Bild: H. Hermann
Kurt Capesius wurde am 12.02.1919 in Teplitz-Schönau
in der heutigen Tschechoslowakei als Sohn eines Offiziers geboren und trat
1937 dem 4. österreichischen Infanterie-Regiment bei.
Im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich trat Capesius als
Fähnrich im Jahre 1938 der Luftwaffe bei. Dort erhielt er zunächst eine
Ausbildung zum Jagdflieger, später dann zum Bomberpiloten.
Am 01.08.1939 zum Leutnant befördert, übernimmt er dann auch persönlich die
Ausbildung neuer Piloten. Im Mai 1940 erfolgte dann seine Versetzung in die
10. Staffel des Kampfgeschwaders 51 "Edelweiß", mit der er sich über
Frankreich, England und im Jahre 1941 über Kreta besonders auszeichnen
konnte. Während der Luftschlacht um England nimmt er u.a. am 12.08.1940 an
einem Bombenangriff auf den Hafen von Portsmouth teil und wird dabei
gegen 12.10 Uhr von britischen Jägern schwer getroffen. Es gelingt Leutnant
Capesius seine Ju-88 A-1 "9K+AT" (W-Nr.: 5042) auf dem Flugfeld von
Le Havre zu landen. Dabei wird der eingesetzt Bordschütze Sonderführer Hugo
Engel, von der Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanie 5, schwer verwundet. Der
Beobachter Unteroffizier Kraus, der Bordfunker Obergefreite Alfred Knoth und
der Flugzeugführer Leutnant Capesius blieben dabei unverletzt. Das Flugzeug
erlitt einen Schaden von 30%.
Am Ostfeldzug nahm er als Kommandant einer Ju-88 an Einsätzen über Uman, dem
Don und auf der Krim teil. Es folgten Einsätzen gegen Marineziele im
Schwarzen Meer, über Stalingrad und Kursk. Nach seiner Beförderung zum
Oberleutnant hatte er außerdem den Posten des Kapitäns der 9. Staffel des
Kampfgeschwaders 66 übernommen.
Im Jahre 1943 erfolgte dann die Verwendung als Lehrer beim Kampfgeschwader
101, wo er u.a. als Testpilot für die Mistel-Drohnen eingesetzt wurde. Aus
der IV. Gruppe des Geschwaders wurde dann die III. Gruppe des
Kampfgeschwaders 66 aufgestellt, deren Führung Capesius im Oktober 1944
übernahm und Einsätze gegen Brücken, Schiffe und Truppenansammlungen an der
Invasionsfront durchführte. Dafür erhielt Capesius am 30.11.1944 als
Hauptmann mit der Führung der II. Gruppe des Kampfgeschwaders 66 beauftragt,
das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
In etwa zur gleichen Zeit wurde die Gruppe allerdings in II.
Gruppe/Kampfgeschwader 200 umbenannt. Capesius Verwendung ist allerdings
unklar. Zumindest wird er zum Kriegsende als Hauptmann im Stab zum Einsatz
von Düsenbombern genannt. Dabei gerät er zum Kriegsende in britische
Gefangenschaft. Eine Beförderung zum Major ist bisher nicht eindeutig
belegt, liegt aber nahe.
Der im Kampf niemals verwundete Capesius arbeitet nach Kriegsende bei der
Lufthansa und verstarb am 22.09.1958 bei einem Flugunfall mit seinem
Sportflugzeug über Graz. Er hinterließ eine Tochter.