Ludwig-Wilhelm Burkhardt wurde am 05.02.1919 in Bremen geboren und trat
später der Luftwaffe bei, wo er zunächst bis Uni 1940 seinen Platz in der
Flak-Truppe fand. Darauf meldete er sich freiwillig zur Fliegenden Truppe und
erhielt eine Piloten-Ausbildung. Mit Ende seiner Ausbildung wird er in die 1.
Staffel der Ergänzungs-Jagdgruppe des Jagdgeschwaders 77 nach Rumänien versetzt.
Ende November 1941 erhielt die Staffel den Befehl zum Flug nach Nord Afrika. In
Griechenland zwischengelandet, sollte die Gruppe jedoch umkehren und wurde der
II. Gruppe des Jagdgeschwaders 77, an der Ostfront, unter dem Kommando des
Hauptmanns Anton Mader zugeführt. Im April 1942 wird Burkhardt schließlich in
die Stabsstaffel der II. Gruppe versetzt, wo er am 09.05.1942 seinen 1. Luftsieg
erringt. Er bezwang damals über dem Luftraum der Krim einen sowjetischen
zwei-Mot-Jäger vom Typ "I-153". Seinen ersten Flug in der neuen Staffel
beendete er jedoch mit einer Bruchlandung, nachdem der Motor seiner Maschine
Feuer gefangen hatte.
Nach weiteren Einsätzen fliegt er am 01.06.1942 Jagdschutz für den Fieseler
Storch des Generalobersten Wolfram Freiherr von Richthofen im Raum Sewastopol.
Bei diesem Einsatz wird die Maschine Burkhardts durch Bodenfeuer getroffen,
woraufhin er aussteigen musste und vor der Frontlinie landete. Er überlebte die
Landung unverletzt, musste sich aber sowjetischem Infanteriefeuer erwehren.
Burkhardt erhielt jedoch eine Rüge durch den Geschwaderkommodore Hauptmann
Gollob, aufgrund des Verlassens seines Flugzeuges.
Kurze Zeit später wechselte er in die 6. Staffel seines Geschwaders, wo er
schnell zu einem der erfolgreichsten Piloten aufstieg. Allein im Juli 1942
schoss er 24 Flugzeuge ab, darunter bspw. allein sechs am 12.07., vier am 13.07.
und weitere drei am 23.07.1942. Es folgten im August 11 weitere Abschüsse, wobei
es ihm allein am 13.08.1943 gelang weitere vier Maschinen abzuschießen. Für
seine außerordentlichen Erfolge beim Abschuss von bis dato 53 Flugzeugen wird er
als Leutnant und Flugzeugführer in der 6. Staffel des Jagdgeschwaders 77 am
15.10.1942 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Während seiner Erfolge musste er
mehrmals notlanden oder aussteigen, doch wurde er nie schwer verwundet. So
beobachtete sein Rottenflieger Unteroffizier Robert Wolter am 10.08.1942 ein
erneutes Aussteigen Burkhardts. Erst drei Tage später kehrte er unverletzt
wieder zu seiner Staffel zurück.
Gegen Ende 1942 verlegte die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 77 nach Nord Afrika,
wo er am 12.11.1942 den Posten des Kapitäns der 4. Staffel übernahm. An den
meisten Tagen war er jedoch aufgrund einer Malaria-Erkrankung fluguntauglich.
Dennoch gelang es ihm am 07.01.1943 bei Buerat eine britische "Spitfire"
abzuschießen, womit er seinen 54. Luftsieg errungen hatte. Am nächsten Tag
jedoch trat er beim Verlassen seiner Maschine in Bir Dufan auf eine Mine und
wurde dabei schwer verwundet.
Wieder genesen kehrte er zu seiner Gruppe, jetzt in Italien, zurück und wird
dort am 19.08.1943 zum Kommandeur der I. Gruppe ernannt. Damit folgte er
Heinrich "Heinz" Bär,
Schwerterträger mit 221 Luftsiegen, nach.
Bereits am 01.12.1943, mglw. nach einer Auseinandersetzung mit einem höheren
Offizier, kommt Burkhardt als Ausbilder in die 1. Staffel der Jagdgruppe Süd und
konnte anschließend drei weitere Luftsiege erreichen. Am 25.12.1943 wird er zum
Kapitän der 6. Staffel im Jagdgeschwader 1, stationiert in Holland, ernannt,
wobei er die Nachfolge des Deutschen Kreuz in Gold-Trägers Harry Koch antrat,
der am 22.12.1943 bei einem Zusammenstoß mit seinem Rottenflieger ums Leben
gekommen war. Die Staffel war jedoch mit Fw 190-Jägern ausgerüstet, die
Burkhardt, Me 109-Pilot, bislang nicht geflogen war. Von daher wechselte er am
19.02.1944 als Kapitän in die 7. Staffel, die mit der bewährten Maschine
ausgerüstet war. Hier traf er wieder zusammen mit seinem alten Kameraden
Oberfeldwebel Herbert Kaiser und machte Bekanntschaft mit Alfred Grislwaski,
einem weiteren Jäger-As. Seine Nachfolge bei der 6. Staffel übernahm Heinrich "Heinz"
Bär. Mit der 7. Staffel nahm er an zahlreichen Einsätzen teil, wurde
abgeschossen, blieb aber stets unverletzt. Ein anderer dt. Pilot wurde dabei am
Fallschirm hängend von amerikanischen Jägern erschossen.. Burkhardt hingegen
beschoss einer dieser Jäger erst, nachdem er den Boden erreicht hatte. Auch hier
bleib er unverletzt.
Er schoss dort 11 weitere Flugzeuge, alles alliierte Jäger, ab, erkrankte dann
aber am 02.07.1944 erneut an Malaria. Damit schied eine weitere Verwendung als
Jagdpilot bis zum Kriegsende aus.
Nach seiner Genesung wurde er überwiegend in Stabsstellen eingesetzt und gehörte
bei Kriegsende der III. Gruppe des Ergänzungs-Jagdgeschwaders 2 an, wo er auf
die Me 262 umgeschult werden sollte.
Auf insgesamt 245 Kampfeinsätzen schoss er 69 gegnerische Flugzeuge ab. Dabei
errang er 53 Luftsiege an der Ostfront, dabei allein 15 über Il-2-Sturmovik`s.
Weitere 16 errang an der Westfront, darunter sechs über P-51 und sechs über
P-47-Jäger.
Nach dem Krieg trat er der Bundesluftwaffe bei und erreichte dort den Rang eines
Oberstleutnants.
Ludwig-Wilhelm Burckhardt verstarb am 02.01.1993 in Bollschweil im Breisgau.