Horst Carganico wurde am 27.09.1917 in Breslau als
Sohn des späteren Generals der Flieger Victor Carganico geboren und trat im
Jahre 1937 als Fahnenjunker der Luftwaffe bei. Das Fliegen erlernte er auf
dem geschichtsträchtigen Flugplatz in Berlin-Johannisthal.
Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges gehörte Carganico als Technischer Offizier
zum Stab des Jagdgeschwaders 1 und wechselte im Frühling 1940 als Adjutant
in die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 77 und verlegte ab dem 11.04.1940 nach
Norwegen. Dort errang er am 21.06.1940 seinen ersten Luftsieg über eine RAF
"Hereford" über dem Luftraum von Bergen. Weiterhin ist er bei der
Verteidigung des Luftraumes über dem Schlachtschiff "SCHARNHORST" bei
Bergen im Einsatz, wobei er einen RAF "Beaufort"-Bomber abschießen
kann.
Nach weiteren Luftsiegen verlegt die II. Gruppe und damit auch Carganico am
09.11.1940 an die Kanalküste, wo er am 30.11.1940 seinen 5. Luftsieg über
einen RAF "Blenheim"-Bomber erringen kann.
Am 01.01.1941 wird er zum Kapitän der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 77
ernannt, welche von Sola/Norwegen aus operierte. Im Mai 1941 verlegte die
Staffel nach Kirkenes und gehörte dann als Staffelkapitän dem Jagdgeschwader
zbV. an, welches aus der 1., 14. und 15. Staffel des Jagdgeschwaders 77
gebildet wurde.
Am 25.07.1941 gelingt es ihm ein sowjetisches Flugboot abzuschiessen und
kurz darauf wird ihm als Oberleutnant und Kapitän der 1. Staffel des
Jagdgeschwaders 77 für bis dato 27 Luftsiege am 25.09.1941 das Ritterkreuz
des Eisernes Kreuzes verliehen. Damit war er erst der 2. deutsche Pilot nach
Hugo Dahmer an der Nordfront der diese Anzahl errungen hatte.
Im Januar 1942 wurde die I. Gruppe des Jagdgeschwaders zbV. in I. Gruppe des
Jagdgeschwaders 5 umbenannt. Damit war Carganico nun Kapitän der 1. Staffel
des Jagdgeschwaders 5, die im März 1942 in 6. Staffel umbenannt wurde.
Im Frühjahr 1942 gelingt es Carganico in nur sechs Wochen bis Ende Juni 1942
insgesamt 23 Luftsiege zu erringen. Im April 1942 übernimmt er das Kommando
über die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 5.
Am 22.07.1942 bekommt er mit seiner Me 109 F-4 (Werksnummer: 10.256)
Motorprobleme und muss eine Notlandung bei Murovskij durchführen. Am
nächsten Tag ist er wieder bei seiner Einheit.
Am 12.08.1942 eskortiert er mit einem Schwarm einen Fucke-Wulf 189-Aufklärer
über dem Luftraum der Liza-Front bei Murmansk, als die deutschen Flugzeuge
durch sowjetische Jäger angegriffen wurden. Bei diesem Luftkampf wird das
Flugzeug Carganicos, eine Me 109 F-4 (Werksnummer 10.132) getroffen und er
musste erneut eine Notlandung, diesmal bei Motovsk, durchführen. Er entkam
der Gefangennahme und kehrte zu seiner Einheit am nächsten Tag zurück.
Carganico führte als Emblem an seinem Flugzeug die Mickey Mouse.
Nachdem er nun zweimal über feindlichem Gebiet abgesprungen und
zurückgekehrt war, änderte er das Emblem nun dahingehend, dass die Mickey
Mouse nun zwei Schuhe hinter sich herzog, beide versehen mit dem
jeweiligen Datum der Notlandung.
Am 26.03.1944 wird er zum Kommandeur des I. Gruppe des Jagdgeschwaders 5 in
der Reichsverteidigung ernannt. bei einem Luftkampf mit amerikanische B-17
Bombern wird sein Flugzeug, eine Me 109 G-5 (Werksnummer 110.087), schwer
getroffen und Carganico versucht eine Notlandung. Dabei streift er ein
Hochspannungskabel und stürzt dadurch tödlich bei Chevry, südwestlich von
St. Die in Frankreich, ab.
Horst Carganico errang auf über 600 Feindflügen 60 Abschüsse, davon sechs an
der Westfront.