 als Höherer Kommandeur der Kampf- und Sturzkampfschulen in Prag
verwendet.
Vom 02.08. bis zum 31.10.1942 Kommandeur des Gefechtsverbandes "Nord",
übernimmt Bülowius dann bis zum 25.06.1943 das Kommando über die 1.
Flieger-Division und wird dann ab dem 26.06.1943 zum Kommandierenden General des
II. Flieger-Korps ernannt.
Vom 22.01. bis zum 21.02.1945 Kommandierender General und Befehlshaber im
Luftgau XV, wechselt er dann in die Führer-Reserve des OKL und wird am
22.02.1945 zum Kommandierenden General und Chef des Stabes beim Luftgaukommando
III in Dresden ernannt.
Kurz vor Kriegsende übernimmt er dann noch im April 1945 das Kommando über die
Wehrmachts-Ordnungstruppen in Tirol, wo er dann am 08.05.1945 in Gefangenschaft
gerät, aus der er am 04.07.1947 entlassen wird.
Alfred Bülowius verstarb am 09.08.1968 in Detmold.